Pleiten, Pech und Pannen im Aargau bei Nacht


Publiziert von TeamMoomin , 18. Mai 2014 um 16:29.

Region: Welt » Schweiz » Aargau
Tour Datum:12 April 2014
Wandern Schwierigkeit: T2 - Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-AG   CH-SO   CH-LU 
Zeitbedarf: 9:00
Aufstieg: 2270 m
Abstieg: 2200 m
Strecke:43,72km

An diesem schönen Tag wollten Klaus und ich wieder mal schauen wo denn unsere Grenze der Leistungs- und Leidensfähigkeit liegt, wobei wir unerwartet sehr schnell die zweite fanden. Trotzdem war es eine "lustige" Pleiten,Pech und Pannentour die ich euch nicht vorenthalten möchte....

Gestartet sind wir in Olten beim historischen Meter Null mit der Idee in 24 Stunden soviele Aargauer Gipfel (Nach Roman Koch 19) wie möglich aneinander zu hängen.
Als ich mal auf ner 1:100`000 Karte die Strecke überflogen hatte wurde schnell klar dass dies im Total über 130km, 5000m Aufstieg, 5000m Abstieg bedeuten würde, also wohl eher mehr als Grenzwertig aber ein Versuch wert. (Hier schon der erste Fehler, hätte man das auf einer 1:25`000 Karte genauer abgemessen hätte man gemerkt das all die kleinen zusätzlichen Schlaufen etc. dazu führen, dass die Gesamtzahl wesentlich heftiger ist: 187,85km Strecke und weit über 5000m Auf und Abstieg)

Zuerst gings noch gemütlich von Olten hinauf zum Schloss Säli dem ersten Gipfel, wobei wir hier noch einen kleinen Umweg einbauten um beim Tierpark schauen zu gehen ob Klaus Geisli dass er jeden Tag besuchte als er noch in Olten wohnte noch da wäre. Leider konnten wir es nicht entdecken und so stiegen wir dann rasch zum Säli auf um die Zeit für den Umwegs wieder wett zu machen.

Von hier hies es nun mal erst Kilometer überwinden, da der nächste "offizielle" AG Gipfel erst in der Nähe von Bottenwil lag, der Williberg.

So wanderten wir zuerst Richtung Rotacker und dann über Safenwil durch den Wald bis nach Linden. Von da an gings einige Kilometer mehr oder weniger gerade nach Süden alles durch den Wald bevor wir dann bei P663 nach dem Neuhof nach Hintermoos hinunter stiegen.

Dann auf der anderen Seite des Tals wieder empor bis man zum Wegweiser Williberg kommt, den wir bereits bei Dunkelheit erreichten. Hier gilt es nun einen kleinen Schlenker abseits des Wanderweges zu machen um auf dem Feld daneben auf den höchsten Punkt zu gelangen, so gelangt man zu Gipfel Nr.2 .

Danach gehts wieder hinunter nach Staffelbach wo wir dann bei der Postautostelle unsere erste kleine Pause machten, und ich meine Schuhe + Socken neu richtete, weil irgendwie meine Wandersocken (spezielle Wanderkompressionssocken) die ganze Zeit zwackten und zwickten.

Via Kirchleerau gings nach Kirchrued und von da anschliessend über den Höhenzug Richtung Waltersholz. Auch hier muss man kurz vom Wanderweg weg und hinter dem Haus zum höchsten Punkt in der Wiese, was der Hofhund bei Nacht irgendwie glaubs nicht so cool fand.
Nach Nr.3, gings dann zum sehr nahen Nr.4 dem  Mügeristein den man erreicht indem man kurz vor Rechten den Schotterweg nimmt der zu einem kleinen Waldstück führt.

Danach hatten wir die nächste Schrecksekunde, plötzlich bellte es vor uns und wir sahen im Schein der Stirmlampen zwei leuchtende Augen, etwa ein freilaufender Hund?! Nein zum Glück eine Spaziergängerin mit Hund die Ihn auch sogar fest an die Leine Band. Wir liefen zügig vorbei da die gute Frau Mühe hatte den Hund zu halten, welcher wie wild bellte und an der Leine riss (ist sich wohl keine Wanderer ind er Nacht gewohnt).

Errleichtert liefen wir dann zügig weiter zu unserem nächsten Ziel dem Stierenberg. Und genau auf diesem Abschnitt ging dann alles in die Hose.

Irgendwo hatten wir die falsche Abzweigung genohmen und leifen daher einen schönen Umweg bis wir dann doch noch endlich bei Schwarzenberg ankamen. Und damit nicht genug kaum im Wald liefen wir schon wieder der falschen Forststrasse nach und machten so nochmals irgendwelche Extraschlaufen bis wir zum Reinacher Waldhaus gelangen. Ausserdem musste ich immer wieder meine Socken richten da sie mir mein linken Bein irgendwie total weh tat.

Nun etwas langsamer und mit leichten Schmerzen gings weiter zur Knabenrütihütte und da zum Stierenberg hinauf unserem 5ten Gipfel. Dort angekommen musste ich eine Pause machen da mir der Fuss doch arg wehtat. Wir besprachen das weitere Vorgehen, da ich Bedneken hatte mit meinem schmerzenden Fuss noch viel weiter zu laufen, ausserdem war usner Zeitplan durch das langsame Gehen auf dne letzten Kilometer und all die Extraschlaufen auch nicht mehr wirklich im Plan.

Dann vertrampte sich Klaus auch noch udn uns war klar die Wanderung ist gelaufen. Ziemlich frustriert liefen wir nun langsam und humpelnd hinunter nach Menziken wo wir uns am Bahnhof einnisteten um auf den ersten Zug zu warten.

Zu unserem grossen Erstaunen kam dann plötzlich ein Nachtbus der uns nach Aargau brachte von wo aus wir den ersten Zug nach Hause nahmen.

Zuhause sah ich dann beim ausziehen der Socken, dass beim Waschen wohl ein Faden gerissen war und es so oberhalb des Fussgelenkes die Fäden alle zusammengezogen hatte, was bei einem Kompressionssocken natürlich ganz schlecht ist führt dies doch dazu, dass es an diesem Ort zum abdrücken des Blutflusses kommt.

Fazit: Auch aus solchen Touren lernt man, und das ist ja manchmal auch das wichtigste denn was man auf die schmerfhafte Art lernt bleibt einem auch meist länger;

1) Wenn man solch eine grosse Strecke gedenkt anzugehen sollte man sie genau ausmessen!

2) In der Nacht an Höfen vorbei zu wandern kann heikel sein wegen Hunden!

3) Man sollte vor solch einem Projekt ALLES Material genau kontrollieren um böse Überraschungen zu vermeiden.

4) Man sollte immer auch ein Scheitern akzeptieren können, solange alle gesund nach Hause kommen und man eine gute Zeit hatte hat es sich trotzdem gelohnt.

Tourengänger: Berglurch, TeamMoomin


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Kommentare (8)


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Sputnik Pro hat gesagt:
Gesendet am 18. Mai 2014 um 17:56
Oje, Pech gehabt... nächstmals macht ihr den Rest mit dem Fahrrad, dann klappts bestimmt! Und nicht vergessen: Ein Pfefferspray gegen die Bauernhofhunde!

Gruss, Andi

TeamMoomin hat gesagt: RE:
Gesendet am 18. Mai 2014 um 21:50
Oder eben doch noch mal zu fuss ein Versuch jetzt sinds ja doch schon weniger kilometer für den Rest, mal schauen...

Gruss Oli und Moomin

ossi hat gesagt: Nun...
Gesendet am 18. Mai 2014 um 20:15
...das klingt eigentlich nach einer klassischen Berglurch-tour: Man nimmt sich viel vor und fliegt bereits auf den ersten Metern auf die Nase...;) und genau deshalb geh ich mit dem Typ so gerne fort...

TeamMoomin hat gesagt: RE:Nun...
Gesendet am 18. Mai 2014 um 21:52
Hehe...wie nett... nein eigentlich ist das für unsere geimsamen Touren normalerweise nicht so, wir machen aber auch nicht so Wahsinnstouren wie Ihr (z.B. steilste Couloir der Schweiz) das muss halt Klaus weiterhin mit dir machen ;-)

Gruss Oli und Moomin

Berglurch hat gesagt: Gescheit gescheitert...
Gesendet am 18. Mai 2014 um 22:59
Ja, so ist das: Ich scheitere an den längsten Touren im Aargau, den steilsten Couloirs der Alpen, den schönsten Matterhorn - Doubles und manchmal sogar am SBB Fahrplan.
Kaum ein Berg, an dem ich noch nicht gescheitert wäre...

Tobi hat gesagt: Grosses vorgenommen...
Gesendet am 21. Mai 2014 um 18:58
...und grandios gescheitert :-)

Aber wer nicht wagt, der gewinnt nie! Und danke, dass ihr uns an dieser lustigen Geschichte habt teilhaben lassen.

Ein einfacherer Brocken zum Anfangen wäre vielleicht das Projekt aller Thurgauer Gipfel...

Wünsche euch Pechvögel weiterhin tolle Touren, egal wie lang diese sein mögen.

Gruss Tobi

TeamMoomin hat gesagt: RE:Grosses vorgenommen...
Gesendet am 21. Mai 2014 um 19:16
Danke für das Lob vom Monstertourenprofi, das freut.

Ja ein Versuch wars wert, und wer weiss wie weit wir gekommen wären ohne die Pannen?

Thurgau haben wir schon alle (einzeln mit meiner Mutter als Spaziergänge gesammelt), und Schaffhausen war nicht wirklich hart, und die meisten anderen sind wohl definitiv noch unmöglicher.

Mal schauen vielleicht gibts im Herbst nochmals ein Versuch....

Lg Oli und Moomin

Tobi hat gesagt: Noch ein Tipp
Gesendet am 21. Mai 2014 um 20:11
*Kt. Zug...

Etwas anspruchsvoller als Schaffhausen, gerade richtig für die Zwischensaison...

Gruss Tobi


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