Mutschen Südanstieg und Kreuzberge VII und VIII


Publiziert von Delta Pro , 13. August 2008 um 08:25.

Region: Welt » Schweiz » St.Gallen
Tour Datum: 9 August 2008
Wandern Schwierigkeit: T6 - schwieriges Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: WS
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: Alpstein   CH-SG 
Zeitbedarf: 5:00
Aufstieg: 1530 m
Abstieg: 1530 m

Eine nasse Nebel-Tour auf vergessenen Pfaden auf den Mutschen mit einer Klettereinlage an den Kreuzbergen

 

Der Mutschen ist ein sehr beliebter Wandergipfel im Alpstein, der einfach zu bestiegen ist und schöne Tiefblicke ins Rheintal und ins Ländle bietet. Die Zustiege sind von allen Seiten her jedoch recht lang und nicht besonders spannend. Der Südanstieg zum Mutschen ist eine steilere Variante auf den Gipfel zu gelangen, der für alle Wanderer geeignet ist, die einmal abseits der ausgetretenen Pfade im Alpstein unterwegs sein möchten.

 

Die Kreuzberge sind seit Jahrzehnten weitum bekannte Kletterberge. Die Gestalt der acht Felstürme ist eindrücklich und hat eine irgendwie geheimnisvolle Ausstrahlung. Eine Vielzahl von Kletterrouten in unterschiedlichen Schwierigkeiten durchzieht die Wände der Kreuzberge. Erstaunlicherweise lassen sich aber mehrere Gipfel mit kurzen Klettereien im zweiten Grad erklimmen und können deshalb auch für den geübten Alpinwanderer ein interessantes Ziel darstellen.

 

Mutschen Südanstieg (T4+)

Der Aufstieg verläuft durchgehend auf Weglein, teils sind deutliche Markierungen vorhanden. Das Gelände ist, besonders im oberen Teil, recht steil, jedoch sind nirgends Probleme zu erwarten, so dass der Weg durchaus auch für Personen mit wenig Alpin-Wander-Erfahrung begehbar ist. Der Routenverlauf ist teilweise etwas umständlich (zwei kleinere Abstiege). Bei Nässe ist die Wegspur schlammig und dann kein besonderes Vergnügen. Bei schönem Wetter sollten sich aber schöne Ausblicke auf die Rheinebene bieten.

Von Wildhaus auf dem Fahrsträsschen über Schönenboden auf die Sommerigchöpf (Wegweiser). Vom waldigen Gipfel mit drei (!) Ruhebänken auf einem wenig ausgetretenen, aber schönen Moorweg durch lichten Wald gegen Norden. Dabei folgt man einer Geländekante und erreicht so auf einer Höhe von 1480 m.ü.M. einen Querweg (von Schafen stark ausgetreten), dem man absteigend nach rechts folgt. Auf einem steilen, aber intakten Weg steigt man zu den idyllischen Alphütten von Säss auf und erreicht nach einer langen Querung den blau markierten Mutschenweg (der bei der Alp Loch startet) in Fälen. Auf dem zum Teil exzessiv markierten, aber recht undeutlichen Pfad steigt man durch steile Schafweiden mehr oder weniger in der Falllinie bis zum Sattel zwischen Mutschen und Gätterifirst und dann gegen rechts auf den Gipfel. Vorsicht: Horizontal verlaufende Schafwege sind oft viel deutlicher als der eigentliche Wanderweg. Heute war der Aufstieg ein Blindflug im Nebel und pflotschnassem, langen Gras – ich war deshalb gleichermassen bis auf die Haut durchnässt und froh, oben zu sein.

 

Kreuzberg VIII (T6, II-)

Vom Sattel zwischen Kreuzbergen und Mutschen folgt man zuerst kurz dem Wiesenkamm und steigt dann rund 20m ans Ende des Kamins ab, das Kreuzberg VII und VIII trennt. Durch den Kamin erreicht man den Sattel zwischen VII und VIII. Zwei Felsstufen (I) müssen darin überklettert werden, wobei besonders die untere steil ist (nach rechts halten). Vom Sattel erreicht man in einfacher Kraxelei (eine kurze Stelle II, Rest I) den Kreuzberg VIII, den einfachsten Gipfel der Kreuzberge.

 

Kreuzberg VII (T6, II)

Die Normalroute auf Kreuzberg VII, immerhin der höchste der Kette, ist im Führer mit WS-, II- bewertet. Die Kletterei kam mir (wohl nicht nur wegen meiner eiskalten Hände und der Nässe) schwerer vor. Seilsicherung ist hier nicht abwegig. Vom Sattel VII/VIII entlang wenig ausgeprägter, steiler Risse rund 25m gerade hinauf zu einer glatten Felswand (II/II+?, teils etwas grasig). Von dort klettert man nach links entlang eines schräg hinaufziehenden Risses oder leicht ausserhalb davon ziemlich ausgesetzt auf den Gipfel (II-). Abklettern auf der gleichen Route, Abseilen ist möglich. Abstieg nach Wildhaus über den Mutschensattel und den schrecklich schlammigen Weg über Alp Tesel und das Fürentobel.


Tourengänger: Delta

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Kommentare (1)


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NiklSchr hat gesagt: Einfachster Kreuzberg
Gesendet am 13. August 2008 um 11:30
Hoi Delta,

den Kreuzberg III durch den Kamin finde ich noch einfacher zu besteigen als den Kreuzberg VIII auf der von Dir beschriebenen Route. Aber es sind über 10 Jahre dazwischen, vielleicht hat sich meine Wahrnehmung auch verändert... ;)


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