"Wir haben es (auch) gefunden".....nicht das Ei!


Publiziert von Henrik , 19. Mai 2014 um 14:01.

Region: Welt » Schweiz » Basel Land
Tour Datum:17 Mai 2014
Wandern Schwierigkeit: T1 - Wandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-BL 
Zeitbedarf: 1:30
Aufstieg: 330 m
Abstieg: 330 m
Strecke:Rund um und auf den Wisenberg
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Das Claudiamobil
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Das Claudiamobil
Unterkunftmöglichkeiten:Nur als Kurgast möglich!
Kartennummer:Wiider emol s'Baselbiet

... nach „schier“ fast nicht mehr überschaubaren häufigen Visiten und Tischbesuchen in der Romandie und in den Franches Montagnes bat Claudia um das nahe Baselland. Wir haben es ein wenig vernachlässigt und so kramte ich im pdf.-Köcher „Beizen im Baselbiet“ und stocherte da ein wenig in der „Tiefe“ herum. Auch auf hikr. findet sich sogar ohne den spezifischen Explorer das eine oder andere „Ei“, ei, ei ei und Einerlei. Das blieb nicht ohne Folgen: wir brachen mit dem Claudiamobil auf nach Bad Ramsach. Da Claudia im Gegensatz zu mir die A 22 im Ergolztal (Pratteln – Liestal) noch nicht befahren hatte, fuhren wir diesen Weg – ihr Kommentar zur Linienführung: Hut ab,  Frau Pegoraro!
 
... in Sissach verlässt man die Autobahn und gelangt ins Homburgertal, das bis heute Eisenbahngeschichte schreibt. Noch fährt es, das Läufelfingerli – wir standen am beschrankten Bahnübergang, als eben ein „Thurbo“ nach Olten vorbeiflitzte. An der Hauptstrasse durchs Tal liegen Thürnen, Diepflingen, Rümlingen, Buckten und schliesslich Läufelfingen. Beinahe (wir bewegen uns nach wie vor „navifrei“) verpassten wir die Abzweigung, da wir den Viadukt im Fokus hatten. Ohne zwingend hier die heutigen Viadukte baulich zu schmälern, aber das Gebotene in Rümlingen hat schon was Aussergewöhnliches, man achte auf die Medaillons zwischen den Bögen.
 
... kurz vor Häfelfingen [Die Gemeinde Häfelfingen ist mit knapp 260 Einwohnern die 4. kleinste Gemeinde im Kanton und liegt in idyllischer Landschaft, von Obstbäumen umgeben am Rande des Baselbiets] (eines der ganz wenigen Ortschaften im Kanton Baselland, in der es weder eine Kirche noch eine Beiz gibt) steigt die Strasse kräftig an (bis zu 18%), da kommt das Claudiamobil ins Keuchen! Die Kirschblütenblüte ist vorbei, sodass das, was diese Landschaft zum ganz besondern Erlebnis macht, jetzt doch schon passé ist – wir nähern uns der einzigen Höhenklinik auf Baselbieter Boden: Bad Ramsach. Der PP ist gut belegt, wir ärgern uns über Halter, die nicht in der Lage sind, ihre Karosse innerhalb der weissen Felder zu parkieren und damit Plätze blockieren, Parken will gelernt sein! Mir entfährt es: „Bireweich!“.
 
... schon vom PP aus sind einige der Skulpturen zu sehen, die noch bis Mitte Juni hier zu besichtigen sind. Langsam beginnen wir diesen Spaziergang auf einem der WW, die vom Hauptwegweiser dazu auffordern. Beim Hofgut Untere Hupp treten wir ins Freie mit einem überwältigenden Blick nach  Westen und Süden: dort ragt der schneebedeckte Pilatus aus dem Dunst auf, und gegen Südwest der Ifletenberg, der Belchen und wie der Bug eines Giganten der Meere der Rehhag, darüber hinaus sind auch der Passwang und sogar die Ulmethöchi zu erkennen. Kunst scheint auch die Natur zu beflügeln bzw. die Nutzer des Waldes. So liegt geschlagenes Holz fast noch unbeschnitten als wirrer Haufen da oder liegt am Boden ein Häufchen „Rindensalat“ (bitte nicht darauf aufmerksam machen, dass das ggf. völlig falsch geschrieben sei – das ist  Absicht, Kunst beflügelt!). Grün in allen Schattierungen umgibt uns.


... wir betreten den Wald beim Langacker, dort findet sich „Waldkunst“, später finden wir auf dem Waldweg eine Blindschleiche, die trotz den Erschütterungen nicht das Weite sucht. Auf dem Wisenberg überkommt uns keine Lust, den Turm zu besteigen, stattdessen setzen wir uns auf einen der wuchtigen Holzbänke, die zum Rasten einladen. Der Wisenberg steht auf Baselbieterboden, das Solothurnische ist aber ganz in dessen Nähe, die Kantonsgrenze durchschneidet diesen Jurahügel, auf dem ein Turm in Beton und Gusseisen errichtet worden ist, der mit dem Waldwachstum in die Höhe Schritt gehalten hat, wie dieser Link besagt. Vielleicht ein guter Vorschlag, dem man mit ausreichend Fantasie auch anderswo nachkommen kann?
 
... der Hunger meldet sich. Und die Bise auch. Die Fleecejackenkragen ziehen wir uns an das Kinn und eilen etwas geschwinder nach unten. Beim Pt. 942 lodert ein Feuerchen, das Wanderer entfacht haben, zu Tische sitzt da ein Paar. Und inspiriert uns gleichermassen, so etwas diese Woche auch zu tun – jetzt ist die Zeit gekommen, sich mit des Schweizers liebsten Wurst draussen zu verköstigen. Statt die Abkürzung Tüfelschuchi einzuschlagen, bleiben wir auf dem breiten Weg, denn zu Tische sitzen könnten wir schon jetzt, aber die Warme Küche öffnet erst um halb sechs.
 
... ein bisschen Zeit verbleibt, sodass wir uns eine Schleife Skulpturen verordnen – da Claudia hier unlängst schon einmal diesen entlang spaziert ist, verzichten wir auf dessen gesamte Länge. Und treten ein ins Restaurant Bad Ramsach, dessen Speisesaal hin nach Norden mit viel Aussicht und Licht verzaubert: bis weit zu den Vogesen, über die eine Gewitterfront hinweg zieht und auch ins Badische, mit dem erkennbaren Belchen und Blauen. Die meisten der Tische scheinen reserviert zu sein. Wir finden einen Tisch an der Täferwand, mit Blick hinaus aus den Panoramafenstern.
 
...im Glas perlt ein Sissacher Chardonnay, später wärmt sich ein Merlot Tamborini an und auf die Teller gelangt ein Kaninchenfilet und ein Zürcher Gschnätzelts – Prädikat: versalzen! Das verstehen wir schon überhaupt nicht, wie in einem klinikgeführten Lokal und Restaurant so etwas geschehen kann – deshalb auch der vexierhafte Titel.
Wir fanden zwar bestechendes Grün, Kunst am Waldrand und in dessen Gefilde, Gewitterstimmungen und ein loderndes Feuer. Trotzdem, wir empfehlen das Lokal einfach schon der Aussicht wegen und  die Umgebung hat auch nach Ende der Skulpturenausstellung den Wisenberg weiterhin im Programm.
 
... Ei, Ei, Sir!
 
 
 Gourmessa mit Claudia

Tourengänger: Henrik


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Kommentare (1)


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Felix Pro hat gesagt:
Gesendet am 22. Mai 2014 um 18:21
herrlich - schön; wieder einmal einer deiner Berichte!

lg Felix


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