Roadtrip Schottland , Edinburgh - Isle of Skye


Publiziert von Andy84 , 4. Juni 2014 um 12:26.

Region: Welt » United Kindom » Schottland
Tour Datum:10 Mai 2014
Wandern Schwierigkeit: T2 - Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: GB 
Zeitbedarf: 5 Tage

Seit langem haben wir uns auf diesen Kurztrip gefreut, nun war es endlich soweit.
Mit meinen Eltern flogen Diana und ich von München nach Edinburgh um meinem Bruder zu besuchen, der dort sein Auslandssemester vom Studium absolviert hat. Gemeinsam wollen wir auf einer Art Roadtrip einen Einblick in das schöne Schottland genießen.


Tag 1:     10.05.2014    Edinburgh

Nachdem wir am Vorabend in Edinburgh gelandet sind wollen wir uns heute die schöne Stadt anschauen.
Mit dem Bus geht es zunächst in die Altstadt hinein. Das Tagesticket ist für 3 Pfund erhältlich, man sollte das Geld allerdings passend haben. An der Victoria Street steigen wir aus und schlendern an vielen kleinen bunten und sehr schön dekorierten Läden hinab zum Grassmarket, einem historischen Marktplatz.
Von diesem geht es nun hinauf zum Edinburgh Castle, das hoch über Edinburgh auf dem Castle Rock, einem alten erloschenen Vulkankegel thront. Wir schauen uns das Schloss allerdings nur von außen an, die 16 Pfund Eintritt sind uns dann doch zu viel. Die Aussicht auf ganz Edinburgh ist allerdings wirklich schön. Weiter geht es die Royal Mile hinab in Richtung St. Mary´s Cathedral.Zuvor statten wir einem großen Whisky Laden noch einen Besuch ab. Schon erstaunlich wie viele unterschiedliche Sorten und Geschmacksrichtungen es gibt.
Nachdem wir die Kathedrale besucht haben geht es weiter auf den Calton Hill. Der Calton Hill mit dem Nelson Monument und der nie über eine Säulenreihe hinausgekommenen Akropolis bietet einen Blick über Princes Street und New Town Richtung Castle, Palace of Holyrood House, Arthurs Seat und dem neuen schottischen Parlament bis zum Hafen nach Leith.
Der Arthurs Seat sticht einem dabei besonders ins Auge und so beschließen wir noch eine kurze Wanderung dranzuhängen um von dort oben die Aussicht auf Edinburgh zu bestaunen. Durch kleine Gässchen geht es den steilen Felswänden, den sogenannten Salisbury Crags entgegen. Ein breiter Weg führt dabei direkt unter diesen hinweg. Gemütlich geht es hinauf, die Steilwände werden dabei einmal umrundet. Man gelangt in einen kleinen Kessel zwischen den Salisbury Crags und dem Arthurs Seat. Mehrere Wege führen nun auf diesen hinauf, wir entscheiden uns für den etwas steileren. Der höchste Punkt ist schnell erreicht und die Aussicht kann sich wirklich sehen lassen. Auf der anderen Seite geht es wieder hinunter bis zur Straße, wo es mit einem typischen schottischen Taxi zurück in die Innenstadt geht. Bei einem gemütlichen Abendessen lassen wir unseren ersten Tag in Schottland dann ausklingen.
 


Tag 2:    11.05.2014     Edinburgh - Oban -  Fort William      (ca. 320 km)
 
In der Früh geht es mit dem Bus an den Flughafen, wo wir unseren Mietwagen für die nächsten 4 Tage abholen. Zurück zur Wohnung, alles einpacken und los geht es. Unser erstes Ziel auf dem Weg in die Highlands ist dabei das Stirling Castle. Dieses Schloss liegt wie das Edinburgh Castle auf einem steilen Hügel vulkanischen Ursprungs und überragt so die nähere Umgebung. Da wir allerdings nur einen kurzen Zwischenstopp auf unserem Weg nach Norden machen wollten und der Eintritt auch bei gut 15 Pfund pro Person liegt, schauen wir uns die Burg nur von außen an und schlendern etwas durch den schönen großen und sehr gepflegten anliegenden Friedhof. Man hat ebenfalls einen wunderschönen Blick auf das naheliegende Wallace Monument.
So geht es weiter nach Nordwesten in den „Loch Lomond and the Trossachs National Park“ hinein. Die Landschaft durch die wir nun fahren ist wunderschön, genauso wie wir uns Schottland vorgestellt haben. An unzähligen „Löchern“ und wunderschönen Gebirgszügen vorbei geht es in Richtung Glencoe. Mehrere Male halten wir für Fotopausen an und würden am liebsten die Wanderschuhe anziehen und einfach loslaufen, nur leider haben wir ein recht straffes Programm vor uns. Das kommt davon wenn man alles auf einmal sehen will. ;-)
 Das letzte Stück bis Glencoe geht es dann durch das idyllische und atemberaubend schöne Glen Coe Tal. Mehrere bekannte Filme wurden hier gedreht (Braveheart, Highlander, James Bond-Skyfall und Harry Potter-Der Gefangene von Askaban). Es ist nicht verwunderlich warum dieses Tal so oft zum Schauplatz für Filme hergenommen wurde. Bei der Fahrt sticht einem Berggeisterten dabei besonders der imposante Buachaille Etive Mor ins Auge, der aufgrund seiner eher abweisenden Form aus den sonstigen gemächlichen Hügeln heraussticht. WoPo1961 hat auch einen sehr interessanten Bericht über diesen Berg verfasst.
Von Glencoe machen wir noch einen kurzen Abstecher nach Süden in das kleine Fischerdörfchen und Fährhafen Oban, um dort in einem im Führer empfohlenen Fischlokal essen zu gehen. Gut gestärkt geht es dann zurück in Richtung Glencoe und weiter nach Fort William das unser bereits gebuchtes Hotel.
Eigentlich wollten Diana und ich in dieser Nacht zum Sonnenaufgang hin auf den Ben Nevis, den höchsten Schottischen und Englischen Berg steigen, aber als wir um drei Uhr einen Blick aus dem Hotel hinaus wagten, regnete es sehr stark und die Sicht war alles andere als berauschend. Und das bei 4 Grad auf Meereshöhe. Wie es dann auf dem Gipfel ausgesehen hat kann man sich dann gut vorstellen. So legten wir uns richtig enttäuscht wieder ins Bett.
 

Tag 3:    12.05.2014        Fort William – Portree   (ca. 270 km)
 
Nach einem ausgiebigen Frühstück geht es heute zunächst in Richtung Westen, wo wir uns das Glenfinnan Viaduct ansehen. Dies ist eine sehr bekannte Eisenbahn-Betonbrücke, die ebenfalls in etlichen Film, vorallem in den Harry Potter Filmen gezeigt wurde. Dem Viaduct vorgelagert steht noch ein alter kleiner Gefängnisturm. Man kann eine kleine Rundwanderung um das Viaduct herum unternehmen, wir sind auf einen kleinen Aussichtshügel aufgestiegen.
Danach geht es zurück nach Fort William und weiter in Richtung unseres Hauptzieles, der Isle of Skye. Auf den Weg dahin geht es wieder an einigen idyllischen „Löchern“ vorbei nach Dornie. Dort befindet sich das Eilean Donan Castle, welches entgegen der bereits besuchten Burgen auf keinem Vulkankegel steht, sondern auf einer kleinen Landzunge. Diese Burge hat  eine sehr bewegte Vergangenheit hinter sich und war aufgrund ihrer schönen Lage ebenfalls mehrere Male Schauplatz namhafter Filmproduktionen.
Obwohl sich die Isle of Skye nun bereits in Reichweite befand, machten wir noch einen kurzen Umweg in die „Karibik Schottlands“, dem kleinen Fischerörtchen Plockton. Aufgrund dessen Lage herrscht hier ein recht mildes Klima, weswegen hier sogar eine Art Palmen wächst, die aus Neuseeland stammenden Cabbage-Trees.
Wenn man an durch das kleine Örtchen schlendert hat man wirklich nicht das Gefühl das man sich in Schottland befindet, vorallem wenn man auch noch mit dem Wetter so Glück hat wie wir. Auf einer kleinen Landstraße geht es nun an wunderschönen Küstenabschnitten nach Kyle of Lochalsh und von dort über die Skye Bridge, der einzigen Verbindung der Isle of Skye zum Festland.
Auf der Küstenstraße geht es nun durch die kleinen Örtchen Broadford und Sligachan hindurch nach Portree, unserem heutigen Ziel, wo wir nach einigem Suchen ein wunderschönes Bed and Breakfast finden. Bei der Fahrt dorthin hat man durchgehend schöne Ausblicke auf die naheliegenden Inseln, aber auch in die weite unberührte Wildnis dieser Insel.
Portree ist mit knapp 2100 Einwohner der Hauptort der Isle of Skye und hat mit seinen bunten Häusern am Hafen einen ganz eigenen netten Flair.


Tag 4:   Portree - Isle of Skye - Fort William    (ca. 430 km)

Am heutigen Tag wollen wir uns die ganzen Highlights der Isle of Skye ansehen, weswegen wir recht früh starten, da wir sehr volles Tagesprogramm haben. Es geht von Portree in Richtung Norden, wo einem schnell der Old man of Storr ins Auge sticht, ein paar sehr spitze Felsnadeln vor dem einem steilen Felsabbruch , sogenannten Storr. Wir parken direkt am Parkplatz an der Straße und wandern ein Stück in dessen Richtung. Da wir allerdings kaum Zeit haben machen wir nur aus der Ferne ein paar Bilder und gehen zum Auto zurück und fahren weiter Richtung Norden, wo wir als nächstes bei An Cailc Halt machen, einer alten verfallenen Kieselgur- Fabrik.Diese  liegt wunderschön in einer kleinen Bucht mit steilen Felswänden im Hintergrund.
Nur ein paar Kilometer weiter ist der nächste Aussichtspunkt, von welchem man eine tolle Sicht auf eines der Highlights der Isle of Skye hat, dem Kilt Rock. Links und rechts des Aussichtspunktes ragen die Steilklippen aus dem Meer heraus, ein super Anblick. Danach geht es auf einen Abstecher ins Landesinnere, zum Quiraing Viewpoint, von dem man eine wunderschöne Aussicht auf Skye hat. Hier starten auch etliche Wanderwege und wir würden ebenfalls am liebsten loslegen.
Zurück an der Ostküste geht es weiter nach Nord an der Nordküste entlang zum Duntulm Castle , einer alten verfallenen Ruine von der man eine schöne Aussicht auf den Weiterweg an der Westküste hat, an welcher wir nun nach Süden fahren. Nach einem kurzen Abstecher im schönen Skye Museum of Island Life gelangen wir nach Uig, einem netten Fischerdörfchen und wichtigen Fährhafen, wo wir eine kurze Mittagspause einlegen. Ein gutes Stück weiter südlich passieren wir das Dunvegan Castle, welches wir jedoch wieder nur von der Weite betrachten und uns lieber auf den Weg zum Coral Beach machen. Das Auto parken wir am Parkplatz und wandern gut eine halbe Stunde an der Küste entlang zum weißen Strand, von welchem wir auch einige Seerobben im Wasser bestaunen können.
Als nächstes geht es zum Neist Point Lighthouse, einem wunderschön auf einem Felsvorsprung gelegenem Leuchtturm, welcher zugleich der westlichste Punkt der Isle of Skye ist und eines seiner Highlights.
Nun geht es ein gutes Stück nach Süden, vorbei an wunderschönen einsamen Küstenabschnitten ins Landesinnere an die Black Cullins heran zu den Fairy Pools, einem Gebirgsbach, der in unzähligen kleinen Wasserfällen und Becken aus den Bergen heraus entspringt. Für diese nette Wanderung in der Abendsonne haben wir uns eine gute Stunde gegönnt bevor wir nach Sligachan zum Abendessen weiterfahren und danach in der Nacht zurück nach Fort William in unser Hotel fahren.

Das war heute ein sehr eindrücklicher, aber auch anstrengender Tag mit vielen wunderschönen Plätzen. Wir hätten uns gewünscht für die Isle of Skye deutlich mehr Zeit zur Verfügung zu haben. Aber das wird beim nächsten Besuch sicherlich nachgeholt, wo wir uns die schönen Ecken dann bei ausgiebigen Wanderungen ansehen werden.


Tag 5:     Fort William  -  Glasgow - Edinburgh   (ca.250 km)

Heute steht noch die Rückreise nach Edinburgh an. Zunächst geht es wieder durch das wunderschöne Glen Coe Tal und dann weiter in den Loch Lomond National Park und an der Küste des Loch Lomonds, dem größten See Schottlands vorbei nach Glasgow, wo wir nur kurz Mittagessen gehen und dann weiter nach Edinburgh an den Flughafen fahren.



Fazit:

Ein toller Kurztrip in ein wunderschönes Land. Da wir nur wenig Zeit hatten, aber so viel wie möglich sehen wollten, blieb uns leider nur wenig Zeit für Wanderungen.
Die Isle of Skye ist für einen Schottlandliebhaber ein Muss und hat uns Neulinge auch sofort in ihren Bann gezogen. Unberührte Landschaften, Steilküsten, alte Ruinen und wunderschöne Berge, aber auch die außerordentlich Freundlichen Einwohner prägen die Insel.
Wir fahren auf alle Fälle wieder nach Schottland, das nächste mal allerdings mit deutlich mehr Zeit im Gepäck und dann sicherlich zum wandern.



Nützliche Links für eine Schottlandreise:
http://www.theskyeguide.com/
http://www.myhighlands.de/
http://www.munromagic.com/
Das Buch "Lonely Planet - Schottland"


Unsere Unterkünfte:
http://www.clanmacduff.co.uk/index.php                Fort William
http://greenacres-skye.co.uk/                                   Portree  (sehr zu empfehlen)


Tourengänger: Andy84, Diana


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Kommentare (4)


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mabon hat gesagt: Schöne...
Gesendet am 5. Juni 2014 um 08:45
...Impressionen; so ähnlich haben wir das anno 1994 auch gemacht. Damals gab es die Brücke zur Isle Of Skye noch nicht und man musste auf die Fähre warten. Hattet Ihr bei den Wanderungen auch so viele Mücken?

Andy84 hat gesagt: RE:Schöne...
Gesendet am 5. Juni 2014 um 09:08
Grias di.
Waren ja leider nicht allzuviel wandern, aber da hatten wir keine Probleme mit Mücken.
VG Andy

TeamMoomin hat gesagt: Danke
Gesendet am 9. Juni 2014 um 21:35
für die schönen Fotos aus diesem tollen Land, ja nun ist Schottland wieder etwas weiter oben auf meiner Reisewunschliste.

Lg Oli und Moomin

Andy84 hat gesagt: RE:Danke
Gesendet am 13. Juni 2014 um 23:49
Gern geschehen ;-)
Freut mich das es dir gefallen hat.
VG Andy


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