Blaubergstock 2865m - Lochberg 3074m


Publiziert von Bergamotte Pro , 11. Mai 2014 um 14:44.

Region: Welt » Schweiz » Uri
Tour Datum:10 Mai 2014
Ski Schwierigkeit: ZS
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-UR 
Zeitbedarf: 4:15
Aufstieg: 1550 m
Abstieg: 1550 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:PW bis Göscheneralp. Die Strasse wird im Frühling jeweils etappenweise freigegeben. Aktueller Stand: www.goeschenen.ch. Gwüest (1576m) lässt sich aber jederzeit per Alpentaxi erreichen.
Kartennummer:255S (R. 770a, 771)

Sobald die Strasse zum Göscheneralpsee freigegeben wird, schlägt die Stunde von Lochberg und Müeterlishorn. Massentourismus wie auf anderen Frühjahresklassikern findet man in diesem abgelegenen Tal dennoch nicht. Im Gegensatz zu seinen prominenteren Nachbarn erhält der Blaubergstock hingegen kaum Besuch. In der Tat vermag er hinsichtlich Aussicht und Abfahrtsvergnügen nicht ganz mithalten, doch zumindest bei mir sticht Einsamkeit fast immer.

Nach dem kurzen Fussmarsch von der Göscheneralp (1782m) über den Staudamm können die Skier montiert werden. Die Steiltraverse oberhalb dem See ist zwar bereits arg zerpflückt, doch momentan kommt man mit zwei kurzen Portagen durch. Dank der reduzierten Abstrahlung heute ist die Unterlage weich und diese Schlüsselstelle problemlos zu meistern. Bei Hartschnee wird aus der "ZS" aber rasch eine anspruchsvolle "S", im dümmsten Fall sind gar Steigeisen angebracht.

Im anschliessenden Aufstieg zum Älpergensee (2511m) liegt noch ausreichend Weiss für mehrere Wochen Skivergnügen. Vom Hang beim Vorder Feldschijen zieht in diesem Jahr ein riesiger Lawinenkegel hinab. Nach dessen Querung folgt eine kurze Steilstufe (ca 35°), anschliessend ideale Neigung bis auf die Gipfel. Bis zum See habe ich die vor mir gestarteten Gruppen überholt. Heute sind ungefähr 20 Leute im Gebiet unterwegs. Spätestens beim Seelein trennen sich die Routen auf Müeterlishorn, Blaubergstock und Lochberg. Ich ziehe geradeaus weiter durch die sanfte Mulde, welche erst kurz vor der Älpergenlücke (2781m) aufsteilt. Ab hier steigt man (zumindest teilweise) zu Fuss über den Grat zum Blaubergstock (2865m) hoch. Statt Skidepot in der Lücke empfehle ich aber Huckepack, denn vom Gipfel kann direkt abgefahren werden (ca. 40°).

Die Idee, auch noch den Lochberg zu begehen, kam mir spontan, denn ich war früh dran und die Hänge unterhalb vom Blaubergstock noch zu hart für Abfahrtsvergnügen. Also quere ich steil in die grosse Firnflanke beim Lochberg hinein (bis ca. 2620m runter), von wo ich in direkter Linie zur Normalroute hochsteige. Da ich zügig unterwegs bin, überhole ich eine der Gruppen gar ein zweites Mal... Es wär auch zu schade, würde ich den idealen Abfahrtsmoment verpassen. Das Wetter auf dem Lochberg (3074m) präsentiert sich nicht besonders gemütlich, so folgt nach etwas Verpflegung und Schwatz bereits die Abfahrt. In direkter und teils steiler Linie erreiche ich über schönsten Firn die Mulde beim Seelein - der Tageshöhepunkt.

Anschliessend wird die Unterlage schnell faul, ist aber immer noch ansprechend zu fahren. Zurück durch die dreckige Traverse bis zum Staudamm, wo mittlerweile schönstes Sommerwetter herrscht. So verspüre ich wenig Lust, das idyllische Tälchen bereits zu verlassen. Nach Rumlümmeln am See deshalb zum Sünnele und Mittagessen in die Beiz im Gwüest, ein echter Tipp.


Zeiten (zügig)
2:30  Blaubergstock
1:05  Lochberg
0:40  Göscheneralp

Tourengänger: Bergamotte

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