Piz Calderas (3397m), Tschima da Flix (3316m) & Piz Picuogl (3333m)


Publiziert von أجنبي , 13. April 2014 um 01:01.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Oberhalbstein
Tour Datum: 7 April 2014
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Ski Schwierigkeit: WS
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR 
Aufstieg: 1050 m
Abstieg: 1050 m
Strecke:464a & 465a nach SAC-Führer „Skitouren Graubünden Süd”: Chamanna Jenatsch – Vadret Calderas – Piz Calderas – Vadret Calderas – Tschima da Flix P. 3301 – Tschima da Flix P. 3316 – Piz Picuogl – Tschima da Flix P. 3316 – Vadret Calderas – Chamanna Jenatsch
Zufahrt zum Ausgangspunkt:-
Zufahrt zum Ankunftspunkt:-
Unterkunftmöglichkeiten:Chamanna Jenatsch
Kartennummer:LK 1:50.000: 268 S Julierpass / LK 1:25.000: 1256 Bivio

Die schöne *Tour auf den Piz d'Agnel am Vortag machte uns so richtig gluschtig auf das Gebiet um die Jenatschhütte. Für Skitourengänger ist das Gebiet ein einziges Bijou, das begriffen wir schnell. Die Touren sind zwar allesamt recht kurz, doch wenn einem das zu wenig ist, reiht man einfach mehrere aneinander. So auch an diesem Montag: nur auf den Piz Calderas zu steigen wäre es uns etwas zu wenig gewesen, weshalb wir auch noch gleich einen Ausflug auf den Tschima da Flix und allenfalls den Piz Picuogl einplanten. Mit etwas über 1000hm immer noch ein recht gemütlicher Ausflug...

 

Frühstück in der Hütte war etwas gar früh, nämlich von 5.30 bis 6.30 Uhr. Wir aber wollten nicht allzu früh los, denn wir bevorzugen schöne Sulzabfahrten einer gefrorenen, verfahrenen Schneeholperei. Entsprechend gemütlich starteten wir in den Tag, liessen uns beim Frühstück Zeit und liefen erst um 7.15 Uhr bei der Hütte los. Alle anderen Besucher der Hütte hatten etwas anderes vor, weshalb wir uns mausalleine auf dem Vadret Calderas wiederfanden.

 

Bis auf 2900m ist das Gelände ziemlich sanft geneigt. Danach folgt eine Steilstufe bis auf knapp 3100m. Anstatt (wie auf der Skitourenkarte eingezeichnet) nach Osten auszuholen, mühten wir uns den Steilhang hoch. Das ist zwar schneller, bei Firnverhältnissen aber etwas mühsam. Das nächste Mal würde ich wohl den Umweg Richtung P. 3054 in Kauf nehmen.

 

Madame kämpfte immer noch mit ihrer Erkältung, schlug sich aber tapfer. Stress hatten wir ja keinen und kalt war es auch nicht, weshalb uns das gemächliche Tempo nicht störte. Auf dem oberen Teil des Gletschers wählten wir die gemütlichere Variante zum Calderas-Südosthang, welche westlich um P. 3166 herum führt. Der SO-Hang unseres Gipfels war arg gepflügt und trotz Sonneneinstrahlung noch pickelhart. Madame und ich hatten keine Lust, die Harscheisen doch noch auszupacken und machten daher etwa 100hm unter dem Gipfel Skidepot, während Kollegin C. noch etwas durch die SW-Flanke aufstieg.

 

Mit dem Pickel bewaffnet (am frühen Morgen angenehm, danach wohl überflüssig), stapften wir in die Höhe und erreichten um ca. 9.45 Uhr, also nach zweieinhalb Stunden Aufstieg, den höchsten Gipfel der Err-Gruppe, den Piz Calderas. Es war angenehm warm und es wehte kein Lüftchen, weshalb wir uns ordentlich Zeit liessen und eine 3er-Gruppe beobachteten, die auf dem Weg zum Piz d'Err Orientierungsprobleme bekundete und aus unerfindlichen Gründen P. 3308 überschritt oder dies zumindest versuchte. Eine grosse britische Gruppe war derweil erfolgreich daran, den Piz Jenatsch zu überschreiten.

 

Nach langer Pause stiegen wir zurück zu den Skis und mühten uns die ruppige SO-Flanke des Piz Calderas hinab. Unten hinaus, d.h. zurück auf den Vadret Calderas, wurde die Sache dann wesentlich fahrbarer. Madame's Hals wollte nicht länger bergsteigen, weshalb sie sich von Kollegin C. und mir verabschiedete. In der Folge spurteten wir in den Sattel zwischen P. 3301 und P. 3316. Dort deponierten wir die Skis und liefen in wenigen Minuten über den Grat bzw. einmal in dessen N-Flanke ausweichend zu P. 3301. Wir sind uns bis heute nicht sicher, ob dies nun der Tschima da Flix war oder ob P. 3316 der Gipfel desselben ist.

 

Nachdem wir wieder zum Sattel abgestiegen waren, ging's mit Steigeisen und Pickel bewaffnet durch die NW-Flanke zu P. 3316 hoch. Der Grat zum Piz Picuogl schaute interessant, doch für meine Verhältnisse recht schmal aus. Wir wagten einen Versuch. Was aus der Ferne sehr schmal schien, erwies sich in Tat und Wahrheit als mässig schmal und gut gespurt. Etwas Vorsicht konnte aber nicht schaden, zumal der Grat passagenweise ziemlich verwechtet war.

 

Keine fünf Minuten vor dem Gipfel folgte eine exponierte Kletterpassage in etwas zweifelhaftem Fels. Den Beginn bewältige ich nach kurzem Zögern, doch danach war mit die Sache zu ausgesetzt, weshalb Kollegin C. den Gipfel alleine erstürmte. Schade für mich, doch verkraftbar. Nach wenigen Minuten war Kollegin C. zurück und wir machten uns auf den Rückweg über den Grat. Um ca. 13 Uhr erreichten wir unser Skidepot im Sattel und gönnten uns die verdiente Mittagsrast.

 

Die Abfahrt zur Jenatschhütte entpuppte sich als hervorragend. Zunächst schlich ich mich der N-Wand des Piz Picuogl entlang, wofür ich mit (etwas gepresstem) Pulverschnee belohnt wurde. In der Folge holten wir etwas in Richtung P. 2963 aus, was uns erneut besten Schnee bot. Die letzten Sulzschneehänge liessen das Skitourenherz ebenfalls jauchzen und viel zu schnell waren wir zurück beim Panache auf der vollen Hüttenterrasse.

 

SLF: gering für trockene Lawinen, mässig für nasse Lawinen im Tagesverlauf


Tourengänger: أجنبي


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Kommentare (1)


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simba hat gesagt: Schöne 3 Tages-Runde!
Gesendet am 13. April 2014 um 18:00
Da habt ihr quasi einen meiner Tourenpläne für nächsten Winter 1 zu 1 gemacht und bebildert :) Jetzt freu ich mich noch mehr drauf!! Merci vielmals ;)

Beste Grüße
Si


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