Morgenkofel 3073m - Bloß nicht unterschätzen!


Publiziert von georgb Pro , 6. April 2014 um 18:54.

Region: Welt » Italien » Trentino-Südtirol
Tour Datum: 6 April 2014
Hochtouren Schwierigkeit: L
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Ski Schwierigkeit: ZS
Wegpunkte:
Geo-Tags: I 
Zeitbedarf: 6:00
Aufstieg: 1500 m
Abstieg: 1500 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Bruneck-Percha-Mühlbach- Parkplatz am Staubecken
Kartennummer:tabacco 033 Pustertal

Während manche Gipfel im Winter beinahe leichter zu erreichen sind, weil die Gletscherspalten geschlossen sind, oder Felsklettereien entschärft sein können, verhält es sich beim Morgenkofel entgegengesetzt. Im Sommer ist er ein gutmütiger Geselle, ein paar harmlose Kletterstellen und ein langer sanfter Rücken zum Schluss, für ausdauernde Geher gut erreichbar. Im Frühjahr dagegen, wenn die Steigspuren noch zugeschneit und die Hänge mit hartem Schnee bedeckt sind, ist er nicht zu unterschätzen. Im Hochwinter wird er sowieso kaum begangen, jede Menge lawinengefährdeter Hänge schrecken ab.
Wir haben einen guten Kompromiss abgewartet, noch findet man knapp oberhalb des Mühlbacher Badls genügend Schneeauflage und in den Höhenlagen ist sie schon verfestigt. 20 Minuten Gehstrecke zu Beginn und ein Stück am Gipfelhang sind natürlich für viele Tourengeher unattraktiv, aber ansonsten bewegen wir uns weitestgehend auf Skiern.
Schon beim Aufstieg zur verfallenen Hochalm müssen wir ein wenig links ausholen, immer den Schneeresten nach. Ab 2200m dann geschlossene Auflage, wir folgen den deutlichen Spuren Richtung Mühlwalder Jöchl und Schwarzer Wand. Auf ca. 2600m zweigt der markierte Sommerweg nach Westen ab und führt recht angenehm auf den lange Rücken. Doch auf dem felsigen Kamm hält sich der Schnee nicht, wir schnallen die Ski auf und kraxeln eine halbe Stunde mühsam, aber ungefährlich weiter. Bald lehnt sich der Rücken zurück und auf den letzten gut 100 Höhenmetern erreichen wir wieder mit Ski den Gipfel. Trotzdem bleibt es steil genug, der harte Schnee erfordert Vorsicht und exakten Kanteneinsatz!
Unsere Mühe wird aber nicht belohnt, von Norden ziehen immer wieder dichte Wolken in die Rieserferner, Gipfelpanorama fällt heute aus. Erst weiter unten im Tal öffnen sich die Wolken, doch bevor der Firn angenehm wird, sind wir schon im Faulschnee angekommen. Kein Problem, es war uns eine Ehre, dem Morgenkofel um diese Jahreszeit einen Besuch abstatten zu dürfen.

Tourengänger: georgb

Galerie


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