Surenenpass


Publiziert von stargazer , 31. März 2014 um 22:56.

Region: Welt » Schweiz » Uri
Tour Datum:29 März 2014
Schneeshuhtouren Schwierigkeit: WT3 - Anspruchsvolle Schneeschuhwanderung
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-UR   CH-OW 
Zeitbedarf: 8:00
Aufstieg: 750 m
Abstieg: 1300 m

Nachdem ich hier schon lange mit grossem Interesse die Berichte lese, hier mein erster eigener Bericht.

Am Samstag sollte das Wetter schön werden, also musste ich raus in die Berge. Los gings um 7 Uhr von der Talstation der Seilbahn Attinghausen Brüsti. Leider war bei der Mittelstation die Gondel schon gestopft voll mit Skitürlern, daher musste ich auf die nächste Bahn um 7:15 warten. Schon hier ging ein ordentlicher Föhnwind.

Ich war mir nicht sicher, ob ich über's Grat/Chraienhöreli sollte oder unten herum - im Spätwinter wird das Chraienhöreli nicht so sehr empfohlen wegen der Schneemassen und der Ausgesetztheit. Es war sicherlich auch die Schlüsselstelle der Tour. Es waren schon ein paar Schneebrocken abgebrochen - man konnte sich aber seitlich noch gut festhalten.

Danach gings auf meist guter Skispur, welche ich aber öfters direkter gespurt habe (Meist war der Schnee noch hart gefroren und daher hatten die Harschkrallen der Schneeschuhe idealen Halt - dadurch konnte ich recht direkt aufsteigen) oder aber teilweise auch parallel zur Skispur, um diese nicht zu sehr in Mitleidenschaft zu ziehen.

Der Föhn hatte mittlerweile nachgelassen, daher war der Aufstieg vom Langschnee zum Pass extrem schweisstreibend. Eigentlich wäre T-Shirt angesagt gewesen, wenn der hin und wieder aufflauende Wind nicht gewesen wäre. Immer wieder konnte man die paar Skitürler vom Eggenmandli abfahren sehen. Schon sehr faszinierend.

Umso höher es ging und um so später es wurde, um so weicher und nasser wurde der Schnee. Endlich kam ich dann am Pass an. Im Anbetracht der weiteren Strecke habe ich das Eggenmandli den Schneetürlern überlassen, um noch Chancen auf einen Skibus im Tal zu haben (Einmal im Sommer bin ich zu spät losgelaufen und da musste ich dann noch eine weitere Stunde bis nach Engelberg laufen). Also noch gemütlich bei der Schutzhütte unter dem Pass Mittagspause gemacht und dann einer der wenigen Skispuren entlang Richtung Blackenalp los.

Nach dem ersten grösseren Abstieg und einer längeren flachen Passage brachen die Skispuren dann mit einmal ab und ich stand vor einer grossen Steilstufe. Ich musste ein wenig zurück, konnte aber über ein Bachtobel gut abrutschen. Von da an bin ich bis zur Blackenalp meine eigene Spur gegangen. Mal rechts des Baches, mal links (je nachdem hatte man Pulverschnee oder Sulz), oder auch mal nur über die weiten enenen Flächen. Purer Schneeschuhgenuss. Schliesslich bei der Blackenalp vorbei wieder den Spuren entlang bis zur Abzweigung zur Fürenalp. Ab hier hat dann auch der Föhn wieder deutlich angezogen. Dem Gefühl nach dem Sommerwanderweg nach unterhalb des Wasserfalls abgestiegen und dann über Alpenrösli und Herrenrüti auf fast nicht endend wollendem immer weniger überschneiten Weg zur Talstation der Fürenalpbahn. Ein einziger Skitürler überholte mich noch, aber bei der Schneequalität im unteren Teil (Steine und zunehmend Matsch oder kein Schnee) taten mir seine Skier schon fast leid.

Endlich bin ich dann nach 8 Stunden bei der Führenalpbahn angekommen und musste dann auch keine 20 Minuten warten, um den Skibus nach Engelberg zu nehmen. Die nette Dame von der Führenalpbahn meinte noch, dass dieser Teil des Tales vom Föhn wie in Altdorf beeinflusst wird, während es in Engelberg windstill ist. (angeblich blies der älteste Urner zu der Zeit mit über 70 km/h) und dass der Surenenpass sehr selten von Schneeschuhwanderern begangen wird. Von Engelberg dann mit Bahn nach Luzern und von dort mit dem Bus nach Altdorf - von dort mangels Bus bei Föhnwind zu Fuss zurück zur Seilbahn in Attinghausen. Es war noch um 18:30 Uhr 17 C warm in Altdorf - in Luzern hatte es nur 12 C wenig später.

Ein anstrengender aber wunderschöner Tag ging zu Ende.

Die Bedingungen waren hervorragend, fast schon zu warm, aber die Lawinensituation schien verhältnismässig unkritisch (SLF: mässig) - Einzig vom Brunnistock lösten sich einzelne Eisstücke, welche aber nicht wirklich weit kamen. Die derzeitige Skispur vom Angistock zum Surenenpass quert sehr tief unter dem Brunnistock - sehr viel sicherer als vor ein paar Wochen, als die Spur sehr viel höher lag.

Insgesamt bin ich in 8 Stunden 4 Leuten begegnet und es waren schätzungsweise ca 10-15 Leute im Gebiet unterwegs. Insbesondere der Abstieg vom Pass nach Engelberg ist schwindellerregend einsam und ruhig, aber gerade deswegen unglaublich schön.

(Zeit inklusive Pausen)

Tourengänger: stargazer


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