Eldgja - Landmannalaugar


Publiziert von ferraril , 30. Juli 2008 um 11:34.

Region: Welt » Island
Tour Datum:16 Juli 2008
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Zeitbedarf: 4 Tage
Aufstieg: 4873 m
Strecke:Eldgja - Alftavötn - Strùtur - Alftavatn - Landmannalaugar (78,8 km)
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Per Bus der Firma "Reykjavik Excursions" http://www.re.is/home/iceland_on_your_own/detail/store373/item70967/
Zufahrt zum Ankunftspunkt:siehe oben
Unterkunftmöglichkeiten:Zelt oder Hütten des Ferðafélag Íslands http://fi.is/
Kartennummer:Fjallabak: Hekla - Laki (Mál og Menning Sérkort, 1:100'000)

Wunderschöne Wanderungen sind in Island keine Mangelware. Wenn man allerdings die Einsamkeit sucht, so muss man sich etwas von den bekannten Routen fern halten. Eine Garantie gibt es hingegen nicht.
So haben wir uns entschieden, nicht den Laugavegur in seiner gesamten Länge zu bewältigen, sondern unsere mehrtägige Zeltwanderung etwas abseits des bekannten Touristentrampelpfades zu beginnen, zum Schluss aber trotzdem unsere geschundenen Gliedmassen in der warmen Quelle der Landmänner (Landmannalaugar) badenderweise aufzuweichen.
Mit GPS und Wanderkarte bewaffnet machten wir uns also auf den Weg und mussten bald feststellen, dass es mit der Einsamkeit nicht weit her ist: Einerseits ist das Hochland in Island von Jeep-Pisten durchzogen und es gehört zu einem Volkssport mit höhergelegten Geländewagen mit mannshohen Rädern diese zu berasen, auf der anderen Seite wurde unsere Tour von einer geleiteten Gruppe praktisch identisch durchgeführt (mit dem Unterschied, dass deren Gepäck jeweils zum nächsten Übernachtungsort gekarrt wurde).


Wir starteten also ca. um 16 Uhr nachmittags, als der geländegängige "Reykjavik Excursion"-Bus uns bei der Feuerspalte "Eldgja" in die Wildnis entliess. Es stellte sich heraus, dass der, nicht markierte, Weg zwar zu finden ist, aber der Wanderkartenmassstab von 1:100'000 nicht gerade eine grosse Hilfe dabei darstellt. Über sanfte, moosbewachsene Hügel gelangten wir nach 11 Kilometern zur Alftavötnhütte, wo bereits ein isländisches Barbecue stattfand.
Am kommenden Morgen brachen wir früh auf, um die Strútslaug (Thermalquelle) möglichst für uns zu haben. Durch eine äusserst abwechslungsreiche Landschaft und nach zahlreichem Durchwaten von Gletscherflüssen gelangten wir zur "Laug" und setzten uns bei kühler Witterung sofort in den wunderbar warmen, algendurchsetzten Pool, der mit Steinen so angelegt wurde, dass das heisse Wasser auf ca. 36 - 40° C abgekühlen kann. Nach geschätzten zehn Minuten störte aber eine Schweizer Familie unser Idyll und so machten wir uns bald wieder auf zur "Strútur"-Hütte. Während dieser Teilstrecke fiel endlich Regen, so dass wir unsere Regenjacken und -hosen wenigstens nicht vergebens in unsere 20 Kilogramm schweren Rucksäcke gestopft hatten.
Der nächste Tag begrüsste uns mit wunderschönem und warmem Wetter. Es galt nun den (bei Sandsturm) nicht ungefährlichen Maelifellsandur zu durchqueren. Allerdings bietet dieser Sander atemberaubende Blicke auf den konischen Vulkan Maelifell und den Gletscher Myrdalsjökull. Bei Alftavatn gelangten wir dann auf den viel begangenen Laugavegur und somit nahm auch die relative Einsamkeit ein Ende.
Die letzten beiden Etappen von Alftavatn zur Höskuldskalihütte und dann nach Landmannalaugar erledigten wir dann an einem Stück. Dabei steigt man zuerst etwa 500 Höhenmeter (bei 12 Kilometern Horizontalsdistanz) zur Höskuldskalihütte beim Hrafntinnusker (wo schwarze Obsidiane den Weg zuhauf säumen) auf und nimmt dann den Abstieg nach Landmannalaugar an stinkenden Solfataren und wunderschön farbigen Rhyolithbergen vorbei unter die Füsse.
Nach der Ankunft beim, euphemistisch gesagt, touristisch gut erschlossenen Landmannalaugar brachten uns nach dem Aufstellen des Zeltes erst mal keine 20 Islandpferde mehr aus der (je nach Sitzort) lauwarmen bis brühend heissen "Landmannalaug".

Eine wunderschöne Wanderung über äusserst abwechslungsreiche und sowohl landschaftlich, als auch geologisch, botanisch und ornithologisch interessante Landschaftsabschnitte.

 


Tourengänger: ferraril

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