Clariden, Human Powered


Publiziert von Beat , 28. Juli 2008 um 21:01.

Region: Welt » Schweiz » Glarus
Tour Datum: 8 März 2008
Ski Schwierigkeit: L
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GL   CH-UR   Claridengruppe 
Zeitbedarf: 20:00
Aufstieg: 2800 m
Abstieg: 2800 m

Mit dem Velo von Zürich (02:00, 400 M) auf den Unerboden
Mit den Skis auf den Vorgipfel des Clariden (3193, 14:00)
Zurück nach Zürich mit dem Velo (22:00).
 
 
Diesmal sind wir um 2:00 am Limmatplatz gestartet. Vorteil: Es hatte noch ziemlich viele Nachtschwärmer - kein Problem einen begabten Fotografen für das obligate Startföteli zu finden. Auf der Quaibrücke war's dann eher schwierig: Die Temperatur, knapp über dem Gefrierpunkt, hat wohl FlaniererInnen abgehalten. Nicht aber uns: Flott fuhren wir den See rauf. Meilen, Rapperswil, Lachen und dann durch die Dunkelheit nach Niederurnen und Glarus. Vorbei an all den verführerisch duftenden Bäckereien.
 
Nach Glarus verlangsamten die Steigungen die Fahrt. Mehr als 20 zusätzliche Kilos am Velo machen in der Ebene nicht so viel aus, schon bei kleinen Steigungen (und davon hat es eine Unmenge) verlangen sie aber nach deutlich mehr Druck auf die Pedale.
 
In Linthal waren wir um rund 6:30. Weg mit den warmen Kleidern und im langsamen Tritt die Serpentinen hoch. Zum Glück war nur im obersten Teil und nur ganz kurz Eis auf der Strasse anzutreffen. Überholt wurden wir lediglich von wenigen TourengängerInnen, keine Töffs!
 
Einen Kafis gabs im Restaurant bei der Seilbahn, dort, in der Wärme, wechselten wir auch die Sportart und füllten die Flaschen mit warmem Wasser. Begierig bellten die Huskys dem ersten Einsatz vor dem Schlitten entgegen - wir genossen den gleichförmigen Skitourengang zum Klausenpass. Nur nicht zu schnell starten!
 
So richtig schön war es noch nicht, der Gipfel war nicht zu sehen, Nebelbänke versperrten die Sicht. Erst weiter oben, in den abgeblasenen Hängen unterhalb des Eiswändlis, durchbrachen wir die untere Nebelschicht und genossen gegen Westen ein schönes blaues Band, in das aus der unteren Nebelschicht die Gipfel rein ragten. Das Eiswändli gab sich gemässigt, ganz ohne Blankeis. Von da zum Skidepot wurde es etwas ätzend, der Schritt wurde merklich weniger forsch. Mittlerweile war es 14 Uhr - wir verzichteten auf den Hauptgipfel. Rauf auf den Vorgipfel ohne Steigeisen. Vergeblich haben wir Steigeisen, Pickel und Repschnur mitgeschleppt.
 
Die Abfahrt war im oberen Teil über die abgeblasenen Kuppen wenig erbaulich. Ab dem Frühstücksplatz gab's dann massenweise Pulver zu geniessen. Erst unterhalb des Passes wurde der Schnee etwas schwer.
 
Wieder in der Beiz leerten wir ziemlich Flüssiges in uns rein. Das Trinken ist ein grosses Problem. Auf dem Velo wird es rasch ungeniessbar kalt. Wir kamen also mit einem Defizit auf dem Urnerboden an. Rauftragen mochten wir auch nicht mehr als je 2 Liter, was einfach nicht reichte. Auf der Rückfahrt dann wieder das Problem mit den kalten Bidons.
 
Ein weiteres Problem sind die langen "Umbaupausen": Wir brauchten fast eine Stunde, um uns umzuziehen und Skis und Gepäck solide am Velo zu befestigen. Ein findiger Ingenieur ist hier gesucht! Ein immenser Markt für kombinierte Ski/Velotouren wartet darauf, erschlossen zu werden!
 
Also starteten wir erst kurz vor 17 Uhr mit der Abfahrt nach Linthal - es war entsprechend kalt. Erst nach Schwanden konnten wir den Extra-Layer warme Kleider ablegen. Durch Glarus hindurch nach Niederurnen ging's recht flott. Dann wurde es dunkel und es kamen wieder diese ekligen kleinen Anstiege. Wir konzentrierten uns auf das Zwischenziel Rapperswil. Der Sog des "Nach Hause Wegs" setzte aber erst weiter unten ein - die Fahrt der Goldküste entlang war keine rechte Freude mehr.
 
Dafür genossen wir das Limmatquai. Nicht mal ein Porsche-Cabrio oder ein rosaroter Rolls würden so viel Aufmerksamkeit auf sich lenken, wie wir zwei Velofahrer mit den Skis. Mit einem Lächeln und ziemlich auf den Felgen kamen wir um rund 22 Uhr zu Hause an. Totalzeit 20 Stunden - die Tour ist wohl nix für jedes Wochenende! Doch macht es heute grosse Freude, dem Clariden zuzuwinken.
 
Noch ein Hinweis: Schaut euch mal http://www.jaccuzzi.ch/index_e.html an. Das Potential an Human Powered Unternehmungen ist gross. Der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt. Der Spass beginnt vor der Haustüre.
 
Patrick und Beat
 
Weitere Human Powered Touren im Gipfelbuch: Suchen mit Stichwort "Human Powered" oder "Heckmair".
Und: Vielen Dank für die zahlreichen Zuschriften!


Kopie des Berichts von damals im Gipfelbuch

Region    CH - Zentralschweiz
Datum    08.03.2008
Verfasser    Beat
Höhenmeter (bis Gipfel)    2800 m
Gipfel erreicht?    Nein, umgekehrt auf 3193 m.ü.M
      
Gruppengrösse    2 Person(en)
      
 
 

Tourengänger: Beat

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