Skitour in der Lischanagruppe


Publiziert von Merida , 23. März 2014 um 23:23.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Unterengadin
Tour Datum: 2 März 2014
Ski Schwierigkeit: S-
Wegpunkte:
Geo-Tags: Lischana Gruppe   CH-GR 
Zeitbedarf: 2 Tage
Aufstieg: 3300 m
Abstieg: 3300 m
Unterkunftmöglichkeiten:Lischanahütte

Das Wetter forderte wieder mal einiges an Flexibilität in der Tourenplanung. Die Lawinensituation sowie das Wetter liessen uns ins südliche Unterengadin ziehen.

Sa, 1.3.2014 - Hüttenzustieg Lischanahütte (ZS-)
Vom Bahnhof in Scuol starteten wir um 09:45 mit Turnschuhen, alles andere hing schwer am Rucksack. Mussten wir doch erst das halbe Dorf durch- und den Inn überqueren, bevor wir kurz später auf die Skier umsteigen konnten. Der Zustieg zur Chamanna Lischana gilt als lawinengefährdet und bot sich drum zum jetzigen Zeitpunkt an. Wie prognostiziert hatten wir während des Aufstiegs noch recht gute Sicht und teilweise drückte sogar die Sonne durch. Eigentlich rechneten wir damit, alleine in der Hütte zu sein. Die vorhandene Spur sagte jedoch etwas anderes. So hatten nämlich 7 Allgäuer eine ähnliche Tourenplanung wie wir gemacht. Etwas später am Abend gesellten sich dann nochmals 2 Personen dazu. Da der Essraum genügend gross ist, und die Hütte eigentlich 12 Winterschlafplätze hat, sollte das ja passen. Dumm war nur, dass es in Wirklichkeit nur 10 Schlafplätze waren. Doch zum Glück hatte es wenigstens noch Matratzen. In der Hütte angekommen, setzte dann bald einmal Schneefall ein und die Sicht sank gegen Null, aber das war ja vorausgesagt. Und etwas frischer Powder kann ja nie schaden.  

So, 2.3.2014 - Lischanarunde
Piz Madlain (ZS+) und Piz Cotschen (WS)
Ich war froh, als ich um 05:30 endlich aufstehen konnte. Die halbe Nacht habe ich in meinem Seidenschlafsack mit nur einer Wolledecke gefroren, und dies obwohl ich mit meiner Primaloftjacke schlief. Aber egal, ich bin ja schliesslich nicht zum schlafen gekommen. Eine erste Sichtung der Lage zeigte einen sternenklaren Himmel und ordentlich frischen Powder, juhuiii. Und so starteten wir um 06:30, im Schein unserer Stirnlampen, spurend Richtung Fuorcla da Trigl. Dort erwartete uns bereits ein schöne steile Abfahrt Richtung Lais da Trigl und weiter zum Fuss der Nordhänge des Piz Madlain. Nun galt es aber erst einmal diese gut steile Nordflanke bis hoch zum Skidepot zu spuren. Von dort aus starteten wir, mit dem Pickel bewaffnet, die Besteigung des Madlains. Es ist immer wieder spannend, wenn man die Route auf den Gipfel selber legen kann. Kurz vor 10 Uhr standen wir dann auf dem Gipfel des Madlains. Zurück beim Skidepot erwartete uns dann eine Powderabfahrt vom Feinsten. 400Hm in den genau richtig steilen und unberührten Nordhängen des Madlains. Wieder angefellt, galt es nun den Cotschen anzuspuren, den Nachbarn des Madlains, der aber bis zum breiten Gipfel mit Skiern gemacht werden kann. Nach einer Gipfelrast, nahmen wir die Abfahrt nordwärts Richtung Lajet da Lischana in Angriff um dann wieder zurück Richtung Piz Lischana zu spuren.

Piz Lischana (WS+) mit Abfahrt durch die W-Rinne (S-)
Bei der Fuorcla da Rims trafen wir dann auf die Spur unserer Allgäuer Hüttenfreunde, welche uns bis zum grossen Kessel südöstlich des Lischanas führte. Nochmals erfreuten wir uns an der kurzen Zwischenabfahrt in diesen Kessel in bestem Powder. Anschliessend wieder der Spur folgend zum Skidepot vor dem Lischana und mit Pickel auf den mächtigen Gipfel. Ein weiteres Highlight sollte dann die 500Hm-Abfahrt durch die Westrinne zur Lischanahütte werden. Leider wurden die Freuden immer wieder durch Felskontakte gedämpft, obwohl eigentlich viel Schnee in der Rinne lag. Das Feeling war aber trotzdem sehr eindrücklich. Nachdem wir unsere deponierten Sachen in der Hütte abgeholt hatten, machten wir uns an die Abfahrt Richtung Scuol, die unsere Beine noch einmal richtig in die Säure brachte. Mit zwischenzeitlichem Stockeinsatz, konnten wir bis zur Eishalle in Scuol abfahren. Von dort hiess es dann aber nochmals die Ski zu buckeln und wieder hoch zum Bahnhof zu marschieren. Diesen erreichten wir ziemlich genau 10h nach unserem Start bei der Lischanahütte. 

Fazit:
Besonders der Madlain hat mir sehr gut gefallen. Toller Gipfelanstieg, abwechslungsreicher Zustieg, superfeine Nordhänge, die genau die richtige Steilheit aufweisen und nicht zuletzt die Einsamkeit um diesen Gipfel. Aber auch der Lischana mit seiner Westrinne ist ein sehr interessanter Berg.

SLF-Lawinenstufe: Gering

Tourengänger:
Marc und Stephan

Herzlichen Dank Marc für die beigesteuerten Bilder.

Tourengänger: Merida


Minimap
0Km
Klicke um zu zeichnen. Klicke auf den letzten Punkt um das Zeichnen zu beenden

Galerie


Slideshow In einem neuen Fenster öffnen · Im gleichen Fenster öffnen


Kommentar hinzufügen»