Mont Gond


Publiziert von Zaza , 28. Juli 2008 um 11:51.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Unterwallis
Tour Datum:27 Juli 2008
Wandern Schwierigkeit: T6 - schwieriges Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: L
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS 
Zeitbedarf: 7:30
Aufstieg: 2000 m
Abstieg: 1500 m
Strecke:Ardon/Ballavaux - St.Bernard - (Autostop) - Godey - Lizerne - Cindo - P. 2389 - Mont Gond - Petit Mont Gond - Etang de Trente Pas - Flore - Mayens de Conthey - Daillon
Zufahrt zum Ausgangspunkt:cff logo ardon
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Kein öV in Mayens de Conthey. Die nächste Option ist Daillon oder Aven/Erde (wenige Kurse)
Unterkunftmöglichkeiten:diverse Auberges in Derborence und Godey (nur in der Sommersaison)
Kartennummer:1306, 1286

Der Mont Gond ist ein recht markanter Gipfel im Unterwallis, über den im Internet und in der Literatur eher wenig zu finden ist. Sein langer Südgrat begrenzt das Tal der Lizerne (Derborence) gegen Osten hin.
 
Also schrieb Pierre Vittoz im Guide des Alpes Vaudoises:
Le chaînon du Mont Gond, entre Derborence et le Sanetsch, ne possède ni champs de ski d’accès facile, ni varappes à la mode. Beaucoup de grimpeurs ne savent même pas précisément où il se trouve. Il en a gardé une solitude et un charme qui feront la joie de ceux qui iront à sa découverte. Und siehe da, so war es auch!
 
Geplant war eigentlich der Aufstieg über den ganzen Südgrat, von Ardon aus und mit Abstieg nach Derborence. Da auf einer alten Karte ein direkter Pfad von Ballavaux nach St. Bernard eingezeichnet war, startete ich dort. Im unteren Teil ist von einem Pfad nichts mehr zu sehen, man steigt sehr steil durch die Pfade der Rebberge an bis zu einer Wasserfassung (bis hier besser von Magnot oder Vétroz ansteigen). Nun stösst man auf einen guten Pfad, der bis zur Kapelle von St. Bernard an der Strasse nach Derborence führt.
 
Der erste Aufschwung sah gleich mal übel aus. Ganz im Sinne des Paul-Preuss-Stils wollte ich da nichts riskieren und entschied kurzerhand, die Sache umzudrehen. Nach etwa 5 Minuten auf der Strasse Richtung Derborence kam das erste Auto; und gleich ergab sich eine Mitfahrgelegenheit bis Godet. Hier folgte ich zunächst der Markierung Richtung Sanetsch (via Poteu des Etales). Wo der Weg fast zur Lizerne hinunter führt, verliess ich ihn, überquerte den Bach und suchte durch triefend nasses Gras das Weglein Richtung Cindo. Es ist noch zu erkennen, doch führt es stellenweise durch etwas heikles Gelände (abschüssige Schieferhalden). Im folgenden Wäldchen ist der Weg praktisch verschwunden, erst kurz vor der zerfallenden Hütte ist er wieder knapp zu erkennen. Cindo ist ein gottverlassener, aber sehr schön gelegener Ort. Weil diese Weiden offensichtlich seit langer Zeit nicht mehr bestossen werden, findet sich rundherum eine reiche Blumenpracht.
 
Nach Cindo folgt zunächst eine breite, sehr abschüssige Schieferhalde. Ohne Höhenverlust ist sie sehr heikel zu queren, allenfalls mit einem Pickel. Ein Ausrutscher würde zu einem unfreiwilligen Direktabstieg nach Montbas führen. Darum stieg ich deutlich ab, um diese Zone knapp oberhalb des Felsriegels zu queren (stellenweise Wegspuren) und stieg dann wieder auf bis an den Fuss des oberen Felsriegels. Seine Überwindung ist heikel, man muss über ein luftiges Band (zuerst Gras, dann Felsgesimse) in ein Couloir hineinqueren, um dann auf die darüber gelegenen Weiden aufsteigen zu können. Danach stieg ich über die Weiden von Lodze bis zum Pass P. 2389 auf.
 
Dieser Aufstieg von Derborence ist interessant aber ziemlich anspruchsvoll (Stellen T6), er sollte im Abstieg und bei Nässe nicht begangen werden. Als sicherere Alternative bietet sich der Zugang von Mié über den Pass Croix de la Chia an (auch von der Sanetsch-Strasse zu erreichen).
 
Von P. 2389 stieg ich über den Grat zum Mont Gond auf. Zuoberst wird die Sache plattig, aber es hat diverse Risse, die einen recht einfachen Aufstieg ermöglichen. Dann ging es in Kürze über den Verbindungsgrat zum Petit Mont Gond und über dessen grasig-plattigen Grat wieder hinunter.
 
Da ich von oben gesehen hatte, dass bei Chaux d’Aïre (Restaurant) und Flore recht viele Autos herum standen, entschied ich mich für den Abstieg in diese Richtung und hoffte auf Autostop. Das war ein Fehler, es wäre gescheiter gewesen, zum Sanetschpass zu gehen: Zwar fuhren diverse Walliser Autos mit jeweils 1 oder 2 Personen abwärts, aber niemand hielt an. Die Tourismusfreundlichkeit vieler Walliser scheint genau dann zu enden, wenn es kein Geld einbringt... Erst kurz vor Daillon klappte es und ein Paar aus Zürich nahm mich mit bis Sion.

Hinweis:
Am sinnvollsten ist es, die Tour von Derborence zum Sanetschpass zu machen. Vom Pass kann man dann mit dem Postauto nach Sion oder mit der Seilbahn nach Gsteig fahren. Lästig ist einzig, dass der erste Bus erst um 10:40 in Derborence ankommt.

Tourengänger: Zaza

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