Kilimanjaro 5895m
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Den Kilimanjaro nahmen wir über die Marangu-Route in Angriff. Sie gilt als populärste aber auch einfachste und komfortabelste Route (es wird immer in Hütten übernachtet) auf das Dach von Afrika. Daher wird sie auch die Coca-Cola-Route genannt.
1. Tag
Parkeingang 1970m - Mandara-Hütten 2720m; 8,6 km
Nach einem Ruhetag am Montag, 7. Juli, der auch dazu dient, dass auch mein Gepäck noch den Weg nach Afrika findet, geht es am Dienstag, 8. Juli endlich mit der Besteigung auf den Kilimanjaro los. Die ersten der Rund 40 Kilometer auf den Gipfel führen uns durch den Regenwald zu den Mandara-Hütten. Von anfang an ist das Schlagwort der Trekking-Tour "pole pole" (langsam, langsam). Und dies ist wirklich langsamer als jeder Sonntagsspaziergang... Aber erstaunlicherweise gewöhne ich mich sehr schnell an dieses Tempo.
2. Tag
Mandara-Hütten 2720m - Hormobo-Hütten 3780m; 12 km
Nach einer mehr oder weniger schlaflosen Nacht, kein Wunder bei diesen Mengen Schwarztee die ich während des Tages getrunken habe, machen wir uns wiederum bei strahlend schönem Wetter auf die nächste Etappe auf. Ab etwa 3000m lassen wir den Regenwald hinter uns und gelangen in die Zone der Alpinen Savanne.
Auch an diesem Tag treffen wir immer wieder auf Wanderer die sich auf dem Rückweg vom Kilimanjaro befinden. Bei den meisten Leuten erübrigt sich die Frage ob sie auf dem Gipfel waren. Die dies geschafft haben, kommen einem mit einem breiten lächeln und vielen guten Wünschen entgegen.
Wir kommen unserem Tagesziel den Horombo-Hütten pole pole näher.
3. Tag Ruhe- und Akklimatisierungstag
Horombo-Hütten 3780m - Mawenzi-Sattel 4340m - Hormbo-Hütten 3780m; 8,9 km
In den Horombo-Hütten herrscht reges Treiben, hier Übernachten alle die auf den Kilimanjaro wollen aber auch alle die bereits oben standen.
Wir schalten hier einen Ruhe- und Akklimatisierungstag ein. Am Vormittag machen wir eine Wanderung zu den Zebra-Rocks und weiter zum Mawenzi-Sattel. Für mich das erste Mal, dass ich über 4000m stehe! Vom Mawenzi-Sattel haben wir einen genialen Ausblick zum Kilimanjaro und können auch die Aufstiegsroute auf den Gipfel studieren. Auf gleichem Weg geht's zurück zu den Horombo-Hütten. Am Abend haben wir dann die Gelegenheit unserer Küchenmannschaft über die Schulter zublicken. Es ist erstaunlich was sie mit den einfachsten Mittel immer wieder auf den Tisch zaubern!
Bis anhin merke ich von der Höhe noch gar nichts, ich habe keine Kopfschmerzen und mein Apettit ist ungebrochen.
4. Tag
Horombo-Hütten 3780m - Kibo-Hütten 4750m; 9,5 km
Und schon wieder konnte ich nur ein paar Stunden schlafen. Diesmal ist nicht nur der Teekonsum sondern auch die Kälte schuld, die durch die Tür in meinen Schlafsack kriecht. Da nützt auch die als Bettflasche missbrauchte Sigg-Flasche nicht allzu viel. Daher bin ich wiederum sehr dankbar über das warme Wasser das zum Waschen bereitsteht und den Tee den wir noch ans "Bett" serviert bekommen.
Das Wetter meint es weiterhin gut mit uns und so lacht uns auch heute wieder die Sonne entgegen als wir uns zur Kibo-Hütte aufmachen. Ab einer Höhe von 4200m kommen wir in die Zone der Alpinen Wüste und unserem Etappenziel immer näher.
Bei den Kibo-Hütten angekommen gibt's noch was zu Essen und nach dem letzten Briefing zur Gipfeletappe gehts um 20 Uhr bereits in die Schlafsäcke.
5. Tag
Kibo-Hütten 4750m - Gilmans-Point 5680m - Uhuru-Peak 5895m - Kibo-Hütten 4750m - Horombo-Hütten 3780m; 19,5 km
Der grosse Tag, es ist soweit! Um Mitternacht werden wir geweckt. Langsam krieche ich aus dem warmen Schlafsack hervor und packe mich sogleich wieder mit mehreren Schichten Kleidern warm ein. Nach einem kleinem Frühstück wage ich mich aus der Hütte. Der Himmel ist Sternenklar aber dadurch ist es auch Bitterkalt (geschätzte -15 Grad). Pole pole machen wir uns im Schein unserer Stirnlampen auf den Aufstieg. Schritt für Schritt geht es Bergauf. Ich fühle mich immer noch gut, keine Kopfschmerzen, keine Übelkeit gar nichts, hoffentlich bleibt es so. Ich habe kein Zeitgefühl mehr, keine Ahnung wie lange wir schon unterwegs sind. Weiter oben sehe ich helle Punkte von Stirnlampen einer anderern Gruppe die sich am Berg befindet. Hinter mir höre ich unsere Träger singen, wie ich später erfahre, haben sie dies gemacht, dass sie bei unserem langsamen Tempo nicht einschlafen... Weiter gehts immer Bergauf, pole pole. Und dann auf einmal wird es immer heller und heller, die Sonne geht auf! Ein traumhaftes Naturschauspiel! Und die Sonnenstrahlen wärmen mich auf. Die Sonne gibt mir auch wieder einen Anhaltspunkt zur Zeit, es muss ungefähr 6.30 Uhr sein. Ich schaue nach oben, und sehe grössere Steinsbrocken und den Kraterrand, unser erstes Ziel kann nicht mehr allzu weit sein. Pole pole komme ich dem Gilmans-Point näher und langsam machen sich auch Kopfschmerzen bemerkbar. Über die letzten paar Steine und dann kurz nach 7 Uhr ist es geschafft, der Gilmans-Point erreicht!! Hier gilt der Kilimanjaro offiziell als bestiegen.
Fotos machen, Aussicht geniessen aber keine 30 Minuten habe ich Zeit um mich auszuruhen und schon werden wir von unserem Führer weiter zum Uhuru-Peak geschickt. Langsam rapple ich mich wieder auf und mache mich auf den Weg Richtung Uhuru-Peak, wenn nur diese Kopfschmerzen nicht währen. Aber es sind ja nur noch 200 Höhenmeter und rund 2 km mache ich mir Mut. Die Landschaft ist wunderbar zum Teil geht's noch über Schneefelder. Aber dieser "Huere-Peak" (wie ich ihn kurzfristig umtaufe) will einfach nicht näher kommen. Schritt für Schritt kommt er doch näher und nach sagenhaften zwei Stunden habe ich es auch geschafft! Ich stehe auf dem höchsten Punkt von Afrika!!!!! Wow, einfach ein einmaliges und geniales Gefühl! Stahlblauer Himmel und unter mir die Wolken. Traumhaft!!! Auch die Kopfschmerzen sind vergessen und ich geniesse nur noch den Augenblick.
Aber leider gibt uns der Führer auch wieder nur 30 Minuten Zeit für das Geniessen des Momentes und dann müssen wir uns wieder auf den Rückweg machen.
Der Abstieg erfolgt eigentlich auf identischer Route wie der Aufstieg. Nur sehen wir jetzt bei Tageslicht wo wir in der Nacht geanu hinauf "gekrochen" sind. Zwischen Gilmans-Point und Kibo-Hütte ist der Berg eine einzige Geröllhalde und so nutzen wir das lose Geröll und surfen der Kibo-Hütte richtig gehend entgegen. Bei den Hütten angekommen nutze ich die Gelegenheit und lege mich noch eine Stunde aufs Ohr bevor es das Mittagessen gibt. Mit einem riesen Hunger und immer noch Kopfschmerzen mache ich mich über das Essen her. Aber unser Tagesziel haben wir immer noch nicht erreicht. So mache ich mich Müde aber total glücklich zusammen mit meinen Kolleginnen auf zurück zu den Hormbo-Hütten (9,5 km). Dies ist für mich der schlimmste Teil dieses langen Tages. Die Hütten wollen und wollen einfach nicht kommen, ich möchte einfach nur noch schlafen aber sicher nicht noch Stundenlang zurückwandern. Kurz vor 18 Uhr haben wir es dann aber geschafft! Und diese Nacht habe ich wunderbar geschlafen...
6. Tag
Horombo-Hütten 3780m - Parkeingang 1970m; 20,5 km
Die letzte Etappe unserers Trekkings steht bevor. Gut gelaunt machen wir uns auf den Rückweg zum Parkeingang. Meine Kopfschmerzen sind auch wieder verschwunden. Schon nach kurzer Zeit sagen wir der Sonne tschüss und tauchen in den Nebel ein. Aber nun nach erreichtem Ziel spielt dies auch keine Rolle mehr. Glücklich und mit einem breiten lächeln grüssen wir die entgegenkommenden Berggänger...
In den nächsten Tagen sind wir mit unserer Gruppe noch auf einer Safari im Tarangire-Nationalpark und im Ngorongoro-Krater unterwegs, wo wir unzählige Tiere beobachten können.






















































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