Grisighorn - mein Zahnarzt und meine Schwägerin waren schuld


Published by eugen Pro , 26 July 2008, 09h36.

Region: Monde » Switzerland » Valais » Oberwallis
Date of the hike:25 July 2008
Waypoints: Grisighorn 3177m. 10421 ft. (1)
Geo-Tags: CH-VS 
Mountaineering grading: F
Route:Grisighorn von Brig aus - dann hinunter auf die Belalp
Access to start point:Mit der Bahn nach Brig
Maps:1269

Das Grisighorn ist von der Belalp aus leicht zu besteigen. Vorerst führt die Route über ausgedehnte Bergwiesen dann geht es einen Blockgrat hoch. Die Aussicht auf dem Gipfel ist nicht zu verachten.

Ich bin um zwanzig vor acht auf dem Bahnhof in Brig aufgebrochen.

Im Rahmen meines Alpenstadt-Brig-Projektes hatte ich in dieser Gegend schon viel Energie verpufft. Einmal bestieg ich nur das Foggenhorn. Das letzte Mal schaffte ich lediglich das Hofathorn. Also war diesmal das Grisig- mit dem Gänderhorn mein Minimalziel. Eigentlich sollte man all diese vier Gipfel in einem Durchgang schaffen können.

So war es heute ein wenig ein "Rennen" gegen die Uhr. Gleichmässigen Schrittes schaffte ich es bis zum ersten Gipfel in vier Stunden und achtzehn Minuten. Doch eben meine Schwägerin! - Die ist gerade bei uns zu Besuch, und so plauderte ich halt morgens länger, als es mein Zeitbudget erlaubt hätte. Auf dem Grisighorn angekommen, erkundete ich noch etwas den Grat zum Gänderhorn, musste aber bald feststellen, dass dieser alleine nicht zu begehen war. Also blieb nur eine Variante: Weit absteigen und dann wieder hinauf zum Gänderhorn. Nun hatte ich blöderweise noch einen Zahnarzttermin um sechzehn Uhr. Die Rückfrage per Handy ergab, dass es nicht möglich war, eine Stunde später zu erscheinen. Die Sache war damit gelaufen: Heute würde ich nur das Grisighorn schaffen.

Every cloud has a silver lining! - Wenigstens konnte ich jetzt einen längeren Gipfelrast geniessen. Wie hat man doch als Tea-nager noch das Essen auf den Gipfeln genossen!  Da gab es Käse, Speck und hausgemachte Wurst. Die Gipfelmahlzeit war fast so wichtig wie die Tour selber. Und man hat mit riesigem Appetit schier endlos lange gegessen.

Heute gab es einen staubtrockenen Riegel. So was bringt man nur runter, wenn man seinen Körper überlistet und seine Sinne auf die wunderbare Aussicht konzentriert. Zum ersten Mal in meiner Karriere gab es heute zudem RED BULL und Brot ... Seit mich meine Frau auf all die E's auf der Verpackung meiner Salami hingewiesen hatte, lege ich wert auf eine natürliche Ernährung. Nächstes Mal werden es bestimmt nur noch Alpenkräuter sein - am besten in vergorener Form.

Das genehmigte Getränk hatte eine durchaus aphrodisierende Wirkung. Es liess mich beflügelt und geschwind den Grat hinunterkraxeln. Ich machte mir ein Spiel daraus, mich möglichst rasch von Stein zu Stein zu schwingen. Ziel war, meinen Gleichgewichtssinn zu trainieren. Mit 54 Jahren möchte ich mich noch gleich sicher wie ein Steinbockmännchen gleichen Alters in den Bergen bewegen können.

Meine letzte Tour hatte mich die negativen Nebenwirkungen von Stöcken in den Bergen erfahren lassen. In letzter Zeit war ich nämlich oft mit Stöcken unterwegs. Sie erleichtern das Laufen zwar durchaus, haben aber auch zur Folge, dass der Gleichgewichtssinn nicht trainiert wird und langsam verkümmert. Darum werde ich inskünftig meine Touren wieder ohne derartige Hilfsmittel machen.

Übrigens musste ich im Wartezimmer meines Zahnarztes fast eine geschlagene Stunde warten, bis ich dran war. Andere haben scheinbar auch Timing Probleme.

Hike partners: eugen

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