Selun Ostgipfel und andere wenig Besuchte 'Churfirsten'


Publiziert von Merida , 13. Februar 2014 um 23:36.

Region: Welt » Schweiz » St.Gallen
Tour Datum:12 Februar 2014
Ski Schwierigkeit: S
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-SG   Churfirsten 
Zeitbedarf: 9:00
Aufstieg: 2300 m
Abstieg: 1800 m

Diese Ausweichtour in bekannten Gefielden, wurde zu einem wahren Leckerbissen mit viel Neuland. Auch das Wetter konnte ich dabei optimal nutzen.

Mi, 12.2.2014 - Tag 1
Starkenbach - Vorder Leistchamm Süd-/Nordgipfel (ZS- / Fussaufstieg WS)

Start um 0730 in Starkenabch. Gemäss Wetterprognose werden sich die Wolken erst im Laufe des Morgens lichten. Daher nutze ich diese Zeit der schlechten Sicht und mache mich über den Seluner Wald und durch die Seluner Alpen auf den weiten Zustieg Richtung Vorder Leistchamm auf. Kurz vor der Gocht fällt die Orientierung schon etwas schwer. Genau rechtzeitig, als ich in der Mulder vor der Gocht ankam, fing es an aufzureissen. Ansonsten hätte ich den Aufstieg zum Vorder Leistchamm vergessen können. Durch den nun gut einsehbaren NW-Hang geht es mit den Skiern soweit hoch, bis das Hangende und ein Felsriegel das Weiterkommen verwehren. Hier heisst es Skier aufschnallen und den Felsriegel mit einer einfachen Kletterstelle zu überwinden. Wer nur den Südgipfel machen will, braucht die Skier nicht mit hoch zu tragen. Der Nordgipfel ist schon noch ein Stück weiter und wohl etwas mühsam um dorthin durch den Schnee zu stapfen. Mit den Skiern ist es allerdings auch nicht viel besser, bei dieser steinigen Angelegenheit dort oben. Im Kampf zwischen Sonne und Wolken erhasche ich immer wieder schöne Ausblicke von den beiden Gipfeln. Trotz der vielen Felsen, schaffe ich es fast bis zur Kletterstelle abzufahren. Der nun folgenden steile NW-Hang zur Gocht ist dann wieder reiner Genuss. Wieder in der Gocht stärke ich mich erst mal und geniesse den herrlichen Tiefblick Richtung Walensee. Und ich entscheide mich, als Nächstem dem Nägeliberg nochmals einen Besuch abzustatten.

Nägeliberg (ZS)
Anders als bei meinem letzten Besuch auf dem Nägeliberg, wollte ich diesmal komplett bis zum Gipfel mit den Skiern aufsteigen. Nachdem ich nun ja, dank des Skitourenführers, die Route kannte. Von der Gocht aus rechtshaltend durch du Mulde und zur Ostseite des Nägelibergs. Von dieser Seite wird die einzige mögliche Route schnell klar, denn der Felsriegel ist nur an einer einzigen Stelle unterbrochen und da gehts dann hoch (1 Stelle 40°). Nach dieser Stelle traversiert man links auf den Grat und von dort zum Gipfelkreuz. Noch immer sind Wolken und Sonne im Kampf, aber die Sonne gewinnt immer mehr überhand. Der erste Teil der Abfahrt zurück zur Steilstelle ist ziemlich abgeblasen und man muss froh sein, dass man überhaupt fahren kann. Durch die Steilstufe und weiter durch die Seluner-Alpen ist's dann wieder ein Genuss. Als nächstes hatte ich noch an den Schären oder den Selun-Ostgipfel gedacht. Da die Bedingungen immer optimaler wurden und ich den Schären schon mal gemacht habe, entschied ich mich, den 'kleinen Selun' zumindest mal anzuschauen. So versuchte ich so weit wie möglich Richtung Strichboden abzufahren.
 
Selun Ostgipfel (S) und Abfahrt zur Alp Sellamatt
Wieder angefellt zog ich meine Spur über Strichboden und bald wieder über unberührte Hänge durchs Chalttal und weiter Richtung Selun Ostgipfel. Je näher man diesem kommt, wird der finale Aufstieg immer klarer und auch wieso dieser ein 'S' ist. Der sehr steile Hang, der da überwunden werden muss, bricht auf seiner Ostseite jäh ab. Je näher man diesem aber kommt, desto weniger ausgesetzt wirkt es. Da die Verhältnisse top sind, will ich zumindest mal einen Versuch machen. Und so steige ich in gutem Schnee den 38°-42° steilen Hang hoch, der oben wieder abflacht und einem in der Folge ohne grössere Probleme bis kurz unter den Gipfel aufsteigen lässt. Die restlichen 20Hm mache ich in der Folge zu Fuss, da hier etliche freistehende Felsen dies nahelegen. Kurze Zeit später, ich kann's kaum glauben, stehe ich auf dem Selun-Ostgipfel und geniesse bei herrlichem Wetter das Traum-Panorama. So genial wie der Aufstieg war, sollte dann auch die Abfahrt werden. Das merkte ich schon im Aufstieg. Ab dem Skidepot gings über den üppig geneigten Hang in feinstem Powder abwärts. Jedoch immer mit der nötigen Vorsicht, da ein Sturz hier wohl fatale Folgen haben würde.
An dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen, dass es für diesen Schlusshang SICHERE Verhältnisse sowie SICHERE Skitechnik braucht!
Weiter durch die herrlich unberührten Hänge des Chalttal und hinunter zur Alp Sellamatt, wo ich mich nach Studium der Wetterprognose entschied ein Nacht zu bleiben und noch einen Tag anzuhängen.

==> Do, 12.2.2014 - Tag 2

Fazit:
Das Highlight dieser Tour war ganz klar der Selun Ostgipfel. Im Windschatten des 'grossen Bruders', kennt er keine abgeblasenen Hänge und ist somit eine wahre Perle. Aber auch der Nägeliberg und der Vordere Leistchamm haben einiges zu bieten.

SLF-Lawinenstufe: Mässig

Tourengänger:
Alleingang

Tourengänger: Merida


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Kommentare (4)


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Felix Pro hat gesagt: Bravo!
Gesendet am 14. Februar 2014 um 19:08
da will ich doch erst mal im Sommer hin ;-)

lg Felix

Merida hat gesagt: RE:Bravo!
Gesendet am 14. Februar 2014 um 20:14
Danke Felix :-)

Dolmar hat gesagt:
Gesendet am 16. Februar 2014 um 10:37
Hoi Merida,
Super Tour, mit tollen Bildern, ich gratuliere, und ziehe vor allem
bez. der sportlichen 2300Hm, + den 1500Hm vom Folgetag den
Hut.
Gruß
Dolma

Merida hat gesagt: RE:
Gesendet am 16. Februar 2014 um 13:35
Hoi Dolma
Danke, danke :-)
Ich bin halt über den Ausdauersport zum Bergsport gekommen...

Grüsse, Stephan


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