Schilt-, Rot- und Alpjuhorn - Man wird älter
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Bei gutem, aber recht kaltem Wetter habe ich die folgende Tour unternommen:
- Start Bahnhof Brig
- Mund
- Honegga
- Honalpa
- Schilthorn
- Südwestgrat herunter bis Pt. 2575
- Rothorn
- Alpjuhorn
- Erl
- Eggen
Man wird älter
Vor zehn Jahren und sechs Tagen (gemäss Gipfelbucheintrag) hatte ich den Grat zwischen Alpjuhorn und Schilthorn recht spät abends solo überschritten. Diesmal hatte ich eigentlich im Sinn, ihn in umgekehrter Richtung vom Schilhorn aus zu begehen. Doch schon nach rund 100 Metern, als es galt 3 Meter hinunterzuklettern, verliess mich der Mut, und ich kehrte um. Ich muss aber beifügen, dass die Bedingungen nicht ganz ideal waren (alles war gefroren und es lag auch noch etwas Schnee herum), und zudem hatte ich den ganzen Morgen ein komisches Gefühl im Magen. Vielleicht ist es auch so, dass man im Alter einfach nur vorsichtiger wird.
So stieg ich weit, weit den Südwestgrat hinunter und machte einen riesigen Umweg. Auf halber Strecke liess ich mich aber noch von Wegspuren verleiten, die in die Flanke nacht rechts hinüber verliefen. Nach kurzer Zeit befand ich mich in einer recht gefährlichen Lage, weil alles gefroren war, und ich musste richtig cool bleiben, um alles richtig zu machen und wieder sicheren Boden zu gewinnen.
Tiergeschichten
Hunderte Schafe sind auf den grossen Hängen am Grasen. Also gebirgstüchtig sind sie nicht gerade - ich hatte ab und zu fast Bedauern mit ihnen. Vor allem steinige Gegenden scheinen nicht ihr Gebiet zu sein. Da sind die Ziegen schon viel beweglicher.
Ich nähere mich im Aufstieg einer grösseren Ziegenherde. Zwei-drei Greifvögel kreisen ob ihnen. Und wie ich dann recht nahe bei ihnen bin, stiebt gerade, wie von einer Wespe gestochen, ein Fuchs davon. Bald ist Freundschaft mit den Ziegen geschlossen. Sie machen einen sehr ruhigen, ja meditativen Eindruck. Einzig, als ich beginne, meinen Rucksack zu öffnen, bin ich bald wie ein Dieb umzingelt. Es folgt eine längere Fotosession (natürlich mit dem alles überbietenden Bietschhorn im Hintergrund). Eine Ziege steht etwas abseits und beobachtet schon seit längerem von oben herab unser Tun. Und wie ich dann endlich genauer hinschaue, macht sich diese "Ziege" gemütlich als Gämse aus dem Staub. Ein weiteres Sujet also, dass ich mir nicht entgehen lassen will. Ich schleiche mich sachte heran, zum Teil sogar auf dem Bauch im Ziegenmist. Und wie ich dann über die Felskante blicke, ist von der Gänse natürlich nichts mehr zu sehen, stattdessen stehe ich Auge in Auge dem Fuchs gegenüber.
Auf dem Rückweg hatte ich wieder einen längeren Schwaz mit den Ziegen, und wieder schaute die Gämse aus naher Entfernung interessiert zu.
Gorperie
Das Baltschiedertal hinaus ging ich entlang der Gorperie, einer uralten Wasserleite. Was da unsere Urahnen gebaut hatten, liess mich nur staunen. Ich staunte mindestens so stark wie in Spanien beim Besuch der Dolmen. Die Wasserleite ist mehr oder weniger in Felsen gehauen und ist vier bis fünf Kilometer lang. Wie konnte ein kleines Dorf wie Eggerberg die nötigen Männer rekrutieren, um eine solches Werk zu erstellen? - für mich ein Rätsel.
An einem Ort hatte man zur 700 Jahr Feier der Eidgenossenschaft einen Känelzug erstellt, und zwar nach der Technik, wie sie im Mittelalter angewandt wurde. "Begehung auf eigene Gefahr", liest man irgendwo. Faszinierender Tiefblick und faszinierendes Schwinden meines Mutes - nach zwei-drei Metern kehre ich wieder um und entscheide mich für die Tunnelvariante. Enttäuscht über meinen Rückzieher deponiere ich meinen Rucksack und überschreite den schmalen Steg von der anderen Seite mit grossem Mut und stets auf das schmale Brett gerichtetem Blick.
- Start Bahnhof Brig
- Mund
- Honegga
- Honalpa
- Schilthorn
- Südwestgrat herunter bis Pt. 2575
- Rothorn
- Alpjuhorn
- Erl
- Eggen
Man wird älter
Vor zehn Jahren und sechs Tagen (gemäss Gipfelbucheintrag) hatte ich den Grat zwischen Alpjuhorn und Schilthorn recht spät abends solo überschritten. Diesmal hatte ich eigentlich im Sinn, ihn in umgekehrter Richtung vom Schilhorn aus zu begehen. Doch schon nach rund 100 Metern, als es galt 3 Meter hinunterzuklettern, verliess mich der Mut, und ich kehrte um. Ich muss aber beifügen, dass die Bedingungen nicht ganz ideal waren (alles war gefroren und es lag auch noch etwas Schnee herum), und zudem hatte ich den ganzen Morgen ein komisches Gefühl im Magen. Vielleicht ist es auch so, dass man im Alter einfach nur vorsichtiger wird.
So stieg ich weit, weit den Südwestgrat hinunter und machte einen riesigen Umweg. Auf halber Strecke liess ich mich aber noch von Wegspuren verleiten, die in die Flanke nacht rechts hinüber verliefen. Nach kurzer Zeit befand ich mich in einer recht gefährlichen Lage, weil alles gefroren war, und ich musste richtig cool bleiben, um alles richtig zu machen und wieder sicheren Boden zu gewinnen.
Tiergeschichten
Hunderte Schafe sind auf den grossen Hängen am Grasen. Also gebirgstüchtig sind sie nicht gerade - ich hatte ab und zu fast Bedauern mit ihnen. Vor allem steinige Gegenden scheinen nicht ihr Gebiet zu sein. Da sind die Ziegen schon viel beweglicher.
Ich nähere mich im Aufstieg einer grösseren Ziegenherde. Zwei-drei Greifvögel kreisen ob ihnen. Und wie ich dann recht nahe bei ihnen bin, stiebt gerade, wie von einer Wespe gestochen, ein Fuchs davon. Bald ist Freundschaft mit den Ziegen geschlossen. Sie machen einen sehr ruhigen, ja meditativen Eindruck. Einzig, als ich beginne, meinen Rucksack zu öffnen, bin ich bald wie ein Dieb umzingelt. Es folgt eine längere Fotosession (natürlich mit dem alles überbietenden Bietschhorn im Hintergrund). Eine Ziege steht etwas abseits und beobachtet schon seit längerem von oben herab unser Tun. Und wie ich dann endlich genauer hinschaue, macht sich diese "Ziege" gemütlich als Gämse aus dem Staub. Ein weiteres Sujet also, dass ich mir nicht entgehen lassen will. Ich schleiche mich sachte heran, zum Teil sogar auf dem Bauch im Ziegenmist. Und wie ich dann über die Felskante blicke, ist von der Gänse natürlich nichts mehr zu sehen, stattdessen stehe ich Auge in Auge dem Fuchs gegenüber.
Auf dem Rückweg hatte ich wieder einen längeren Schwaz mit den Ziegen, und wieder schaute die Gämse aus naher Entfernung interessiert zu.
Gorperie
Das Baltschiedertal hinaus ging ich entlang der Gorperie, einer uralten Wasserleite. Was da unsere Urahnen gebaut hatten, liess mich nur staunen. Ich staunte mindestens so stark wie in Spanien beim Besuch der Dolmen. Die Wasserleite ist mehr oder weniger in Felsen gehauen und ist vier bis fünf Kilometer lang. Wie konnte ein kleines Dorf wie Eggerberg die nötigen Männer rekrutieren, um eine solches Werk zu erstellen? - für mich ein Rätsel.
An einem Ort hatte man zur 700 Jahr Feier der Eidgenossenschaft einen Känelzug erstellt, und zwar nach der Technik, wie sie im Mittelalter angewandt wurde. "Begehung auf eigene Gefahr", liest man irgendwo. Faszinierender Tiefblick und faszinierendes Schwinden meines Mutes - nach zwei-drei Metern kehre ich wieder um und entscheide mich für die Tunnelvariante. Enttäuscht über meinen Rückzieher deponiere ich meinen Rucksack und überschreite den schmalen Steg von der anderen Seite mit grossem Mut und stets auf das schmale Brett gerichtetem Blick.
Hike partners:
eugen































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