2-Tagesskitour vom Oberalppass nach Andermatt


Publiziert von Merida , 19. Januar 2014 um 15:13.

Region: Welt » Schweiz » Uri
Tour Datum:11 Januar 2014
Ski Schwierigkeit: ZS
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR   CH-TI   CH-UR   Gruppo Piz Blas   Gruppo Pizzo Centrale 
Zeitbedarf: 2 Tage
Aufstieg: 3700 m
Abstieg: 4300 m
Unterkunftmöglichkeiten:Maighelshütte

Sa, 11.1.2014 - Tag 1
Oberalppass - Pazolastock - Martschallücke (WS)

Kurz vor 9 Uhr, nach der Amkunft per Bahn, starteten wir auf dem Oberalppass Richtung Pazolastock. Diese Spur führte uns bis zum besagten Gipfel und weiter bis zur Martschallücke. 
Martschallücke - Rossbodenstock - direkte Abfahrt Richtung Lai da Tuma (WS+)
Von hier aus mussten wir selber spuren. Bis auf eine kurze Steilstufe gleich nach der Martschallücke, wo wir nicht in die Flanke raus wollten, war auch der dieser Gipfel komplett mit den Skiern machbar. Auffallend auf dem Rossbodenstock ist das gigantisch grosse Gipfelkreuz. Für die Abfahrt wartete hier die unverspurte Direktabfahrt unmittelbar vor dem Rossbodenstock auf uns, welche in einen Kessel unterhalb des Parlet führt.
Überschreitung Piz Badus - Maighelshütte (ZS)
Von da weg traversierten wir, alles selber spurend, unterhalb des Piz Tumas dem Badus entgegen und bis zum Fuss des Gipfelaufbaus. Mit den Skiern auf dem Rücken standen wir kurze Zeit später auf dem Gipfel des Piz Badus. Die Schwierigkeit bei der nun folgenden Überschreitung bestand vor allem darin, dass der Grat frisch eingeschneit war. Marc spurte hier eine gute Linie über den Grat. Wir haben die Überschreitung ohne Steigeisen, aber mit Pickel gemacht. Unmittelbar nach dem Grat erwartete uns dann das nächste Abfahrtshighlight, der unberührte Nordosthang zur Maighelshütte. 
Maighelshütte - Piz Cavradi- Maighelshütte (WS)
Da es noch etwas früh war, nutzten wir die Zeit noch den Hausberg der Maighelshütte, bei frühlingshaften Temperaturen, zu besteigen. Nach der anschliessenden Sulzabfahrt, bezogen wir dann endgültig unser Quartier in der Maighelshütte.

So, 12.1.2014 - Tag 2
Maighelshütte - Piz Ravetsch - Piz Borel - Abfahrt Richtung Vermigelhütte (WS-)
Kurz vor 6 Uhr brachen wir im Schein unserer Stirnlampen auf Richtung Einsattelung zwischen Ravetsch und Borel. In der Dunkelheit war es schwieriger als erwartet, den Abzweiger Richtung Ravetsch/Borel zu erwischen. Beim Skidepot in der Einsattelung, entschieden wir uns zuerst den Piz Ravetsch zu machen. Auch hier wieder ohne Steigeisen aber mit Pickel. Während des Aufstiegs, in gutem Trittschnee oder auch mal kraxelnd auf dem Grat, erlebten wir dann einen herrlichen Sonnenaufgang und erreichten kurz nach 8 Uhr den Gipfel des Piz Ravetsch. Nach erfolgtem Abstieg, statteten wir natürlich auch noch dem unschwierig zu erreichenden Piz Borel einen Besuch ab, wobei auch dieser nicht komplett zum Gipfel gespurt war. Für die Abfahrt wählten wir den herrlichen West-/Nordwesthang, der uns direkt in den Kessel zum Aufstieg des Piz Alvs führte.

Piz Alv (L) - Abfahrt Richtung Vermigelhütte (WS+) - Sellapass (L)
Bis auf das letzte Stück zum Gipfel des Piz Alvs, das etwas abgeblasen und glasig war, ging auch dieser Aufstieg problemlos und bescherte uns ein weiteres, herrliches und exklusives Panorama bei bestem Wetter. Während wir weiter unten die ersten Tourengänger sahen, machten wir uns bereits an die Abfahrt über die West-/Nordwestflanke des Alvs. Zuerst auf dem Grat durch einen kleinen Durchschlupf (Marc sei Dank!) und dann in den wiederum unberührten Hang, der uns allen einmal mehr ein Lächeln ins Gesicht zauberte. Da wir ja noch weiter, zum Pizzo Centrale, wollten ohne den Umweg über die Vermigelhütte versuchten wir ziemlich direkt über die Wildenmattenhütte in die Zingelfurtflue (P 2205) zu gelangen. Einmal mehr, wählte Marc eine gute Linie dorthin. Hier unterliessen wir es leider einen kurzen Blick in die Karte zu werfen, sondern folgten einfach den Spuren, die ja von der Richtung her stimmten. Jedoch führten diese uns nicht zur Rotstocklücke, sondern zum Sellapass. Nichts desto trotz, war genau dieser Anstieg etwas vom Schönsten der gesamten Tour. Im Nachhinein, hätten wir den Giübin ohne grossen Aufwand auch noch mitnehmen können (75Hm fehlen vom Pass noch), jedoch wollten wir ja noch den Centrale machen. Wobei der Blick in die steilen Südhänge die traversiert werden müssten, nicht sehr einladend aussahen.

Sellapass - Rotstocklücke - Abfahrt nach Andermatt
Nach dem wir uns wieder orientiert hatten und unterhalb des Grates vom Pizzo Prevat zur Rotstocklücke zurücktraversiert waren, mussten wir uns entscheiden. Da es nun bereits 13:30 war und mit der Tageserwärmung vor Nassschneelawinen unterhalb 2600m gewarnt wurde, schien uns die Traverse durch die steilen Südhänge zum Guspissattel als zu heikel. So stellten wir unsere Skier auf Abfahrt um und genossen nochmals die herrlichen Hänge von der Rotstockücke zur Vermigelhütte und dann weiter, mit einigen Schiebepassagen, bis nach Andermatt.

Fazit:
Die Highlights dieser Tour waren neben den idealen Bedingungen die vielen unverspurten Hänge, die Überschreitung des Badus, der Gipfelanstieg im Sonnenaufgang zum Ravetsch sowie die Nordwest-Abfahrt vom Piz Alv. Für mich zeigte sich einmal mehr, dass das Bergerlebniss während einer Zweitagestour mit Hüttenübernachtung viel intensiver ist.

SLF-Lawinenstufe: Mässig / Erheblich

Tourengänger:
Marc, Stephan + Stephan

Herzlichen Dank Stephan und Marc für die beigesteuerten Bilder.

Tourengänger: Merida


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