Vorder Blistock (2405m) & Sunnenberg (2222m) ab Mettmen


Publiziert von Bergamotte Pro , 12. Januar 2014 um 17:24.

Region: Welt » Schweiz » Glarus
Tour Datum:11 Januar 2014
Ski Schwierigkeit: WS+
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GL   Chärpfgruppe 
Zeitbedarf: 4:15
Aufstieg: 1075 m
Abstieg: 1075 m
Kartennummer:247S (R. 303, 306a)

Ab Elm Pleus erhält der Vorder Blistock den ganzen Winter hindurch regelmässig Besuch. Das geschieht meist im Rahmen des Hüttenzustiegs und gibt als eigenständige Tour wenig her. Lohnend ist hingegen die Route ab Mettmen via Vorder Matt, welche sehr selten begangen wird. Gut möglich, dass sie demnächst das gleiche Schicksal erleidet wie der Charenstock-Aufstieg - dieser wurde 2013 (leider) aus dem Inventar der erlaubten Winterrouten im Fryberg Kärpf gestrichen.

Nach der Abfahrt ins belebte Niderental lässt sich als Zugabe noch der Sunnenberg anhängen, das kostet bloss 250 zusätzliche Höhenmeter. Von hier oben kann man in Ruhe das hektische Treiben auf der Autobahn gen Leglerhütte beobachten. Und allen Unkenrufen von wegen Wärme und Schneemangel zum Trotz, heute herrschten im Chärpfgebiet fast perfekte Bedingungen: 10cm butterweicher Neuschnee auf harter Unterlage.


Beim Start in Garichti (1608m) mache ich mir keine Illusionen: Ein Grossteil der Route auf den Blistock muss gespurt werden. Somit kommt mir die ausgetretene Spur Richtung Leglerhütte zum Aufwärmen nicht ungelegen. Wobei, um diese Uhrzeit herrscht im Chärpfgebiet noch angenehme Ruhe. Fünf Minuten vor den Alphütten von Ober Stafel setzt der Steilaufstieg auf die Hochebene von Matt ein. (Dies ist übrigens auch im Sommer der schnellste Zugang zum Wildmadfurggeli.) Etwas sichere Verhältnisse sind hier nötig, denn über 80m erreicht man bis 35°. Der Aufstieg ist mühsam, denn die Skier finden auf der harten Unterlage (überdeckt mit 10cm Neuschnee) schlecht Halt. Doch für die Abfahrt verspricht dies Genuss pur. Zwei Gemsen beobachten mein Geknorze vom Ausstieg oben.

Hat man die Ebene von Matt erreicht, wähnt man sich fernab jeglicher Zivilisation. Einzige Lebenszeichen sind die zahlreichen Tierspuren. In sanfter Steigung ziehe ich genussvoll Richtung Wildmadfurggeli (2292m) - das ist die Essenz des Skitourengehens. Der im Sommer viel begangene Übergang nach Elm erhält im Winter wenig Besuch, denn die Variante zwischen Vorder und Mittler Blistock verläuft direkter. Es verbleiben gut 100Hm auf den Vorder Blistock (2405m). Dessen Nordflanke ist stark abgeblasen, bietet aber keinerlei Schwierigkeiten.

Für die Abfahrt könnte natürlich die Rinne ab Sattel zwischen Vorder und Mittler Blistock gewählt werden (R. 31b). Alternativ kann auch direkt vom Gipfel durch eine etwas sanftere Rinne abgefahren werden. Diese ist bei bei heiklen Verhältnissen vorzuziehen. In diesem Fall gilt es aber rechtzeitig südwärts zu halten (eventuell mit Stöckeln), um den Durchgang ins Niderental runter nicht zu verfehlen (im Bereich des Sommerwegs). Wie bereits erwähnt lässt die Abfahrt keine Wünsche offen, Steinkontakt minimal.

Auf 1925m treffe ich auf die Leglerautobahn (heute sind vor allem Schneeschühler unterwegs) und folge ihr Richtung Sunnenbergfurggele. Kurz vorher biege ich gegen Norden ab und darf erneut jungfräuliche Spuren in den Schnee legen. Zuletzt über den Grat erreiche ich unschwierig den Sunnenberg (2222m): mittendrin im belebten Chärpfgebiet, aber erstaunlich wenig besucht. Von hier oben lässt sich übrigens vorzüglich meine Route auf den Blistock einsehen.

Die allerletzten Meter auf der Nordseite des Sunnenbergs sind sehr steil (Führer: 34°, ich schätze >35°) und heute wegen freiliegenden Felsen nicht zu fahren. Macht nichts, wenige Meter retour über den Südgrat findet sich eine einfachere Variante. Eine weitere genussvolle Abfahrt später stehe ich wieder auf der Alp Ober Stafel. Der ausgetretenen Spur entlang zurück zur Bergstation Mettmen.

Tourengänger: Bergamotte


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