Klettern auf der Südseite des Wettersteins (Knapp-Köchler und Siemens-Wolf)


Publiziert von Patricia , 12. Juli 2008 um 15:49.

Region: Welt » Österreich » Nördliche Ostalpen » Wetterstein-Gebirge und Mieminger Kette
Tour Datum: 5 Juli 2008
Klettern Schwierigkeit: VII (UIAA-Skala)
Aufstieg: 1200 m
Abstieg: 1200 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Ausgangspunkt: Leutsch Parkplatz Chinesische Mauer, Aufsteig durchs Puittal
Unterkunftmöglichkeiten:schöne Biwakmöglichkeiten im Puittal beim Bach

Sobald man aus dem steilen Wald, von Leutasch herauf, hinaus kommt und das wunderschöne Puittal erblickt, sind alle Aufstiegsmühen vergessen. Genüsslich gehts aufwärts, ab und an eine Murmele erblickend, nette Biwackplätze befinden sich direkt am Bach und 400m unterhalb den Wänden von Schüsselkar und Co.

Zur Route Knapp-Köchler: Der Einstieg ist leicht auszumachen, befindet er sich doch ganz links der gewaltigen, steilen Plattenflucht, bei einer Verschneidung mit Klebehaken (zuerst 50m Schrofenvorbau erklettern). Unvorstellbar, dass durch diese glatten Platten Routen durchziehen! Die erste Seillänge folgt anfangs der Verschneidung und geht dann über die Platten (leider oft nass) in diffiziler Kletterei hinüber zum Stand. Die nächsten Seillängen folgen einem Riss (teilweise recht kraftig), einer Verschneidung und hinüber nach links zu einem recht luftigen Stand, bevor es in den Überhang geht (extrem kraftig) und nach diesem in genüsslicher Kletterei und einem modrigen Kamin folgend Richtung Ausstieg (Westgratturm).
Von diesem abseilen oder den Abstieg über die Wangscharte wählen. Wir haben uns für die Abseilerei entschieden, was gut möglich ist (Abseilringe und im unteren Teil steil und freihängend). Wer mit zwei 60m Seilen unterwegs ist, schafft es sogar mit 4mal abseilen bis zum Boden (letzte und vorletzte Seillänge zusammenhängen, dann bis Stand über Überhang, von dort drei Seilllängen abseilen bis Stand nach der ersten Plattenquerungsseillänge und von dort bis zum Boden).
Felsqualität lässt nichts zu wünschen übrig, feinster Kalk mit ständiger Aussicht auf die gewaltige Plattenflucht nebenan.
Zur Absicherung: Tour ist eingeklebt, allerdings mit weiteren Abständen in den "leichteren" Seillängen. Überhang und Riss sind relativ gut gesichert. Die Mitnahme eines Klemmkeilsets ist ratsam (Keile lassen sich recht gut unterbringen) oder kleine/mittlere Friends.
Die Schwierigkeit ist obligatorisch zu klettern!

Zur Route Siemens-Wolf: Einstieg leicht auszumachen, auf höchstem Punkt, dort erblickt man in 3m Höhe Bohrhaken. Die linken gehören zur Siemens-Wolf, die rechten zur Route Phantasia. Die untere Seillänge besteht aus festem, leicht abgeklettertem Fels, die zweite Seillänge folgt leider nicht den wunderschönen Wasserrillenplatten, sondern quert rechts raus zu Stand bei Gufel. Auch die nächste Seillänge ist nicht das goldene vom Ei (besser schaut da die Phantasia aus, welche über Wasserrillenplatten verläuft). Die letzte Seillänge haben wir nicht mehr geklettert (Kaltfront im Anmarsch!), hat allerdings auch nicht so einladend ausgeschaut (nicht mehr so fester Fels) und der Abstieg/Abseilerei über die Wangscharte ist auch nicht verlockend bei Gewitter, welches im Anmarsch war. Somit haben wir also zurückgeseilt zur Gufel, von dort Plattenquerung der zweiten Seillänge hinübergeklettert und dort nochmals abseilen und hoffen, dass das Seil sich nirgends verhängt.

Fazit: Wetterstein Südseite wartet mit toller Felsqualität in den entsprechenden Routen, allerdings ist dafür eine ordentliche Portion Kletterkönen und eine gute Psyche von Nöten. Umgang mit mobilen Sicherungsmitteln gehört einfach dazu, nix mit Plaisirklettern, dafür eindrucksvolle, relativ steile Touren in rauhem Wettersteinkalk.

Tourengänger: Patricia

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