Pilatus via Heitertanndliweg


Publiziert von HBT , 11. Juli 2008 um 21:38.

Region: Welt » Schweiz » Nidwalden
Tour Datum:11 Juli 2008
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: Pilatusgebiet   CH-NW   CH-OW 
Zeitbedarf: 2:15
Aufstieg: 890 m
Abstieg: 200 m
Strecke:Fräkmüntegg - Lauelenegg - Ober Lauelen - Heitertannliweg - Klimsenkapelle - Klimsenhorn - Klimsenkapelle - Pilatus Kulm
Zufahrt zum Ausgangspunkt:mit der Gondelbahn von Kriens zur Fräkmüntegg
Zufahrt zum Ankunftspunkt:mit der Luftseilbahn vom Pilatus Kulm zur Fräkmüntegg; hier wird die Seilbahn gewechselt, dann mit einer Gondelbahn hinunter nach Kriens
Unterkunftmöglichkeiten:Hotel auf dem Pilatus Kulm
Kartennummer:1170 Alpnach

Der Hausberg von Luzern - der Pilatus - ist ein berühmter Touristenberg. Markant erhebt er sich östlich des Vierwaldstättersees steil und gegen Norden hin abweisend. Durch eine Seilbahnserie von Kriens und der mit 48% steilsten Zahnradbahn der Welt von Alpnachstad ist der Gipfel erschlossen. Rund um die Bergstation der Seilbahn ist der Gipfel verbaut und von Touristen bevölkert. Doch bietet der Pilatus auch seine schönen und wilden Seiten, vor allem die Nordabbrüche der felsigen und zackigen Pilatuskette sind imposant. Ob wohl daher der frühere Name Mons fractus kommt? Trotzdem führen auch von hier einige Wege auf den Gipfel. Zum Beispiel der landschaftlich sehr schöne Heitertannliweg, den wir heute für den Aufstieg wählten.


Pilatus von Südwesten; Die zwei hohen Spitzen sind Tomlishorn (2128 m) und Esel (2119 m), rechts ist das Matthorn (2041 m), der Hauptkette vorgelagert. Aufnahme vom Fürstein am 4. 11. 2008.


Pilatus über dem Nebelmeer; Matthorn (2041 m), Esel (2119 m) und Tomlishorn (2128 m) überragend. Aufnahme vom Rigi Kulm am 15. 12. 2007.


Der Esel (2119 m) ist ein schöner Aussichtspunkt. Von der Bergstation der Bahnen führt eine Treppe auf den Gipfel. Von Osten ist er wesentlich wilder, doch auch von hier lässt er sich wandernd über die Ostwandroute ersteigen. Aufnahme vom Zustieg zur Esel Ostwand am 27. 9. 2008.

Die heutige Tour startet bei der Bergstation (1416 m) der Luftseilbahn Kriens - Fräkmüntegg. Auf einem breiten Weg gelangt man an der Rodelbahn vorbei zur eigentlichen Fräkmüntegg (1469 m). In Steinwurfweite bewundert man die abschüssige Nordflanke des Klimsenhorns, durch die der Bänderweg führt. Dieser bildet jedoch nicht das heutige Ziel. Wir entscheiden uns für den Heitertanndliweg, der auch auf den Wegweisern weiss-rot ausgeschildert ist. Bevor der Aufstieg beginnt, steigt man zuerst durch den Wald zur Lauelenegg (1442 m) ab. Bis zur idyllischen gelegenen Alphütte bei Ober Lauelen (1332 m) sind nochmals gut hundert Höhenmeter im Abstieg (T2) zu bewältigen. Auf diesen Abstiegsmetern beeindruckt der gewaltige kesselartige Nordabbruch der Kette Klimsenhorn - Pilatus Oberhaupt - Tomlishorn - Widderfeld. Noch weit oben scheinen die Gipfel.

Nach Ober Lauelen beginnt der eigentliche Anstieg auf dem Heitertanndliweg (T3). Einige hundert Meter führt der Weg über Wiesen, bis er an den Seiten eines mächtigen schluchtartigen Einschnitts an Höhe gewinnt. An zwei Stellen ist der Weg mit Drahtseilen gesichert. Manchmal, wenn der Weg steil an Höhe gewinnt,  braucht man auch die Hände. Der Weg ist immer gut zu finden und vorbildlich markiert. Bei einer Stelle hilft eine Holztreppe weiter. Immer wieder geniesst man die Blicke auf die steilen Abbrüche des Tomlishorn und des Chastelendossens im Vordergrund. Beim Wandern sollte man aber auch auf den Boden Acht geben, den der Weg ist manchmal recht steinig. Über P. 1621 führt der landschaftliche schöne Weg in Richtung des Klimsenhorns. Die letzten hundert Meter führen dann weniger steil zum Sattel bei der Klimsenkapelle. Von hier aus lässt sich in wenigen Minuten das Klimsenhorn (1907 m) besteigen. Der Tiefblick von diesem dem Hauptkette vorgelagerten Gipfel hinunter zur Fräkmüntegg ist faszinierend.

Im Laufschritt gehts zurück zur Klimsenkapelle und über P. 1866 nehmen wir die letzten Höhenmeter in Angriff. Die 40 angegebenen Minuten bis Pilatus Kulm reichen mehr als. Über den serpentinenschlagenden Pfad (T2+) gewinnt man gemütlich an Höhe und steht schon nach kurzer Zeit unter der Betontreppe, die zum Pilatus Rundweg hinaufhilft. Durch diesen tunnelartigen Weg gelangt man dann auch schnell zum Pilatus Kulm mit der Seilbahnstation. Beim genauen Beobachten aus den Felsenfenstern erspäht man mit ein wenig Glück Steinböcke, die sich in den brüchigen Flanken unterhalb der Gipfelfelswand tummeln.

Vom Pilatus Kulm aus kann man über einige wenige Treppenstufen (T1) noch auf das Pilatus Oberhaupt (2106 m) aufsteigen. Hier haben wir dann den Tiefblick auf die Aufstiegroute und den Blick in die leider umwölkten Alpen genossen. Hinter dem Tomlishorn bauten sich schon erste dunkle Wolken auf.

Vom Pilatus Kulm aus habe ich noch auf dem einfachen Weg (T1) den Esel (2119 m) bestiegen. Schwindelerregend steil sehen die letzten Höhenmeter über den Ostgrat aus, den ich auch einmal begehen möchte.

Abgestiegen sind wir dann, faul wie wir sind, knieschonend mit der Seilbahn.

Tourengänger: HBT

Galerie


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