Pendling, 1563, auf steilen unbekannten Natur-Pfaden


Publiziert von windi , 3. Juli 2008 um 19:35.

Region: Welt » Österreich » Nördliche Ostalpen » Rofangebirge und Brandenberger Alpen
Tour Datum:10 Mai 2008
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: A 
Zeitbedarf: 6:00
Aufstieg: 1050 m
Abstieg: 1050 m
Strecke:6 km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Autobahnabfahrt Kufstein Nord. Bundesstraße Kufstein-Langkampfen. In Unterlangkampfen/Schaftenau in der Nähe des Kindergartens parken.
Kartennummer:Kompaßkarte Kufstein, Kaisergebirge, 1:30000

Der Pendling ist ein typischer Ausflugsberg. Er bietet eine tolle Aussicht, vor allem auf Kufstein und das Kaisergebirge, hat ein Gipfelgasthaus, eine Fahrstraße und meist viel Betrieb. Dennoch gibt es zwei Zustiege, auf denen man fast nie einen Menschen trifft: Den steilen Aufstieg durch die Südostflanke und den Abstieg am Ostgrat. Wer in Ruhe Blick und Natur genießen möchte, sollte es an diesen Wegen und nicht am Gipfelkamm tun.

Der Einstieg in den Südaufstieg zum Pendling ist so am leichtesten zu finden: Die Bachgasse in Schaftenau (beim Kindergarten) nach rechts verlassen und unter der Staumauer den Bach queren. An der Schotterstraße auf der anderen Bachseite sind nach wenigen Metern Trittspuren in der Böschung zu erkennen, die den Weganfang anzeigen.
Das Gelände ist locker bewaldet und abwechslungsreich, der Pfad meistens gut zu erkennen. Bei HM 780 an einem kleinen Plateau wird zweimal eine Forststraße (bzw. ihr Ende) überquert. Wenn man auf dem Pfad bleibt und nicht die Richtung wechselt, gelangt man von selbst in den teils sehr steilen zweiten Teil des Pendlingaufstiegs.
Die deutliche, je nach Verhältnissen oft rutschige Spur trifft nach Überwindung des ersten buchenbestandenen Steilhangs bei ca. HM 900 auf eine Rippe. Dort sind trotz Steilheit und einiger Felsen sichere Tritte, das Steigen fällt leichter. Zwei felsige Steilstellen werden rechts in der Flanke umgangen oder direkt durchklettert (Grad II unter Zuhilfenahme von Wurzeln und Bäumchen). Die Blicke ins Tal und in die Schlucht auf der linken Seite sind extrem. Nun geht es noch ein ganzes Stück am schönen kiefernbestandenen Grat hinauf, bis vor der letzten Steilstelle große rote Markierungen anzeigen, dass man noch richtig unterwegs ist. (Für den ganzen Steilanstieg gilt: Nicht zu weit nach rechts hinüberqueren. Der Pfad bleibt immer in der Nähe des Steilabbruchs zur kleinen Schlucht links!). Die Markierungen führen einen links um die letzte unschwierige felsige Stelle herum. Ab hier sind im langsam flacher werdenden, einladend lichten Gelände keine Markierungen oder Spuren mehr vorhanden. Wer ziemlich genau in Falllinie hinaufgeht, muß irgendwann die Ende 2008 hineingesprengte neue Forststraße überqueren und gelangt kurz danach an einem kleinen Joch auf den Hauptkamm mit Straße. Von Norden (Schneeberghaus) erreichen die meisten Ausflügler an dieser Stelle den Gipfelkamm. 

Der Weg über den Gipfel ist nicht zu verfehlen, die Aussichtsplätzchen sind an den Wochenenden meistens belegt.

Der Einstieg zum Abstieg in den Ostgrat wurde vor kurzem zu Gunsten eines Parkpodestes an der ersten Kehre der Pendling-Versorgungsstraße (50 m vom Gasthaus entfernt) zugeschüttet. Einmal gefunden ist der Pfad immer gut sichtbar und sparsam teils rot, teils blau markiert. Die steilen Stellen sind nicht so ausgesetzt wie am Aufstieg, aber oft rutschig. Man kann sich meistens gut an Wurzeln oder Steinen festhalten.

Die einsamen Aussichtsplätzchen im oberen Teil des Grats sollte man für Rast und Ausblick nutzen, denn spätestens ab der Hälfte verschwindet der Weg unwiderruflich im Wald! Ein Stückchen südöstlich des Dreibrunnenjochs trifft man auf den nach SO hinabziehenden Wanderweg.

Wer kultiviert baden möchte, der folgt bald der Beschilderung “Stimmersee-Steig” nach links. Wer geradeaus dem Schild “Stimmersee” folgt, trifft südlich eines kleinen Stausees (auch hier Baden möglich, wenn auch nicht offiziell erlaubt) auf die Forststraße, die SW des Stimmersees zum Gehöft Pulverturm führt. Kurz nach einer Kehre führt einen das Schild “Unterlangkampfen” auf den etwas versteckten, schönen Hangweg, der die Bundesstraße einen knappen km vom Startpunkt entfernt erreicht.

Hinweise: Auf- und Abstieg führen teils durch steiles Gelände und erfordern Konzentration und absolute Trittsicherheit. Nur gehen, wenn es zwei bis drei Tage trocken gewesen ist (im Winter nur nach längerer Trockenzeit!). Die Tour keinesfalls umgekehrt gehen!

Aktualisierung 2011für diejenigen, die mit dem Gedanken spielen, am Kufsteiner Haus unterm Gipfel auf der Terrasse ein extra-schönes, blickreiches Essen oder Bier einzunehmen: Es wird gebaggert, und wie!! Am Sonntag, 10.4. war die Steinwüste neben der Terrasse zu bewundern, wochentags gibts sicher noch den Bagger dazu. Was gebaut wird, ist nicht zu erkennen, aber eins ist sicher: Es dient dem Profit. (Der Zufahrts-Straßenbau vor 6-7 Jahren mit der Anlage großzügiger Parkflächen vor der Hütte und die anschließende Erweiterung der Hütte zeigten bereits deutlich die Gigantomanie der Hüttenbesitzer und die rücksichtlose Haltung gegenüber der Natur!)
Aktualisierung 2014: Der Bagger ist nicht mehr da bzw. momentan nicht da, aber sein Werk ist noch weit davon entfernt, irgendwie zuzuwachsen. Von Gemütlichkeit auf der Aussichtsterrasse kann keine Rede sein.

Denen, die die Hütte entweder kennen oder sich nicht erschrecken wollen, sei folgende gipfelvermeidende Variante empfohlen: Die aussichtsreiche Kammstraße ca. 1,5 km Richtung SW gehen und an der Stelle, wo sie nach NW zur Kala-Alm umbiegt, nach links auf einen Pfad zu einer Diensthütte abzweigen. Von dort kann man den ganzen Kamm über die Heimbergköpfe, teilweise durch interessantes Gelände und ohne Schwierigkeit nach SW bis zur Jochalm überschreiten. Am ersten Gratbuckel nach der Diensthütte muß der Kamm allerdings nach Süden verlassen werden, um eine Felsstelle im Grat zu umgehen.
Es gibt immer wieder schöne Aussicht und bald auch einen rot markierten Pfad.

Der Abstieg Jochalm-Unterlangkampfen ist etwas langatmig, führt aber an ein paar hübschen Plätzen vorbei, u.a. an einer Quelle. Er beginnt ca. 100 m SW der Jochalm, ohne Schild!
Wer es extremer und schneller mag: Der weglose Direktabstieg von der Jochalm nach SO durch steilen Wald, wechselnd links oder rechts der Rinne ist möglich. Ca. bei HM 800 wird eine Forststraße erreicht. Der weitere weglose Abstieg ist rechts oder links des großen Baches möglich.

Die talnahen Südhänge sind sehr zeckenreich!


Tourengänger: windi

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Kommentare (1)


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Ira hat gesagt: Eher T4-T5
Gesendet am 2. Dezember 2016 um 15:08
Ich würde diese Wanderung eher mit T4 oder sogar T5 einstufen, besonders wenn man sie im Spätherbst macht, wenn alles Laub von den Bäumen gefallen ist. Dann sieht man nämlich den eh kaum erkennbaren Weg nicht mehr (sowohl bergauf wie bergab). Diese Wanderung ist wesentlich anspruchsvoller als andere T3-Wanderungen, wie z.B. aufs Trainsjoch oder auf die Pyramidenspitze übers Winklkar. Also Vorsicht!!!


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