Lacs du Mont Clapier


Published by Max Pro , 30 October 2013, 17h36.

Region: World » France » Alpes-Maritimes
Date of the hike:17 October 2013
Hiking grading: T3 - Difficult Mountain hike
Waypoints:
Geo-Tags: F 
Time: 6:00
Height gain: 1000 m 3280 ft.
Height loss: 1000 m 3280 ft.
Access to start point:Von Nizza am Besten durch das Vartal (D6202) bis Plan-du-Var, dort dann rechts in's Vallée de la Vesubie (D2565), in Roquebillière hoch in's Vallée Gordolasque (D171) und noch 17km bis zur Pont du Countet.
Maps:ign 3741 OT

Deutschsprachige Literaur über den Parc national du Mercantour ist schwer zu finden, der Michelin Reiseführer 'Französische Alpen' investiert gerade mal 1 Seite von 500 über die Region. Trotz der etwas längeren Anreise von der Küste wollen wir uns im südlichen Teil des Nationalparks umschauen. Wohl wissend, dass unser Zeitbudget der fortgeschrittenen Jahreszeit entsprechend recht knapp bemessen ist, nehmen wir den Mont Clapier in's Visier.

Die wörtliche deutsche Übersetzung Geröllhalde schreckt uns nicht, handelt es sich doch um den südlichsten 3000er des Alpenbogens. Von der Pont du Countet sind's 1400 Höhenmeter, 2 Stunden zum Refuge de Nice, nochmal 2 Stunden zum Gipfel, 3 Stunden Abstieg, 1 Stunde Pause. Wenn wir so gegen 9, 9.30 starten, dann sind wir vor Einbruch der Dunkelheit wieder zurück, passt.

In aller Herrgottsfrühe vermeldet der Verkehrsfunk Stau, wir verwerfen unsere geplante Anfahrtsroute und folgen blind dem Navi. Dieses offeriert uns eine wunderschöne Fahrt über wunderschöne Dörfer und Pässe. Ohne dass wir nur einen Schritt gegangen sind, haben wir nun leider bereits eine 3/4 Stunde Verspätung.

Macht nichts, das holen wir auf dem Weg zum Refuge wieder ein, sage ich. Durch eine fantastische Berglandschaft mit etlichen Wasserfällen wandern wir auf einem felsigen Pfad von der Pont du Countet Richtung Norden, überqueren ein paar Bäche und staunen über die Idylle. Die Cascade de l'Estrech ist allein schon einen Tagesausflug wert. Kein Mensch unterwegs, wir kommen gut voran, ...denke ich. Der Blick auf den Höhenmesser entlarvt den Trugschluss, es zieht sich.

Genau zwei Stunden später stehen wir am bereits geschlossenen Refuge de Nice und pausieren, Performance geht anders, irgendwie klappt's heute nicht so. Nördlich des Refuge de Nice führen 2 Täler, die etwas mehr als einen Steinwurf voneinander entfernt sind, zum Gipfelaufbau des Mont Clapier. Das Vallon du Mt Clapier östlich und das Vallon de Pagari westlich. Jetzt machen wir den entscheidenden Fehler.

In den Tiefen des Internets habe ich ein paar dürre Informationen über den Aufstieg über das Vallon Mt Clapier gefunden, der etwas kürzer ist, als der über das Vallon de Pagari, wo wir bereits die Steinmännchen erkennen können. Wir versuchen die schnelle Variante: Zunächst folgen wir Spuren, die allerdings bald viel zu weit nach Osten in's Vallon de la Fous führen. Fou heisst Tölpel, das passt ja wieder ausgezeichnet...

Also wieder retour, jetzt sind wir aber zu weit links, wie wir später von oben erkennen werden. Schliesslich queren wir zu den Steigspuren mit den gut sichtbaren Steinmännchen in's Vallon de Pagari, somit haben wir die nächste halbe Stunde unseres Zeitkontos verdaddelt. Jetzt aber hurtig!

Nun ist es von der Orientierung her ein Kinderspiel, Steigspuren (zumindest meistens) und Steinmännchen geben die Richtung vor. Leider wird unser Tempo immer langsamer, der Gipfel rückt in weite Ferne. Ist's der überstanden geglaubte Grippevirus, der hektische Versuch Zeit aufzuholen oder beides, jedenfalls ist an den Lacs du Mont Clapier Schluss. Hier werden wir pausieren, um dann in Ruhe abzusteigen.

Die Landschaft um die kleinen Seen ist von bizarrer Schönheit und man kann bis zum Meer sehen. Da wir ja hoffentlich irgendwann wieder kommen werden, steige ich noch etwas hoch Richtung Gipfel. Dazu wende ich mich am See nach Osten, die Steinmännchen führen allerdings nicht ganz an die Südschulter des Mont Clapier heran, sondern leiten dann über einen Aufschwung nach Norden. Ein paar Gemsen beobachten mich interessiert. Nach Norden führt ebenfalls eine Spur, nämlich zum Pas de Pagari. Das hätte auch eine Variante zum Auf- oder Abstieg sein können.

Wir geniessen die Sonne, die einzigartigen Landschaftsbilder und fotografieren. Beim Abstieg auf gleichem Weg müssen wir feststellen: Auch hier liegen wir weit ausser Plan, aber das könnte auch an der Viehherde liegen, die uns auf gut 2000 m Höhe neugierig begrüßt.

Heute haben wir nun doch einiges gelernt:
- Der Parc national du Mercantour ist wunderschön, die Jahreszeit erscheint uns optimal, wir kommen wieder
- Trotz Schwierigkeitsgrad 'facile', für eine Hochtour sollte man fit sein
- Navi aus, Hirn an
- Unser Zeitmanagement bietet noch reichlich Verbesserungspotenzial
 


Hike partners: Max


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Comments (2)


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Sent 3 May 2016, 09h09
Von Eurem ersten Wegversuch von Osten (Vallon de la Fous) wäre es über eine steile Rinne auch hoch gegangen. Und von den Seen wären es höchstens noch eineinhalb Stunden (400 m) gewesen, Rückweg mit Taschenlampe machbar ;)
Naja, dann bein nächsten Mal...
(wenn Ihr wieder in der Nähe seid, empfehle ich noch den Grand Capelet als Überschreitung mitzunehmen, der Blick zum Mittelmeer ist von dort noch eindrucksvoller)

Max Pro says: RE:
Sent 15 May 2016, 11h01
Danke für den Tipp!


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