Brunegghorn (Versuch, 3365m)


Publiziert von bergchaot , 30. Juni 2008 um 19:06.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Oberwallis
Tour Datum:27 Juni 2008
Hochtouren Schwierigkeit: WS
Zeitbedarf: 9:00
Aufstieg: 850 m
Abstieg: 850 m
Strecke:7 km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Die Gemeinde Turtmann liegt zwischen Sierre und Visp direkt an der N9 und ist somit über die A9 oder auch via Autoverlad Kandersteg gut zu erreichen. In Turtmann selbst ist die Verzweigung ins Turtmanntal gut ausgeschildert, über Unterems und Oberems geht es nach Gruben. Am Talschluss an der Vorderen Sänntum gibt es beschränkte Parkmöglichkeiten.
Zufahrt zum Ankunftspunkt:siehe Ausgangspunkt
Unterkunftmöglichkeiten:Turtmannhütte SAC auf 2519m, siehe auch www.turtmannhuette.ch
Kartennummer:Landeskarte der Schweiz - 5006

Diese Tour hat natürlich - wie so viele andere von mir auch - wieder eine kleine Vorgeschichte.
Ich hatte mir nämlich in den Kopf gesetzt, an meinem Geburtstag auf 4000er Gipfel zu stehen. Als mögliche "Kandidaten" für diese Aktion kam unter anderem das Bishorn in Frage. Nachdem ich ausgiebig einige Tourenberichte im Internet recheriert hatte und noch eine Empfehlung für die Turtmannhütte erhalten habe, reifte mein Plan, das Bishorn von dieser Hütte über die Mergasch-Route zu bezwingen. Also reisten wir am Vortag meines Geburtstages ins Turtmanntal, parkierten das Auto bei der Vorderen Sänntum und machten uns auf den Weg Richtung Hütte. Dort angekommen, konnte ich die besagte Mergasch-Route das erste Mal "live" in Augenschein nehmen und musste nun feststellen, dass diese in natura doch etwas anders aussieht als in der Karte :-)

Daher kam Plan B in Spiel, sprich eine Besteigung des Brunegghorns. Pünktlich um 04:30 Uhr wurde auf der Turtmannhütte (2519m) gefrühstückt, und dann ging es auch schon los. Der Weg bis zum Einstieg auf den Gletscher ist relativ leicht, man folgt einfach dem rot-weiss markierten Weg auf's Barrhorn, wobei das 45-50° steile Restschneefeld im sog. Gässi die unerfreulichste Passage war - zumindest für mich. Auf dem weiteren Weg über die Moräne passiert man einen sehr großen Steinmann, dort zweigt ein Pfad nach rechts hinunter in eine Rinne ab. Auf der anderen Seite der Rinne ging es wieder steil ein Restschneefeld hinauf, und dann ist man auch schon auf dem Rand des Brunegggletschers angekommen. Für uns war von Vorteil, dass eine Gruppe kurz vor uns bereits im Aufstieg war und wir somit diese Aufstiegsspur nutzen konnten. Während es im unteren Bereich des Gletschers noch gut vorwärts ging, wurde der Firn im oberen Bereich immer weicher und wir sanken teilweise bis zu den Knien ein. Auf einem Felsriegel etwas westlich des Bruneggjochs war deshalb erst einmal Schluss für uns und wir legten eine gemütliche Rast ein. Bei der anschliessenden Beratung kamen wir zu dem Ergebnis, dass bei derartigen Verhältnissen ein Gipfelversuch keinen Sinn macht. Um wenigstens noch einen Gipfel "mitzunehmen", querten wir ins Bruneggjoch auf 3365m und machten uns an den Aufstieg zum Schöllihorn. Schon sehr bald mussten wir aber feststellen, dass das brüchige Geröll in der Westflanke noch mit einer dünnen Eis- und Schneeschicht überzogen war, was die ganze Angelegenheit ziemlich rutschig machte. Ohne Steigeisen - die wir natürlich dabei hatten, aber nicht ruinieren wollten - war in diesem Gelände kein Fortkommen möglich und so machten wir uns unverrichteter Dinge wieder auf den Rückweg über den Gletscher. Doch auch das war recht zäh, denn inzwischen war der Schnee im oberen Bereich weiter aufgeweicht und wir sanken bei jedem Schritt bis zum Knie ein. Obwohl wir den Gipfel nicht erreicht hatten, war diese "Gletscherwanderung" ein recht eindrucksvolles Erlebnis, welches wir dann auf der Hütte zusammen mit meinem Geburtstag und einem Glas Walliser Wein feierten. Eine andere Gruppe hatte am nächsten Tag mehr Erfolg, weil es a) in der Nacht sehr kalt und somit die Firnauflage gut durchgefroren war und weil sie b) Schneeschuhe mitgenommen haben. Wenn ich das gewusst hätte: meine lagen daheim im Keller :-(

Tourengänger: Roman, bergchaot

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