Lej Sgrischus - Piz Chüern


Publiziert von passiun_ch , 2. November 2013 um 22:20.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Oberengadin
Tour Datum: 2 Oktober 2013
Wandern Schwierigkeit: T2 - Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR 
Zeitbedarf: 4:30
Aufstieg: 658 m
Abstieg: 1156 m
Strecke:Stn. Furtschellas - Grialetsch - Lej Sgrischus - Piz Chüern - Val Fex - Vanchera - Sils-Maria
Zufahrt zum Ausgangspunkt:St. Moritz - Silvaplana - Sils Maria
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Sils Maria - Silvaplana - St- Moritz
Unterkunftmöglichkeiten:Hotel und Pension im Val Fex

Nach drei langen grauen Tagen im Oberengadin, war heute endlich die Durststrecke beendet und es ging endlich wieder hinauf in die Berge. Die Wahl fiel auf das Fextal bei Sils und dort zum Lej Sgrischus. An diesem See bin ich vor Jahren schon einmal gewesen und er war mir doch recht nachdrücklich in Erinnerung geblieben. Damals wählte ich die einfache Variante über Alp Munt (Munt Sura), heute sollte es etwas schwerer werden, via Grialetsch zum See und Abstieg bis nach Sils und nicht wie damals mit der Bahn ins Tal.

 Von der Bergstation „La Chüdera“ der Furtschellas-Bahn in Kehren aufwärts um dann den Hang unterhalb des Grialetsch zu queren. An der kleine Liftstation vorbei leicht abwärts zu einem kleinen Aussichtspunkt mit Blick über die Oberengadiner Seen. Der Weg biegt nun in das Val Fex hinein und an der zweiten Weggabelung wählt man den Weg hinauf via Giand Alva in Richtung Grialetsch. Der Weg geht recht steil und schmal hinauf, ist recht spärlich markiert und wenn dann könnte die Farbe mal erneuert werden. Es sieht außerdem so aus als würde der Weg nicht so oft begangen. Je weiter man aufsteigt desto schöner wird das Panorama. Am Anfang noch nicht zu sehen, aber weiter oben erkennt man in der Ferne nun sogar die Monte Rosa-Gruppe. 
Am Grialetsch angekommen geht der weitere Abschnitt nun nicht mehr so steil weiter und erreicht bei Pkt. 2747 den höchsten Punkt des Tages. Nun leicht absteigend auf einem schönem Bergweg unterhalb der Furtschellas entlang, um via Plaun-da-las-Furtschellas den Lej Sgrischus zu erreichen.

Der Lej Sgrischus, übersetzt schauerlicher See, ist in Wahrheit ein lieblicher, ruhiger Bergsee, der in einer geschützten Mulde wunderschön eingebettet auf einer Bergterrasse liegt.  Er bietet sich gerade so zum Sonnenbaden an. Also den Rucksack mit Fleecejacke als Kopfkissen und die Schirmmütze ins Gesicht gezogen, man könnte sagen Berg-Wellness pur.
Nach einer halben Ewigkeit entschloss ich mich dann aber doch die Tour fortzusetzen, denn es stand noch ein kleiner „Gipfel“ an, der Piz Chüern oder sollte man nicht doch lieber Aussichtskanzel sagen?
Vom See erreicht man innerhalb kurzer Zeit den Gipfel des Piz Chüern, der seit einer ganzen Weile auf der Wanderung schon im Blickfeld lag. Er bietet einen prächtigen Rundblick und tiefe Blicke ins Val Fex.

Der Abstieg erfolgt auf einem markierten Weg etwas südlich vom Gipfel und führt steil über die Grashalden der Crap da Chüern hinunter zum Fextal. Der Weg ist im oberen Teil noch recht gut, wird aber im weiteren Verlauf des Abstieges recht unangenehm, da er sehr verwittert und ausgeflossen ist. Etwa 100 Höhenmeter oberhalb des Val Fex folgt dann eine größere Weggabelung mit den unterschiedlichsten Abstiegsvarianten.
Zwei Wege führen direkt hinunter ins Fextal um dann im Talgrund über Crasta und Platta nach Sils zugelangen. Ich entschied mich für die Dritte übrig gebliebene Variante und stieg ca. 60 Höhenmeter wieder den Hang leicht zur Gianda auf. Der Weg führt dann absteigend weiter den Hang entlang bis nach Vanchera. Dort nach rechts und durch den Wald hinunter nach Sils-Maria, wo der Weg genau am Nietzsche-Haus aus dem Wald herausführt. 

Hier noch ein paar Zeilen zur Malojaschlange die auf einigen Bildern zusehen ist:
"Unter bestimmten Wetterbedingungen wälzt sich von Maloja her eine graue, quellende Wolkenwalze das Oberengadin hinab. Sie kann als Wolken- oder Nebelbank auf dem Talgrund aufliegen oder auf einer bestimmten Höhe den Bergflanken entlangkriechen. Typisch ist die Begrenzung auf ein bestimmtes Niveau. Für das Entstehen der Malojaschlange ist ein tiefliegendes Kondensationsniveau nötig. Das ist jene Höhe, in der aufsteigende, feuchte Luft zu Wolken oder Nebel kondensiert. Liegt dieses Niveau tiefer als Maloja, kriecht die Malojaschlange als quirlende Nebelbank durch den Passeinschnitt ins Engadin und legt sich auf den Talboden. Darüber kann strahlender Sonnenschein herrschen. Liegt es höher, kühlen sich die Luftmassen erst an den Talflanken ab und kleiden diese mit Nebel oder Wolken ein. Die Malojaschlange ist meist ein Schlechtwetterzeichen, aber nicht immer. Manchmal löst sie sich so schnell auf, wie sie gekommen ist und gibt den strahlend blauen Himmel frei. "
Quelle: Verkehrsverein Maloja
 

Tourengänger: passiun_ch


Minimap
0Km
Klicke um zu zeichnen. Klicke auf den letzten Punkt um das Zeichnen zu beenden

Galerie


Slideshow In einem neuen Fenster öffnen · Im gleichen Fenster öffnen


Kommentare (4)


Kommentar hinzufügen

wam55 hat gesagt: Malojaschlange
Gesendet am 2. November 2013 um 23:43
Danke für die interessanten Infos zur Malojaschlange, das war mir bisher nicht bekannt. Unbewusst habe ich diese Schlange aber auch schon mal erlebt am Silsersee.

Gruess vom Werner

passiun_ch hat gesagt: RE:Malojaschlange
Gesendet am 3. November 2013 um 10:29
Bitte gern geschehn.
Die Malojaschlange zieht sich meist bis zum Stazer Wald - habe dem Bericht ein entsprechendes Bild hinten noch angefügt !
HG Michael

Gelöschter Kommentar

passiun_ch hat gesagt: RE: Danke
Gesendet am 3. November 2013 um 10:26
... ich benötige halt ein wenig Vorsprung wenn Ihr beide mich mit Euren Schneeschuhberichten demnächst wieder überholt. :-))
HG Michael


Kommentar hinzufügen»