Versuch einer Erstbegehung am "Silberstein" Sass d'Argent


Published by Alpin_Rise , 26 September 2013, 17h41.

Region: World » Switzerland » Tessin » Locarnese
Date of the hike:22 September 2013
Hiking grading: T5 - Challenging High-level Alpine hike
Climbing grading: IV (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: Gruppo Poncione Piancascia   Gruppo Pizzo delle Pecore   CH-TI 
Height gain: 500 m 1640 ft.
Height loss: 2000 m 6560 ft.
Access to end point:cff logo Giumaglio
Accommodation:Die fantatstisch gelegene, liebevoll gepflegte [www.alpespluga.ch Alpe Spluga]

Nachdem am gestrigen Zustiegstag ein kurzer, einfacher Klassiker gefragt war, lockt uns heute die Neugierde ins „Neuland“. Eine dritte Linie in der Sass d’Argent Westflanke entlang der V-förmigen Risse im zentralen Wandteil sollte es sein.
Unsere Auseinandersetzung mit der Felsflucht wurde dann auch gleich in der ersten Seillänge gebremst - die kompakten Platten boten uns schlicht zu wenig Sicherungsmöglichkeiten. Kurzerhand wichen wir zum Gipfelgang auf eine bereits bekannte Route aus. Probieren und scheitern gehört zum Clean Climbing auf unbekannten Linien:  Der Rückzug ist integraler Bestandteil dieser Art zu klettern.

Goldener Rückzug am silbernen Stein: Versuchung Neuland
 
Der Zustieg von der Alpe Spluga erfolgt am besten auf dem aufwändig erstellten Pfad zur Bochetta Canova, wobei man auf ca. 2100m unter die Westwand quert.
Wir steigen erst seilfrei über die noch flachen Plattenfluchten hinauf (I-II). Schon hier fallen uns die dürftigen Sicherungsmöglichkeiten auf; was von weitem nach guten Rissen aussah, sind lediglich nach unten geschichtete, kompakte Platten. Anseilen etwas unterhalb des markanten „V“, wo sich die Platten deutlich aufsteilen. Die Kletterei ist zwar genüsslich und bewegt sich lediglich im III. Grad, Sicherungsmöglichkeiten sind aber rar. Dort wo sich Risse zeigen, ist der Fels grossblockig-labil, ansonsten zu kompakt, um mobile Sicherungsmöglichkeiten zu legen – Rückzug. Ich finde kein gute Möglichkeit für einen Stand und klettere die bereits bewältigten 20m vorsichtig zurück.

Die Silbermedaille wollen wir dennoch anpeilen und queren durch den Plattenschluss bis zur markanten Verschneidung. Mutmasslich dort suchten und fanden einst schon chmblum und Konsorten einen Weg zum Gipfel, beschrieben auf Seite 227 im TICINO keepwild! climbs . In der Tat nahm dann der Fels unsere Sicherungsmittel versöhnlicher auf und wir gelangten in schöner Kletterei mit drei langen Seillängen (Stellen im IV. Grad) auf den Nordgrat.
Nun noch seilfrei ca. 50m genüssliche Kraxelei im II. Grad und wir stehen am Sass d'Argent  Gipfelsteinmann.

Abstieg über den griffigen Nordgrat (leichteste Route): zeitweise recht exponiert bis  II+, einige Türme übersteigend oder westlich umgehend. Kurz vor der Bochetta Canova kann westwärts über eine Grasrinne abgestiegen (T6) oder fakultativ an einem Schlingenbündel mit Maillot vom Grat abgeseilt werden. Zaza hat diese Route hier beschrieben.
 
Mit einem sauberer-Klettern-Badehalt zurück in die Alpe Spluga. Dort wählen wir trotz der initialen Gegensteigungen den Rückweg über Costa, der zur Zeit saniert wird. Ein wunderbarer, von Tiefblicken begleiteter Abstieg. Wobei uns die Wildschweine nur noch einen Steinpilz übrig gelassen haben...
Wenn man von Arnau den etwas längeren, dafür flacheren Weg nach Giumaglio wählt, begeht man bei einem Besuch der Alpe Spluga nicht zweimal den gleichen Weg – wie beim „cleanen“ Klettern am Fels...
 


Hike partners: Alpin_Rise


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Comments (2)


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Henrik says: Nochmals eine
Sent 26 September 2013, 18h20
Namensehrung....by the way accidentally? Du kennst meinen Nachnamen nun noch besser. Meine Steilheit ist narrativer Art und sprachliche Stolpersteine kenne ich eigentlich nicht...

Cari saluti

Enrico Silberquäki

Alpin_Rise says: RE:Nochmals eine
Sent 27 September 2013, 10h27
> accidentally?
Keineswegs! Wie in der Wort- gibts in der Routenfindung die eine oder andere Ver(w)irrung. Wie im auch am Silberstein, wenn auch seltenst.

cari saluti und
G, Rise


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