Brünnelistock (NO-Grat) - Rossalpelispitz - Zindlenspitz


Written by AnderL , 23 June 2008, 16h17.

Region: Monde » Switzerland » Schwyz
Date of the hike:14 June 2008
Waypoints: Brünnelistock 2133m. 6996 ft. (13) Rossalpelispitz 2075m. 6806 ft. (15) Zindlenspitz 2097m. 6878 ft. (22)
Geo-Tags: CH-GL   CH-SZ 
Time:7:00
Hiking grading: T5 - Challenging High-level Alpine hike
Climbing grading: I (UIAA Grading System)
Route:Innerthal-Hohlflaschen-Mürli-Brünnelistock NO-Grat-Brünnelistock-Rossalpelispitz-Zindlenspitz-Zindlen-Innerthal
Access to start point:Bus Innerthal
Access to end point:Bus Innerthal

von Innerthal der Uferstrasse entlang und nach ca. 3 km auf einem superdreckigen Weg aufs Hohlflaschenmatt. Gerade gab es den Alpeinzug, ich muss sehr aufpassen dass ich nicht irgendwo knietief steckenbleibe.

Der Dreck läss nach und bald stampfe ich Richtung Mürli.  Fast alle Rinnen sind noch voll harter Schnee.

Auf Mürli (1903m) angekommen, versuche ich den weiteren Wegverlauf auszumachen. Der vor zwei Tagen gefallene Neuschnee verdeckt jedoch alle alten Wegspuren. Laut den von mir gelesenen Beschreibungen der Route müsste man auf den Schulter P. 2075 aufsteigen von wo es dann leicht auf den Grat geht. Ich sehe dass es weiter SW wahrscheinlich einen relativ einfachen Zugang direkt auf den Grat gibt, will aber den vollen Gratspass haben und suche weiter nach dem Weg auf den Schulter wo der Grat gerade noch anfängt.
Von Mürli den ersten Aufschwung von rechts nach links umgehend und dann direkt aufwärts geht wohl nicht, es liegt eine grosse Wechte (?) und ich kann die Gelände nicht überblicken. Auch sieht es ziemlich abschüssig aus.

So steige ich etwas südlich nach rechts auf und stehe vor einer Rinne die vielversprechend aussieht. In der Rinne geht es erst 15m zügig nach oben links, dann ist aber Schluss. Es ist steiler, schmaler, abschüssiger geworden. Die Tritte und Griffe sind neuschneebedeckt und nass-rutschig, auch brüchig. Ich bekomme einen Adrenalinstoss, was mir sagt, es ist Zeit zurückzukrebsen. Ok, 5min verweilen, Nervenkräfte sammeln und gaaanz vorsichtig abklettern, jeden Tritt mehrmals prüfend.

Heil wieder unten, sehe ich ein, dass bei den heutigen Bedingungen kein extra Abenteuer gesucht werden sollte und gehe ca 50m weiter südlich. In einfacher Kraxelei geht es auf den Grat, von wo ich auch den besagten Schulter P2075 etwas unter mir sehe.  Sieht so aus, habe ich von dem Grat nicht viel verloren.

In schonem festen Fels auf dem lüftigen Grat kraxelnd (I, Stellen II) geht es zum Gipfel wo ich einer in die Gegenrichtung gehenden Gleichgesinnten begegne. Ich warne sie vor den aus meiner Sicht etwas schwierigen Bedingungen im Abstieg. Sie meint sie hätte die Route bereits mehrmals gemacht so dass sie sich sicher ist. Auch hat sie ein Eispickel dabei. Ich erfahre von ihr dass an einer Stelle auf dem Grat zum Rossalpelispitz noch viel Schnee (Wechte) liegt und der Gratweg unpassierbar sei. Sie hat die Wechte links unten umgegangen, dabei musste sie durch ein Loch unter/durch die Wechte.

Der Abstieg zum Sattel zwischen Brünnelistock und Rossalpelispitz bereitet keine Scwierigkeiten, wenn auch wegen durch den Neuschnee teilweise bedeckten Tritten aufgepasst werden soll. Ich komme letztendlich zur Stelle wo eine Wechte den direkten Gratweg versperrt. Die Spur meiner Vorgängerin ist rechts unten gut sichtbar. Die Wechte ist jedoch nicht überhängend und Ich sehe dass ich noch ein Stück auf dem Grat bleiben kann und versuche so weit wie möglich weiterzukommen. Dann kommt eine kritische Stelle, ich müsste die Wechte links über einen sehr abschüssigen neuschneebedeckten Grashang umgehen. Die nötige Traverse scheint weniger als 10m zu betragen. Ich versuche die "Qualität" des Grashanges zu bestimmen und mein linkes Bein rutscht sofort und mit grosser Freude bis zum zuvor eingesteckten Stock weg. Das wär's. Ich umgehe dann doch die Wechte rechts unten und komme erst 50-70m weiter durch das lüstige Loch im Schee  zurück auf den Grat.

Weiter auf den Rossalpelispitz der durch eine Kette entschärft ist. Auf dem Grat weiter Richtung Zindlenspitz, ab der Einsattelung begegne ich nun Wanderer.

Auf etwas matschigen aber doch erstaunlich griffigen Tritten auf den Zindlenspitz und ich geniesse die Aussicht und überraschende Einsamkeit.

In einer Stunde runter zum Wägitalersee, hier ist der Weg viel angenehmer als über die Hohlflaschen.
 
Tour im Alleingang


Hike partners: AnderL

Gallery


Open in a new window · Open in this window


Comments (1)


Post a comment

AnderL says: Brünneli NO Grat
Sent 29 June 2008, 14h57
Habe mir bei schneefreien Bedingungen die Stelle angeschaut wo ich herumkraxelte. In der Tat, ich war bereits auf den Schulter P.2075 aufgestiegen und als ich anfänglich in der Rinne kletterte, da befand ich mich fast schon in der Ostflanke (nicht gut).


Post a comment»