Gran Giro Canaria


Publiziert von Polder , 22. September 2013 um 21:04.

Region: Welt » Schweiz » Tessin » Bellinzonese
Tour Datum:21 September 2013
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-TI   CH-UR   Gruppo Piz Blas   Gruppo Pizzo del Sole 
Aufstieg: 1850 m
Abstieg: 2500 m

Nein, mit Gran Canaria hat das Ganze nichts zu tun, eher schon mit Gotthardschnuppern: Das mythisch überhöhte Massiv stösst mich bisher aus nicht ganz nachvollziehbaren Gründen, wie etwa das Oberalpgebiet auch, fast schon magnetisch ab, sodass zwecks Vermeidung eines septischen Schocks eine homöopatische Annäherung angezeigt war.
Der kinderhütetechnisch bedingt frühest mögliche Zug um 14.09 liess nicht allzu viele Tessiner Hüttchen zu - Föisc ist zudem schön abendsonnig und doch recht lauschig. Sollte es durch Hochjäger in Beschlag genommen sein, liesse sich ev. immer noch die Cadlimo-Hütte in abendlicher Poncioni-Negri-Überschreitung gewinnen. Dies war indes nicht der Fall, sodass ich auf Föisc allein in der Abendsonne dinieren konnte und die Überschreitung wie es sich gehört in der Morgensonne angehen konnte. Die ersten Gipfelchen (Camoghé, Tom, Stabbiello) liess ich diesmal rechts, links und wieder rechts liegen, um mich schnellstmöglich den Poncioni zuzuwenden. Auch das zweite Mal eine prächtige Gratwanderung mit herrlichen Seetiefblicken und einigen gutmütigen schrofigen Steilaufschwüngen (T5-/T4+).
Aufgrund des bissig kalten Nordwinds sowie der im Abstieg aufwartenden, nicht ganz unerheblichen Schwierigkeiten entschied ich mich, auf Piz Alv - La Rossa zu verzichten und direkt den Barbarera anzusteuern, dies dafür via den ESE-Grat. Dieser bietet nebst hübschem Tiefblick ins Canaria eine scharfe Schwarte und auf ca. 100Hm ganz prächtiges Gekraxel auf festen grossen Blöcken, die an wenigen Stellen beherztes Zupacken verlangen. Herrlich klare Gipfelsicht oben, prächtig gen Westen (BO, Wallis), Süden und Osten, bescheidene Gotthard-Geröll-Höger inkl. Centrale im Norden. Abstieg über den SW-Grat, der zwar steil und brüchig, aber letztlich sehr gut gestuft und unproblematisch ist. Der Grat wird indes zunehmend luftig und kann gen Süden kaum verlassen werden; dank Steinbockpfaden aber problemlos. Pt. 2653 ist dann aber eine plattige Schwarte, die sich zwar problemlos ersteigen lässt, im Abstieg dann aber sehr exponierte Gesimse zeigt - es ginge wahrscheinlich schon, aber es muss ja nicht immer Absturzgelände sein, insbesondere wenn sich dieses durch 100 m Höhenverlust durch nordseitigen Abstieg (ja, hinein ins Gotthardgebiet, weg von der rettenden Tessiner-Flanke!) umgehen lässt. Der Einstieg in den Unteralppass/Passo Scengion liegt deutlich höher (E) als der tiefste Punkt und quert zunächst zurück gen Ost. Der schon lange nicht mehr unterhaltene Weg ist zuoberst noch gut ausgeprägt, in den steilen Grasplanggen und fast bis Orello indes nur noch teilweise sichtbar; ab und an noch eine verblichene alte (gelb-rote) Markierung. Bleibt noch der Abstieg von Orello ins Gran Canaria und der Auslatsch nach Airolo, wo ich mir im Cristallo noch grad eine Pizza fürs Zugsperron schnappen kann.

Tourengänger: Polder


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