Community-Wandern an sagenhaften Suonen


Publiziert von laponia41 Pro , 16. September 2013 um 15:21. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Mittelwallis
Tour Datum:14 September 2013
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS 
Zeitbedarf: 2 Tage 8:00
Aufstieg: 750 m
Abstieg: 800 m
Strecke:25 km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:cff logo Ayent, Bisse d'Ayent
Zufahrt zum Ankunftspunkt:cff logo Montana Crans
Unterkunftmöglichkeiten:[Restaurant Lac de Tseuzier]

Das Wanderbuch "Wandern an sagenhaften Suonen" von Johannes Gerber war für mich der Auslöser, Bissen und Suonen einigermassen systematisch zu begehen. Ende 2009 regte  Zaza an, eine Community zu eröffnen. Bis heute haben 31 Mitglieder 276 Berichte mit rund 3000 Fotos publiziert. Die gemeinsamen Wanderungen gaben der virtuellen Community ein Gesicht, sind eine schöne Tradition geworden und konnten am 14./15. September 2013 zum vierten Mal durchgeführt werden.

Wir trafen uns am Bahnhof Sion, fuhren mit dem Bus Richtung Anzère zur Haltestelle Bisse d'Ayent und standen nach einigen Schritten schon auf dem munter plätschernden Bisse. Gemütlich bummelten wir plaudern auf dem Hüterweg und standen nach einer knappen Stunde vor den Felswänden des Torrent Croix. Hier wurde 1831 ein Stollen gebaut, um die überhängenden Passagen zu umgehen. Der Baumeister täuschte sich in der Richtung, der vermeintliche Stollenausgang wurde vorerst zum Felsenfenster. Uns soll's recht sein. Das Fenster ermöglicht einen eindrücklichen Ausblick auf die darunter liegenden Holzkännel.

Oberhalb Samarin kamen wir zur Stelle, wo der Bisse d'Ayent aus einer Druckleitung des Lac de Tseuzier mit Wasser gespiesen wird. Ab hier ist der Bisse trocken, was dann später in den Felsen von Vorteil ist, weil man bequem im Bachbett gehen kann. Nach der Querung der Strasse war Mittags- und Picknickzeit. Gestärkt ging es weiter, zuerst durch rutschige, aber gut gesicherte Steilhänge. Kein Problem, schon gar nicht für den berggängigen Timi. In den Felsen wurde es allmählich steiler, nach dem Verlassen des alten Bachbettes führte ein Saumweg recht steil über Produssex hinauf zur Barrage de Rawyl.

Im Restaurant du Rawyl löschten wir den Durst, deponierten unsere Rucksäcke im Massenlager und nutzten die Zeit für die Umrundung des Sees. Am Seeende befindet sich die Schöpfe des Bisse de Sion, oberhalb davon stürzen die Wassermassen der Liène über die Felsen. Am Nordufer führte der Weg mit einigem Auf und Ab zurück auf die Staumauer, das Postauto wartete schon, Mel, Lemon, Doris und Myron entschwanden talwärts.

Den Zurückgebliebenen mundete das Fondue und der gute Fendant. Anschliessend wurde gejasst, das Team wam55 und laponia41 lief zur Hochform auf und siegte ununterbrochen.

Am Sonntagmorgen war es vorerst trocken, wir erforschten vor der Ankunft des Postautos den Bisse de Sion zwischen dem Lac de Tseusier und Les Rousses. Der Bisse führte kein Wasser, was das Eindringen in den Stollen ermöglichte. Auf das Besteigen der Leitern verzichteten wir. Nach nächtlichem Regen war das ausgesetzte Band zu glitschig.

Um 11 Uhr starteten wir zu unserer zweiten Suonentour. Wir wählten den oberen Weg über Mondralèche und stiegen von Pt.1875 ab nach Er de Chermignon. Beim Rastplatz Pt.1662 stillten wir Hunger und Durst und schnürten die Schuhe für die Begehung des Ancien Bisse du Rô bei nicht ganz einfachen Verhältnissen. Es hatte inzwischen heftig zu regnen begonnen. Auf den glitschig gewordenen Holzbrettern war Vorsicht geboten. Wir kamen dann erstaunlich gut vorwärts. Durch die Nässe blieben Geröll, Sand und Kies griffig, die Passagen mit Brettern sind ja alle gesichert, der Nebel liess uns gar nicht in die Tiefe blicken. Besondere Aufmerksamkeit galt dann natürlich Bidis Tanne. Wer's nicht glaubt, betrachte die Fotos! Bidi kam hochgestiegen auf einer Leiter, begrüsste uns herzlich und verschwand auf gleichem Weg wieder im Nebel.

Eigentlich war ich dann vorne in Montana Crans ziemlich frustriert. Meine Skandinavien erprobte Bekleidung hatte versagt. Ich war total durchnässt. Grösser als dieser Ärger war jedoch die Freude über eine wiederum gelungene Community-Wanderung. Solche Abenteuer schweissen zusammen. Danke Johannes, Werner, Walter, Roland, Doris, Melanie und Fränzi! Bis zum nächsten Mal!

Anmerkung dazu vom wam55:
Vielen Dank für die Organisation dieser tollen Wanderung, sie hat mir sehr gefallen. Ein paar eigene Bilder habe ich oben noch eingefügt und im korrekten Zeitfenster platziert. 
Gefreut hat mich vor allem die gepflegte Kameradschaft und wie alle meinen Timi sofort akzeptiert haben. Die freundliche Bedienung im Restaurant kann ich auch weiter empfehlen. 
Zur Wanderung selbst habe ich eigentlich nichts mehr anzufügen, sie lag für mich im normalen Rahmen, es gab keine speziellen Anstrengungen oder Schwierigkeiten. Den letzten, regennassen Teil hätte ich lieber trocken gehabt, aber das soll kein Vorwurf an Peter sein, höchstens an den Petrus :-) 

Das Wochende wird mir in schöner Erinnerung bleiben, vielen Dank an alle, die dabei waren!

Dazu der Senf vom Baeremanni
War eine Wanderung der feinen Art. Danke an Laponia und Gerberij, tiptope Organisation. Dank aber auch an alle anderen Kameradinnen und Kameraden, welche mich in diesem erlauchten Kreise so nett aufgenommen haben.
Apropos Jassen, Johann und ich haben gejasst, Wam und Laponia waren superstark im weisen. Bei Gelegenheit ist Revanche gefordert.
Wünsche allen weiterhin erfog- und gussvolle Wanderungen.

Gedanken/Anregungen/Bemerkungen von Myron:
Doris und mir haben die 2 Tage grossen Spass gemacht. Vielen lieben Dank für die super Organisation an Peter und Johannes! Es war spannend neue Suonen kennenzulernen und ihren spektakulären Hüterwegen wandernd zu folgen. Bis auf das Wetter am Sonntag hat alles bestens gepasst. Einen lieben Gruss an die Mitwanderer: Es war schön euch kennengelernt zu haben. 
Wir freuen uns schon aufs nächste Jahr mit hoffentlich mehr Wetterglück (oder besserer Kleidung).


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Kommentare (8)


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Felix Pro hat gesagt:
Gesendet am 16. September 2013 um 21:14
super gemacht, Peter!

da haben wir eine tolle Tour verpasst - euch allen gönne ich dieses spezielle Suonen-Weekend!

liebe Grüsse

Felix

laponia41 Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 16. September 2013 um 21:30
Wenn man so aktiv ist wie du und ich, kann man ja nicht gleichzeitig überall sein. Ich freue mich, wenn wir uns wieder einmal treffen - vielleicht im Oktober im Alpstein.

Liebe Grüsse
Peter

Felix Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 20. September 2013 um 22:08
das hoffen wir doch sehr - bis dann, mit herzlichen Grüssen!

Felix

Baldy und Conny Pro hat gesagt: wir bereuen es
Gesendet am 17. September 2013 um 06:54
dass wir nicht dabei sein konnten.
Gruss und hoffentlich im nächsten Jahr
Angelo und Conny

Renaiolo hat gesagt: RE:wir bereuen es
Gesendet am 17. September 2013 um 09:06
Diesem Kommentar von Angelo und Conny schliessen wir uns an! HG Ruedi (und Doris)

alissa1210 hat gesagt: Bisse du Rho mit Hund
Gesendet am 26. September 2013 um 11:00
Hallo zusammen Danke für den tollen Bericht über die Bisse du Roh. Da hätte ich mal eine Frage an euch. Ich sehe, dass ihr die Bisse du Rho mit einem Border Collie bewandert habt. Ist dies für einen Hund kein Problem? Gibt es nicht irgendwo Leitern? Ich möchte diese Wanderung einmal vom Lac de Tseuziers nach Crans-Montana machen. Natürlich und lieber mit Hund! Ich danke für eure Antwort und weiterhin soviel Spass beim Wandern! En liebe Grüess

laponia41 Pro hat gesagt: RE:Bisse du Rho mit Hund
Gesendet am 26. September 2013 um 12:59
Hallo Alissa
wam55 führt seinen Timi an der Leine, je nach Schwierigkeit kürzer oder länger. Beide sind sehr geübt. Leitern hat es auf der Bisse du Rô keine, aber sehr ausgesetzte Holzbretter. Wenn du mehr wissen möchtest, dann wende dich doch direkt mit einer PM an wam55.

LG Peter

alissa1210 hat gesagt: RE:Bisse du Rho mit Hund
Gesendet am 26. September 2013 um 13:11
Hallo Peter vielen Dank für deine Antwort. Deine Antwort war für mich sehr hilfreich. En schöne Tag Margot mit Alissa


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