Calanques Kletterurlaub


Publiziert von Martina , 16. Juni 2008 um 23:09.

Region: Welt » Frankreich » Cote d'Azur » Calanques
Tour Datum:16 Juni 2007
Unterkunftmöglichkeiten:diverse Appartments (unbedingt vorher buchen)

Wir haben 10 Tage frei und planen einen Kurzurlaub. Billigflug nach Nizza, von dort mit Mietwagen in rund 2 Stunden nach Cassis, dort haben wir ein Appartement bezogen. Die Preise sind relativ teuer, übers Internet lässt sich leicht was finden, meistens wird jedoch nur von Samstag – Samstag vermietet.
 
Über einen schönen Wanderweg erreicht man von Cassis aus die schöne Bucht En Vau in einer Stunde. Die hohen Felswände über der kleinen malerischen Bucht sind sehr imposant. Die Bucht En Vau ist generell nur zu Fuss oder mittels Boot zu erreichen. Dort gibt es eine Vielzahl von Mehr-SL-Klettereien, von leicht bis schwierig, alles zu haben, Abstieg immer mittels teilweise luftigem Abseilen. Da auch schon Rebuffat und Cassin dort geklettert sind, ist es ein sehr bekannter Sektor, und die Routen sind teilweise schon etwas speckig. Es ist trotzdem ein Erlebnis und man muss dort klettern und die Atmosphäre genießen.
 
Zuerst besuchen wir En Vau zu Fuß, doch dann wagen wir es erstmals mit dem Paddelboot (wir hatten ein eigenes mit, man kann es jedoch auch in Cassis mieten). Nachdem wir angepaddelt kamen, begannen wir sofort mit einer schönen Kletterei in der Wand. Nach dem Abseilen jedoch gab es eine böse Überraschung, es gab sehr hohe Wellen, weswegen eine Ausfahrt aus der Bucht nicht mehr möglich war. So mussten wir das Boot und unser Kletterzeugs samt Luxusartikel (Flossen, Schnorchelmaterial) zu Fuss auf dem felsigen Steilpfad aus der Bucht schleppen. Statt normalerweise 1 Stunde benötigten wir mit diesen Lasten rund 2,5 Stunden… Auf Boot-fahr-Abenteuer war mir dann nicht mehr so danach…
 
So besuchten wir in den nächsten Tagen die Bucht von Sormiou (ca. 40min mit dem Auto von Cassis), dort gibt es wieder wunderschöne, weiße Kalkfelsen über türkisblauem Meer. Von Klettergarten bis hin zu Mehr SL Touren ist alles vorhanden und gut abgesichert. Der Fels ist noch sehr rau. Einziges Manko – man muss vor 8 Uhr den Schranken passieren, dann kann man mit dem Auto hinunter zur Bucht fahren, sonst ca. 1h Abstieg. Das ist manchmal etwas mühsam, wenn man den ganzen Tag dort verbringen will. Es gibt nur ein kleines Bistro, das nicht immer geöffnet hat... Die Bucht ist anders als En Vau sehr breit, die Felsen befinden sich auf der rechten Seite. Vom Strand aus sind die Einstiege der Routen teilweise zu Fuss oder mittels Abseilen erreichbar.
 
Kurz vor Urlaubsende rief uns noch mal das Meer und wir beschlossen En Vau ein weiteres Mal mit dem Boot zu riskieren. Die Anfahrt bot diesmal weniger Wellen, was mir sehr behagte, wir verbrachten wieder einen tollen Tag mit baden und kletterten eine schöne Route auf den markanten Gottesfinger. Am Nachmittag machten wir uns wieder für die Ausfahrt bereit. Als wir schon außerhalb der Bucht am offenen Meer waren, schaukelte das Boot extrem, flog in die Luft und plumpste immer wieder ins Wasser. Wir hatten Angst gegen die Felsen zu driften. Plötzlich kam ein Polizeiboot daher und nahm uns mitsamt unserem Boot netterweise auf. Das Schlauchboot der Polizisten war mit einem extrem starken Motor ausgestattet und der Polizist wollte scheinbar alles aus der Maschine herausholen…Angst… Wir saßen auf dem Schlauchboot und sprangen über alle Wellen. Mein ängstlicher Blick hat den Polizisten schließlich dazu veranlasst etwas langsamer zu fahren. Innerhalb von 10min waren wir in Cassis. Wir waren den beiden sehr dankbar, dass sie uns geholfen haben.
 
Sonst gibt es noch einige schöne Klettergärten, alle in bestem Fels und sehr guter Absicherung. Und noch viele weitere Gebiete, die wir uns noch nicht anschauen konnten. Sehr guter Kletterführer ist vor Ort erhältlich. Die Gegend ist landschaftlich einmalig und hat viel zu bieten, auf jeden Fall sehr empfehlenswert.

Tourengänger: Martina

Galerie


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