Chriegalppass 2'536m
|
||||||||||||||||||||||
Eine lange 2-Tageswanderung ausgehend vom Binntal ins Piemont.
Für einmal liess ich mich von meinem Kollegen Markus überreden zu einer Wanderung ohne einen Gipfel zu besuchen. Gipfelsammler rümpfen bei dieser Idee die Nase, doch ich bereue es nicht und kann diese Wanderung sehr empfehlen. Zudem ist sie gespickt mit schönen T5 Einlagen, was durchaus einem Gipfelerfolg entspricht wenn man beide Pässe überwunden hat.
Start ist in Binn, ein kleines Dorf im gleichnamigen Tal. Sehr hübsche Häuser und Gässchen laden zum verweilen ein. Doch wir laufen los, unser Tag ist noch lang. Auf einem Pfad durch üppige Matten erreichen wir Heiligkreuz. Nun steigt es an durch einen schönen Lärchenwald hinauf gegen das Chriegalptal. Bald erreichen wir die Waldgrenze. Das Tal wird öde, der Bach oder frühere Gletscher hat viel Geröll und Schutt hinterlassen. Es gilt eine erste Stufe zu überwinden, ein kleines Zick-Zack Weglein machts möglich. Danach erreichen wir schon bald den flachen Passübergang, dieser ist recht breit und langgezogen. Von nun an gilt es für längere Zeit über Blöcke zu balancieren. Auf dem Pass angekommen schweifen unsere Blicke in den Süden wo es recht sonniger und wärmer wird.
Der Abstieg vom Chriegalppass ist zuerst etwas versteckt entlang einer 400m hohen Wand, schmal und kurz ausgesetzt. Danach öffnet sich vor uns eine kleine Terrasse, auf ihr liegt sehr hübsch gelegen das Biv. Combi e Lanza. Wir machen eine kleine Pause und geniessen die warmen Sonnenstrahlen.
Vom Biv. geht es dann recht steil und anspruchsvoll durch ein Couloir herunter. Es ist noch schneegefüllt und die Passagen durch diesen Schnee etwas heikel wegen der Steilheit. Danach landen wir auf der ersten Alp. Die Gegend erinnert fast ein wenig an Kanada mit den Lärchen und Weiden. Von dieser Alp steigen wir nochmals 300HM ab bis wir zur Alpe Devero ankommen. Im kleinen Rif. Castiglioni machen wir uns breit und geniessen unser wohlverdientes Bier.
2. Tag:
Am Morgen machen wir uns über einen weiteren Pass auf den Heimweg zurück nach Binn. Der Weg steigt sehr hübsch über Weiden hinauf und schon bald finden wir uns in der alpinen Welt wieder. Wasserfälle, schroffe Wände und heute einige Nebelschwaden zeichnen die Kulisse. Bald merken wir, dass in diesem Tal viel mehr Schnee liegt. Die ersten Schneefelder lassen sich gut queren, die Steilheit nimmt aber bald zu und schlussendlich stehen wir vor einem sehr steilen, breiten Couloir. Hoch oben an einem Felsen ist unmissverständlich mit gelber Farbe der Weg markiert. Nun kommt Trumpf 1 zum Einsatz: "Nimm de dini Stiigise mit, s'chönnt de nu Schnee ha", sagte Markus ein paar Tage vorher am Telefon. "Ja, meinsch würklich?" Ja, ja, er hatte Recht. Selbst mit den Steigeisen wurde uns mulmig, am Schluss stellte sich der Hang noch auf und für ein paar Tritte standen wir im fast senkrechten Firn! Zum Glück neigte sich zuoberst bald der Hang und wir entronnen der Schlüsselstelle. Hier auf 2'300m hat es noch jede Menge Schnee! Wir stapften weiter und erreichten dann den Passo della Rossa. In der Karte heisst es auch Geisspfad. Auf dem Pass sind noch viele Grenzsteine sichtbar. Auf der schweizer Seite unten sehen wir einen grossen See, den Geisspfadsee. Er ist noch fast komplett zugeschneit, nur die Ränder sind blau sichtbar. Wir umrunden den See und benützen zum Abstieg wieder ein paar Schneefelder. Rassig rutschen wir diese ab und gewinnen so in ein paar Minuten viele Höhenmeter.
Bald haben wir die Schneegrenze unterschritten und finden uns wieder auf schönen Alpweiden. Wir kommen auch noch an einem Volksfest vorbei. Ehringerkühe wurden auf die Alp gebracht und Schaulustige erfreuen sich an den Kämpfen der Tiere.
Müde und glücklich erreichen wir pünktlich wieder Binn. Es reicht noch gut zum verdienten Bier und dann lassen wir uns mit Postauto und Zug müde nach Hause chauffieren.
Ein paar Angaben zu der Wanderung
1. Tag: 1'100HM, ca. 7 Stunden
2. Tag: 900HM, ca, 6 Stunden
Schlüsselstellen T5, sonst eher T3
Für einmal liess ich mich von meinem Kollegen Markus überreden zu einer Wanderung ohne einen Gipfel zu besuchen. Gipfelsammler rümpfen bei dieser Idee die Nase, doch ich bereue es nicht und kann diese Wanderung sehr empfehlen. Zudem ist sie gespickt mit schönen T5 Einlagen, was durchaus einem Gipfelerfolg entspricht wenn man beide Pässe überwunden hat.
Start ist in Binn, ein kleines Dorf im gleichnamigen Tal. Sehr hübsche Häuser und Gässchen laden zum verweilen ein. Doch wir laufen los, unser Tag ist noch lang. Auf einem Pfad durch üppige Matten erreichen wir Heiligkreuz. Nun steigt es an durch einen schönen Lärchenwald hinauf gegen das Chriegalptal. Bald erreichen wir die Waldgrenze. Das Tal wird öde, der Bach oder frühere Gletscher hat viel Geröll und Schutt hinterlassen. Es gilt eine erste Stufe zu überwinden, ein kleines Zick-Zack Weglein machts möglich. Danach erreichen wir schon bald den flachen Passübergang, dieser ist recht breit und langgezogen. Von nun an gilt es für längere Zeit über Blöcke zu balancieren. Auf dem Pass angekommen schweifen unsere Blicke in den Süden wo es recht sonniger und wärmer wird.
Der Abstieg vom Chriegalppass ist zuerst etwas versteckt entlang einer 400m hohen Wand, schmal und kurz ausgesetzt. Danach öffnet sich vor uns eine kleine Terrasse, auf ihr liegt sehr hübsch gelegen das Biv. Combi e Lanza. Wir machen eine kleine Pause und geniessen die warmen Sonnenstrahlen.
Vom Biv. geht es dann recht steil und anspruchsvoll durch ein Couloir herunter. Es ist noch schneegefüllt und die Passagen durch diesen Schnee etwas heikel wegen der Steilheit. Danach landen wir auf der ersten Alp. Die Gegend erinnert fast ein wenig an Kanada mit den Lärchen und Weiden. Von dieser Alp steigen wir nochmals 300HM ab bis wir zur Alpe Devero ankommen. Im kleinen Rif. Castiglioni machen wir uns breit und geniessen unser wohlverdientes Bier.
2. Tag:
Am Morgen machen wir uns über einen weiteren Pass auf den Heimweg zurück nach Binn. Der Weg steigt sehr hübsch über Weiden hinauf und schon bald finden wir uns in der alpinen Welt wieder. Wasserfälle, schroffe Wände und heute einige Nebelschwaden zeichnen die Kulisse. Bald merken wir, dass in diesem Tal viel mehr Schnee liegt. Die ersten Schneefelder lassen sich gut queren, die Steilheit nimmt aber bald zu und schlussendlich stehen wir vor einem sehr steilen, breiten Couloir. Hoch oben an einem Felsen ist unmissverständlich mit gelber Farbe der Weg markiert. Nun kommt Trumpf 1 zum Einsatz: "Nimm de dini Stiigise mit, s'chönnt de nu Schnee ha", sagte Markus ein paar Tage vorher am Telefon. "Ja, meinsch würklich?" Ja, ja, er hatte Recht. Selbst mit den Steigeisen wurde uns mulmig, am Schluss stellte sich der Hang noch auf und für ein paar Tritte standen wir im fast senkrechten Firn! Zum Glück neigte sich zuoberst bald der Hang und wir entronnen der Schlüsselstelle. Hier auf 2'300m hat es noch jede Menge Schnee! Wir stapften weiter und erreichten dann den Passo della Rossa. In der Karte heisst es auch Geisspfad. Auf dem Pass sind noch viele Grenzsteine sichtbar. Auf der schweizer Seite unten sehen wir einen grossen See, den Geisspfadsee. Er ist noch fast komplett zugeschneit, nur die Ränder sind blau sichtbar. Wir umrunden den See und benützen zum Abstieg wieder ein paar Schneefelder. Rassig rutschen wir diese ab und gewinnen so in ein paar Minuten viele Höhenmeter.
Bald haben wir die Schneegrenze unterschritten und finden uns wieder auf schönen Alpweiden. Wir kommen auch noch an einem Volksfest vorbei. Ehringerkühe wurden auf die Alp gebracht und Schaulustige erfreuen sich an den Kämpfen der Tiere.
Müde und glücklich erreichen wir pünktlich wieder Binn. Es reicht noch gut zum verdienten Bier und dann lassen wir uns mit Postauto und Zug müde nach Hause chauffieren.
Ein paar Angaben zu der Wanderung
1. Tag: 1'100HM, ca. 7 Stunden
2. Tag: 900HM, ca, 6 Stunden
Schlüsselstellen T5, sonst eher T3
Hike partners:
Fenek































Comments (4)