Allalin über den Hohlaubgrat


Publiziert von Solanum , 28. August 2013 um 15:13. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Oberwallis
Tour Datum:24 Juli 2013
Hochtouren Schwierigkeit: WS+
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS 
Zeitbedarf: 6:00
Aufstieg: 900 m
Abstieg: 500 m

Zweite Tour unserer (Theresa und Ich) Hochtourenwoche 2013 im Saastal.

Hohlaubgrat:

Nach erholsam verbrachter Nacht im Hotel Brittania in Saas Fee ließen wir uns - zugegebenermaßen etwas dekadent - mit dem Elektrotaxi an die Talstation der Seilbahn fahren, wo wir die erste Fahrt um 07:30 erwischten. Wichtig für Hohlaubgrataspiranten, die die Tour als Tagestour angehen wollen: unbedingt die erste Bahn nehmen; ansonsten kein Halt an der Zwischenstation der Metroalpin möglich (Anmeldung an der Talstation der Metroalpin!). Vom Zwischenausstieg der Metroalpin stiegen wir gemeinsam mit drei anderen Seilschaften auf den Hohlaubgletscher ab. Leider hatten sich die Wolken des vorabendlichen Hitzegwitters nicht vollständig aufgelöst, wie es der Wetterbericht eigentlich angesagt hatte, so daß der Schnee nicht richtig durchgefroren war. Auf der weiten Gletscherfläche nahmen wir nun an dem immer wieder faszinierenden Tourzustiegsdrama teil: Das Elefantenrennen um den besten, sprich vordersten Platz an der ersten schwierigen Stelle der Tour.
Vier Seilschaften angeführt von ihren jeweiligen Bergführern trotteten in einem Affenzahn (ca. 2 Km/h) parallel den Gletscher  entlang. So konnten wir schon die ersten Kontakte zu den Mitgliedern der anderen Seilschaften knüpfen, bis uns unsere Bergführerin durch permanenten Zug am Seil klarmachte, daß wir nun vielleicht unser Tempo erhöhen sollten. Den Fuß des ersten Aufschwungs erreichten wir so schließlich als Erste. Das hatte jedoch den Nachteil, daß wir auch spuren mussten. Unsere Bergführerin Silvia übernahm dies als Seilerste natürlich für uns. Leider wiegt so eine rechte Bergführerinnicht viel; wohl nicht viel mehr als die Hälfte von mir, so daß ich als Seilzweiter ihre Tritte unfreiwillig und kraftraubend "verbessern" musste. Schließlich gelangten wir dichtgefolgt von den anderen Seilschaften oben auf den eigentlichen Grat. Eine wirklich nur kurze Pause von uns ausnutzend zogen diese nun an uns vorbei, freilich jedoch nicht, ohne unsere professionelle Spurarbeit lobend anzuerkennen. Weiter gings nun durchaus anregend jedoch nie wirklich sehr ausgesetzt den schönen Hohlaubgrat entlang. Leider zog es immer stärker zu, so daß wir keine Aussicht auf die umliegenden Berge hatten. Die Spur war hier nun wieder hart und von einer dünnen Schicht Gewitterschnee bedeckt. Äußerst geschickt nutzten wir eine Pause der anderen Seilschaften aus, um uns wieder auf den zweiten Platz zu mogeln. Schließlich folgte noch die kurze Felsstufe hoch zum Gipfel, den wir - leider immernoch im Nebel - erreichten. Nach kurzer Pause gings dann über den Normalweg zurück zur Metroalpin über den zuletzt wieder sehr weichen Gletscher in der wiederaufgetauchten Sonne.

Tourengänger: Solanum, Loori


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T3 WS II

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