Ofen, Laaxer Stöckli, Glarner und Bündner Vorab - von Elm nach Laax


Publiziert von Daenu , 19. August 2013 um 18:53.

Region: Welt » Schweiz » Glarus
Tour Datum:17 August 2013
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: L
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GL   CH-GR   Segnas-Vorabgruppe 
Aufstieg: 2850 m
Abstieg: 1250 m
Kartennummer:1174, 1194

Der Wetterbericht hat eigentlich recht gutes Wetter mit Gewitterneigung gegen Abend gemeldet. Daher bin ich ziemlich erstaunt über die dunklen Wolken gegen das Glarnerland hin. In Elm sind die Strassen nass und wie mir später erzählt wird, hat es am Morgen noch zünftig geregnet. Die Route ist wie gewohnt in den Fotos eingezeichnet.
 
Elm-Martinsmadhütte T3
Ich folge der Strasse zum Wisli und zur Talstation der Seilbahn. Mit dieser könnte man den Aufstieg bis Nideren abkürzen, aber einerseits ist der Weg durch die Schlucht recht hübsch, andererseits sind zahlreiche Mitwanderer auch auf diese Idee gekommen :-). Gleich hinter der Station geht es über die Brücke und auf dem Wanderweg durch die Schlucht hinauf. Oberhalb der Schwammegg verzweigt der Weg, ich nehme den rechten Weg zu den Alphüttli von Nideren. Nach den Brücken über den Biflen- und den Tschingelbach steigt der Weg an, über die Bödeli von Matt und Rindermättli geht es hoch zur Martinsmadhütte. In den Steilstufen ist der Weg zum Teil schmal und felsig (und heute rutschig), zum Teil helfen Drahtseile über die engsten Stellen hinweg.
 
Martinsmadhütte-Grischsattel-Ofen(2873m) – T4
Von der Hütte geht es über eine Stufe hoch zum markanten Hochspannungsmast mit „Betonverschalung“. Hier trennen sich die Wege, nach rechts geht es durch den Talkessel direkt zum Vorabfirn, nach links hinauf zum Grischsattel. Ich folge dem blau-weiss markierten Weg nach links in die Ofenrus. Der Weg verläuft zuerst links des Baches. Auf ca. 2300m überquert man den Bach und steigt das anschliessende Geröllfeld schräg hoch bis das Gelände in Schrofen übergeht. Die folgende Querung über Bänder und Geröll zu P.2465 ist die schwierigste Stelle des Aufstiegs, dank Drahtseilen und Markierungen kann man aber kaum vom richtigen Weg abkommen. Von P.2465 geht es über Geröll hinauf zum Grischsattel. Der weitere Weg nach links zum Ofen ist harmlos, so dass ich ihn selbst im dicken Nebel gut finde (nur bei P.2818 frage ich mich kurz, ob dies wohl schon der Gipfel sei). Die Aussicht auf die benachbarten Tschingelhoren müsste ganz hübsch sein, leider bleibt sie mir heute verwehrt. Nur kurz öffnet sich ein Loch im Nebel, durch das ich einen Tiefblick nach Elm erhaschen kann.
 
Ofen-Grischsattel-Laaxer Stöckli(2898m)-Bündnerbergjoch – T3
Auf dem gleichen Weg geht es zurück in den Grischsattel. Der Aufstieg über den N-Grat aufs Laaxer Stöckli ist leicht, den Hindernissen kann man rechts (W) ausweichen. Anschliessend folgt man dem breiten Grat nach W über P.2720 und P.2740, unterquert die Hochspannungsleitung und steigt kurz darauf auf Wegspuren nördlich am Crap Ner vorbei ins weitläufige Bündnerbergjoch ab.
 
Bündnerbergjoch-Vorabfirn-Glarner Vorab (3018m) – T4 L
Über Geröll und Schneeflecken gehe ich westwärts zum Beginn des Vorabfirns. Der Gletscher ist schneefrei und rauh, somit kann ich ihn problemlos alleine und ohne Steigeisen begehen. Spalten treffe ich keine an, aber vom Schmelzwasser ausgewaschene Löcher, deren Tiefe ich lieber nicht ausloten möchte. Ich halte auf die Felsen am NE-Grat zu, bevor ich auf ca. 2760m nach links abbiege und schräg links zu einer Geröllrippe aufsteige. Dort verlasse ich den Gletscher wieder – hier hat es einzelne Spalten und weiter südlich ist der Gletscher noch schneebedeckt. Der Aufstieg ist recht mühsam, da das Geröll auf Felsplatten liegt und ständig abrutscht, daher wechsle ich bald in den Firn neben der abgedeckten Skilifttrasse. Anschliessend geht es noch einmal über Geröll hoch, dann an den hölzernen Windabweisern vorbei auf das Gipfelplateau des Glarner Vorab.
 
Glarner Vorab-Bündner Vorab (3028m) – T3
Ich überquere das Plateau zur Bergstation des Skiliftes, dann steige ich in den Sattel (P.2930) zwischen den beiden Vorab ab. Die Felsstufen umgehe ich dabei rechts (W). Vom Sattel folge ich dem unschwierigen N-Grat auf den Bündner Vorab.
 
Bündner Vorab-P.2827 (E-Grat) – T5
Im Aufstieg zum Glarner Vorab habe ich mir den Ostgrat am Bündner Vorab genauer angeschaut und ihn als für den Abstieg tauglich befunden. Von oben betrachtet sieht er ebenfalls machbar aus, wenngleich er furchtbar brüchig ist. Ich beginne den Abstieg auf der Gratkante. Dort, wo der Grat schmal wird, weiche ich nach links (N) aus, indem ich die schmalen, schuttigen Bänder als Treppe benutze. Unmittelbar vor dem markanten Gratkopf betrete ich den Grat wieder. Den Gratkopf selbst umgehe ich wiederum links (N). Hier sollte man aufpassen, dass man sich nicht zu weit vom Grat entfernt, um nicht in die steilen und losen Schutthänge zu geraten. Anschliessend folgt man alles dem Grat hinunter zum Sattel P.2827, ein Felsblock wird als einziges Hindernis ebenfalls kleinräumig links (N) umgangen. Wirklich schwierig ist der Abstieg über den E-Grat nicht, man sollte aber vertraut sein mit brüchigem Gelände und etwas Gespür für die richtige Wegfindung haben.
 
P.2827-Vorab Pign(2897m)-Fuorcla da Sagogn-Crap Masegn(2516m) – T3
Der Gegenaufstieg auf den Vorab Pign und der Abstieg in die Fuorcla da Sagogn ist unschwierig und man bewegt sich meist auf Wegspuren. Bei der Bergstation des Sesselliftes betrete ich das Strässchen, welches ich gleich darauf bei der Spitzkehre wieder verlasse. Über die Weide geht es hinunter zur Fuorcla da Sagogn. Der Aufstieg zum Crap Masegn ist kurz und steil, ganz zuoberst braucht es kurz die Hände.
 
Crap Masegn-Crap Masegn Station – Crap Sogn Gion – T2
Auf einem Wanderweg geht es nun hinunter zu P.2412, bevor die letzte Gegensteigung am heutigen Tag zur Seilbahnstation Crap Masegn folgt. Die Bahn ist im Sommer nicht in Betrieb. Auf einem Kiessträsschen (T1) geht es über den Crest la Siala hinunter zur Seilbahnstation Crap Sogn Gion. Den Rest des Abstiegs nach Laax erkaufe ich mir mit einem Ticket.

Tourengänger: Daenu


Galerie


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