Altenalptürm - Hängeten - Öhrli


Publiziert von tricky Pro , 16. August 2013 um 17:52.

Region: Welt » Schweiz » Appenzell
Tour Datum:15 August 2013
Wandern Schwierigkeit: T6+ - schwieriges Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: IV (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: Alpstein   CH-AI   CH-AR   CH-SG 
Zeitbedarf: 11:00
Aufstieg: 2184 m
Abstieg: 3128 m
Strecke:Ebenalp - Schäfler - Läden - Altenalptürme - Lötzlisalpsattel - Lötzlisälpli - Hängeten Ostgipfel - Hängeten - Öhrli - Öhrlikopf - Nasenlöcher - Chamm - Schwägalp
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Mit ÖV nach Wasserauen - Ebenalp Bahn
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Mit Autostop am Passhöhe zurück

Ausgesetzt, Luftig, Brüchig, Steilgras von 45° bis 60°. Klingt doch gut? Dachte ich mir auch...
Schon länger war das noch ein offenes Projekt. Ideales Bergwetter, so konnte ich auch die neue Nikon Kamera Coolpix A, die ich zum Testen bekam mitnehmen und ausgiebig Testen.

Einen genaueren Routenbeschreib lasse ich mal aus und setze nur meine Ergänzungen zu den anderen Berichten hinzu.

Läden Grat T6+, II
Wollte die Grat Überquerung zum Läden machen. Aber habe 10m vor dem Hauptgipfel umgekehrt, So was von brüchigem Gestein habe ich selten gesehen. Auch die Angst das ich Steine auf den darunterliegenden Wanderweg Auslösen könnte. Hätte schon früher umkehren sollen. Der einfachere Weg (T6) würde nach dem Grat die erste Grasrinne hoch und Linkshaltend der zum Gipfel führen. Der Grat selber kann ich nicht empfehlen.

Östlicher Altenalpturm T6-, l
Ich nahm gleich nach dem Sattel, rechts vom Turm über steiles Gras und Geröll die Rinnen hoch. Schon bald kam ich auf gute Spuren im Gras bis zum Gipfel. Warm und ohne Wind genoss ich die Aussicht.

Altenalptürm-Überschreitung T6, II
Entlang den neuen Bohrhaken zum Reitergrat. Zum Teil Ausgesetzt über brüchigem Gestein. Speziell der Abstieg zum Reitergrat. Ich hatte dank den Berichten alte kurze Hosen mitgenommen, mit diesen im Reiterstil über den immer schlanker werdenden Grat. Gepolsterte Bikehosen wäre auch eine gute Idee gewesen. Erstaunlich das dieser Grat noch hält. Ich wollte die festigkeit nicht testen, und schob mein Hintern mit vorsichtigen Bewegungen hinsichtlich meiner Weichteile über den Grat. Der Aufstieg zum mittleren Gipfel sah von weitem sehr bedrohlich aus, aber die Grastritte sind gut und der Weg ist nicht zu Verfehlen. Der Reitergrat sicher eins der Highlights.

Das Abseilen ist dank neueren Ständen (1x20m, 1x25m, 1x20m) kein Problem. Der erste Stand befindet sich in der Gratverlängerung auf dem Seitensporn etwa 5m nach links (von oben gesehen) hinunter. Die Rinne ist steinschlägig, man sollte das Seil vorsichtig abzuziehen. Auf dem Lötzlisalpsattel ging es nach dem Seilaufnehmen zum Steckenbergsattel und weiter dem Wanderweg Richtung Mesmer.

Hängeten Ostgipfel T6+, III+
Nach dem ersten Felsband wo das Eisentor steht stieg ich dem steilen Gras hoch, schon nach 50m wurde der Hang super steil. Das zum Teil 45 - 60° steile Grasgelände wäre ein Ausrutschen keine gute Idee. Meinen Alpin Pickel musste immer wieder die freien Stellen suchen, da das Gelände mit Steinen bespickt war. Die waren aber nicht mal so schlecht, denn das raue Gestein war manchmal besser als die langen Grashalme die nun permanent mir im Gesicht lagen. Das Grasboldern zog sich bis 50m unter dem Gipfel hin. Selten gab es stellen an denen man ohne mit der Nase im Gras kroch. Ich nahm den Aufstieg etwas links vom Gipfel (Westlich) über kleine Aufschwünge die zwar Ausgesetzt sind, aber griffig. Endlich konnte ich das Gipfelbuch aus dem Jahr 1920 in meinen Händen halten. Ca. alle 2-3 Jahre gibt es einen Eintrag. Das eigentliche Buch ist neuer, die alten Seiten wurden eingesetzt.

Hängeten Überschreitung T6, III
Leider zog der Nebel auf. Aber der Weiterweg ist eigentlich klar. Der Grat ist durchwegs sehr ausgesetzt mit sehr brüchigem Gestein, Extreme Vorsicht ist geboten auf diesem 1,5km langem Grat der nur manchmal ein Aufrecht gehen erlaubt. Nach etwa 100m folgte ich dem Gämsweg in der Nordflanke. Danach wieder hochhalten und links zum Hauptgipfel. Der Nebel wurde immer dichter. Kurz vor dem Hauptgipfel nochmals eine Stelle im lll+ auf sehr gutem Fels. Auch auf dem Hauptgipfel sind die Gipfelbucheinträge spärlich. Der Weiterweg zuerst immer dem Grat entlang der auch hier immer noch Brüchig und Ausgesetzt ist. Wo geht es nun weiter? Ich erspähte im Nebel eine Spur die zur Nordflanke hinunter führte. Doch diese wurde immer steiler und endete im sehr steilen Gelände. Ich kraxelte also im T6+ lll und suchte im Nebel der Weg. Ich erspähte die Öhrligrube, ganz selten sah ich auch das Öhrli. So nahm ich mein Seil nochmals hervor und Platzierte meine Bandschlinge an einem mehr oder weniger festem Felsblock und Seilte so über die Nordflanke 30m runter.

Öhrli T5, I
Das Öhrli war einer meiner ersten T5 Touren, ich kann mich noch gut Erinnern wie ich damals grössten Respekt hatte von dieser Besteigung. Aber nun ging es leicht den Formschöner und den deutliche Wegspuren hoch vom Sattel Pt. 2119 zum Gipfel (I)

Der Abstieg via Nasenlöcher zur Schwägalp einfach zu finden dank dem ausgetretenen Weg und der Alpinen Markierungen. Herrliches Abendlicht begleitete mich bis ins Tal. Natürlich war der letzte Bus schon weg. Aber mit Autostopp ab der Passhöhe wurde ich netter weise mitgenommen.

Fazit: Faszinierende Tour, im Alpstein eine der schwierigsten. Die Grandiose Unternehmung bietet luftigste Kletterei, saftiges Steilgras und viel brüchigen Fels. Man geniesst alpine Einsamkeit nur wenig über dem viel begangenen Weg vom Schäfler zum Säntis: Eine Alpine schwierige Tour für alle, die dieses Gelände lieben und nur Berggängern mit viel Erfahrung in steilem Gelände mit unzuverlässigen Fels zu empfehlen.
Ich machte den Fehler schon wieder, zu wenig Trinken mit zu nehmen. Bei mir ist alles auf UltraLight eingestellt. Aber ich sollte doch mittlerweile nach diesen vielen Bergtouren wissen, das genug zu Trinken absolut wichtig ist.

Danke an radivi, Ossi, Delta und marmotta für die Tourenberichte. Tolle Leistung!

Nachtrag 23.08.13:
Empfehlen kann ich die Altenalptürme. Die Hängeten ... Auch bei gutem können ist es eine Glücksache. Das ganze ist sehr brüchig und Aufgrund meiner T6 Refernzen unter anderem der Guppengrat, habe ich die Tour im Speziellen die Hängeten Überquerung auf T6+ gehoben

Tourengänger: tricky

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Geodaten
 17411.gpx Schäfler - Schwägalp

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Kommentare (2)


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Delta Pro hat gesagt:
Gesendet am 16. August 2013 um 21:27
Herzliche Gratulation zur Altenalptürm-Hängeten Tour. Wahrlich eine der besten Routen im Alpstein!
Da hast Du wohl auf Schritt und Tritt des Maveric's Fussabdrücke gesehen ;-)
Sinnvollerweise hast Du bei der Überschreitung der Hängeten die Umgehung auf dem Band in der Nordflanke gewählt. Den wirklich heiklen Teil der Gratschneide umgeht man damit nämlich. Ich würde die Überschreitung ohne Abweichung vom Grat, wie wie wir sie damals vom Ostgipfel bis zum Ende des Westgrates gemacht haben, auch nicht nochmals gleich durchführen.
Gruss Delta

2bd hat gesagt: Flügel
Gesendet am 23. August 2013 um 15:49
Danke tricky. Deine beschreibung beflügelt die planung.


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