Ringelspitz via Mittelgrat und Tschepband


Publiziert von budget5 , 14. August 2013 um 02:23. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Schweiz » St.Gallen
Tour Datum:10 August 2013
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: ZS-
Klettern Schwierigkeit: III (UIAA-Skala)
Mountainbike Schwierigkeit: WS - Gut fahrbar
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR   CH-SG 
Zeitbedarf: 2 Tage
Aufstieg: 2300 m
Abstieg: 2700 m
Strecke:Tag 1: Vättis - Kunkelspass - Ringelspitzhütte - Sandböden. Tag 2: Sandböden - Mittelgrat - Ringelspitz - Tschepband - Sandböden - Kunkelspass - Tamins
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Zug nach Bad Ragaz, Bus nach Vättis.
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Zug nach Reichenau-Tamins.
Unterkunftmöglichkeiten:Ringelspitzhütte SAC

Der Ringelspitz, seines Zeichens höchster Berg des Kanton St.Gallen, ist eine landschaftlich spannende Tour an der Grenze zu Graubünden. Zusammen mit xaendi und jfk kam ich in den Genuss eines fantastischen Outdoor-Weekends inklusive Bike und Biwak. 

Es ist doch eine Weile her seit meinem letzten Kantonshöhepunkt (und seit meiner letzten zünftigen Bergtour). Höchste Zeit also etwas anzupacken und so trafen wir (xaendi, jfk und ich) uns am Samstagmittag in Vättis. Mit den Mountainbikes wollten wir zuerst den Kunkelspass bezwingen. Das wären eigentlich "nur" 400 Höhenmeter, wenn man jedoch am Vorabend erst um halb vier Morgens nach Hause kommt und die Restpromille irgendwie immer noch im Körper spürt, ist das Ganze doch ein rechter Kampf! Auch aufgrund der ganzen Ausrüstung (Zelt, Schlafsack, Mätteli usw.). Vom Pass aus fuhren bzw. schoben wir das Bike weiter über den Wanderweg Richtung Ringelspitzhütte. Etwa eine Viertelstunde unterhalb, kurz nach der Alp, deponierten wir diese und marschierten zu Fuss weiter. Ein Rivelle zur Stärkung hatten wir uns redlich verdient. 

Die letzten Höhenmeter zu den Sandböden fühlte ich mich dann etwas besser als am Anfang der Tour, was meine Zuversicht für den morgigen Tag doch etwas stärkte. Bei den Sandböden, in der Nähe des Flusses, bauten wir unsere Zelte auf, begannen zu Kochen und genossen unsere Spaghetti al dente! Die Hütte war bereits ausgebucht, aber die Biwak-Variante stand der Hüttenübernachtung um nichts nach.

Am zweiten Tag ging's um 4.45 Uhr aus den Federn. Wir wollten unbedingt die ersten am Mittelgrat sein. Über Geröll und Firn gewannen wir rasch an Höhe und waren dann tatsächlich die ersten am Einstieg. Allerdings wurden wir bald vom Hüttewart der Ringelspitzhütte persönlich überholt, welcher ein beachtliches Tempo vorlegte mit seinem Gast. Angeseilt meisterten wir den Grat ohne grössere Probleme. Ein, zwei Stellen befinden sich etwa im dritten Grad, der Rest ist im zweier Bereich. Vor allem im oberen Teil herrscht Steinschlag-Gefahr. Helm aus meiner Sicht obligatorisch!

Nach dem Grat stiegen wir kurz in eine Lücke ab um anschliessend den Gipfelturm zu besteigen. Hier hat es ein Drahtseil das die Aufstiegsschwierigkeiten doch massiv entschärft. Sicherung ist aber auch hier nicht verkehrt. Und dann war's geschafft. St.Gallen lag uns zu Füssen und der Ringelspitz, welcher von unten so abweisend aussah, war bezwungen. Lange verweilten wir allerdings nicht auf dem schmalen Gipfel und kletterten wieder auf der Aufstiegsroute ab (abseilen wäre auch möglich). 

Etwas unterschätzt hatten wir das Tschepband, unsere geplante Abstiegsroute. Die Verhältnisse waren im Zustieg sowie im ersten Drittel alles andere als trivial. Die Steine waren oftmals vereist und man musste grausam gut aufpassen nicht auf einen solchen zu stehen. Mir ist's passiert, zum Glück konnte ich mich gut halten mit dem Pickel und den Händen. Ein Ausrutscher wäre auch hier nicht allzu gesund. Bis nach Tschep war es dann wieder einfaches Gehgelände. Hier folgte der Abstieg über Geröll wieder zurück zu den Sandböden, wo wir unser Material abräumten. Ein letzter Fussmarsch zurück zu den Bikes und dann nichts wie runtersausen. 

Zu schön wäre es gewesen! Nach ca. 2/3 der Strecke zum Kunkelspass passierte es: EIn Zischen an meinem Hinterreifen kündigte nichts Gutes an. Mit einem Platten hatte ich nicht gerechnet und das Reparaturmaterial war natürlich auch nicht dabei. Also zum Pass stossen und hoffen dass dort jemand helfen kann. Tatsächlich konnten wir dann dort Flickmaterial auftreiben. Doch das Pech hörte nicht auf: Der Ersatzschlauch hatte ebenfalls ein Loch, was wir lange nicht bemerkten und die Schuld auf die Pumpe schoben. Ein weiterer Ersatzschlauch hatte ein zu grosses Ventil, passte also auch nicht ans Rad. Weitere hilfsbereite Personen konnten uns dann mit Flickzeug für den alten Schlauch aushelfen. Dieser war nun tatsächlich wieder funktionstüchtig. Doch kaum wollten wir das Rad wieder einhängen, hatten wir mit Problemen an den Scheibenbremsen, die nicht mehr einklinken wollten, zu kämpfen. Nach zwei Stunden würgen und probieren, traten wir endlich die verdiente Abfahrt nach Tamins an. Fahrspass pur, der uns die letzten Stunden wieder vergessen liess...

Einmal mehr reicht ein Wort: Grossartig! Danke für die tolle Begleitung, die tolle Tour und die Geduld bei der Abfahrt ;-) Hier geht's zum Bericht von jfk.

Tourengänger: budget5, xaendi, jfk


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ZS- III WS

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