6-Tagestour über die Greinaebene nach Andeer GR


Publiziert von madriser , 30. Juli 2013 um 00:09.

Region: Welt » Schweiz » Tessin » Bellinzonese
Tour Datum: 6 Juli 2013
Wandern Schwierigkeit: T3+ - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR   Gruppo Piz Terri   Gruppo Pizzo Corói   Gruppo Piz Medel   CH-TI 
Zeitbedarf: 6 Tage
Aufstieg: 3654 m
Abstieg: 4543 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:ÖV bis Pian Geirett. Achtung nur wenige Verbindungen.
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Ab Andeer Busse nach Thusis GR oder über den San Bernadino nach Bellinzona

Als es darum ging Pläne für die Sommerferien zu machen, fielen die Stichworte „Greina“ und „nach Andeer laufen“. So war dann die Route schnell gestrickt, welche uns in 6 Tag vom Tessin über die Greinaebene bis nach Andeer bringen soll.
 
Tag 1, Pian Geirett – Capanna Scaletta
Von Andeer sind wir mit den ÖV's über den San Bernadino – via Bellinzona – Biasca nach Olivone gefahren. Eigentlich hätte die Reise bis nach Pian Geirett führen sollen, doch da wir in Bellinzona unseren Anschluss verpasst hatten, war auch der Bus nach Pian Geirett von Olivone nicht mehr erreichbar. Da wir uns noch nicht an unsere  - für uns doch relativ schweren Rucksäcke - gewöhnt hatten und die Tageszeit relativ weit fortgeschritten war, entschieden wir uns nicht ab Olivone zur Capanna Scaletta zu laufen, sondern ein Alpentaxi zu „chartern“ welches uns von Olivone nach Pian Geirett brachte. Von dort startete nun also unsere Tour. Auf einfachem Weg geht es angenehm in ca. 1 Stunde zur Scalettahütte hoch. Wir wurden von einem Einheimischen darauf aufmerksam gemacht, dass wir nicht den Weg den Höhenlinien entlang durch den Kessel nehmen sollen, sondern den offiziell als Wanderweg gekennzeichneten, da der andere gefährlich sei. Wir befolgten natürlich seinen Rat und so ging es rasant zur Scalettahütte hoch. Viele Leute hatte es in der Hütte nicht (ca. 15 von über 50 möglichen, was wohl daran lag, dass der Greinapass noch schneebedeckt war. Wir verbrachten einen gemütlichen Abend in Gesellschaft von Steinböcken (was anscheinend gar nicht aussergewöhnlich sei) mit wunderbarem Essen bevor es am nächsten Tag auf Richtung Greinaebene ging.
 
Tag 2, Scalettahütte – Piz Zamuor – Terrihütte
Eigentlich wollten wir an diesem Tag den Piz Terri besteigen, doch der noch vorhandene Schnee machte uns einen Strich durch die Rechnung. Trotzdem wollten wir etwas Richtung Val Canal aufsteigen, um zu sehen, ob nicht doch etwas machbar ist. Der nasse Schnee machte uns aber die Entscheidung leicht. Wir hielten uns nordwärts des Val Canal und entschieden uns dann den Piz Zamuor so weit hochzusteigen, wie es ging. Immer auf dem Grat haltend kamen wir immer höher. Sobald der Grat nicht mehr wirklich begehbar ist, weicht man in die Südflanke aus und steigt im ersten möglichen Grascouloir wieder geradezu dem Gipfel entgegen, welchen man schon nach kurzer Zeit erreicht. Oben auf dem Gipfel wartet erneut ein Steinbock auf uns, welcher sich aber nicht gestört fühlt durch uns. Nach einer kurzen Gipfelrast mit Aussicht ins Val Lumnezia und unserem ursprünglichen Ziel heute – den Piz Terri -  steigen wir auf gleichem Weg wieder ab und steuern Richtung Terrihütte, bei welcher wir gegen 15:00 Uhr eintreffen. Hier verbringen wir bei „Tschau Sepp“ und „suurem Moscht“ die restliche Zeit bis zum Nachtessen bei Sonne auf der Terasse der Terrihütte. Das gute Znacht und das wunderschöne 6-er Zimmer versüssten uns den Aufenthalt.
 
Tag 3, Terrihütte – Pass Diesrut – Vrin – „Vals (Bus)“
Von der Terrihütte ging es gemütlich um ca. 08:00 Uhr los nordwärts am Muot la Greina in Richtung Pass Diesrut, welchen wir in ziemliche hohem Tempo erklommen. Vom Pass ging es dann auf gutem Wege runter nach Puzzatsch und dann weiter – leider auf fast ausschliesslich Asphaltbelag – nach Vrin wo wir den Bus nach Ilanz nahmen um dann weiter nach Vals zu fahren. In Vals genossen wir die überaus herzhafte Gastfreundschaft im Valserhof und natürlich die Dusche, von welcher wir schon lange geträumt hatten ;). Das Nachtessen und das einmalige Frühstück gaben uns fast schon magische Kräfte für unsere weitere Tour. Für einen Aufenthalt in Vals können wir allen das Hotel Valserhof wärmstens empfehlen. Gastfreundschaft, gutes Essen und Freundlichkeit wird da SEHR GROSS geschrieben. Besten Dank und bis ein ander Mal.
 
Tag 4, Vals – Tomülpass – Thalkirch
Nach einem ausgiebigen Frühstück machen wir uns auf den Weg Richtung Tomülpass. Steil geht es direkt beim Hotel hoch und relativ rasch gewinnen wir im Schatten des Bergs und des Waldes die ersten knapp 700 Höhenmeter. Getrieben von dem wunderbaren Frühstück geht es weiter in wunderschöner Landschaft und perfekt gepflegtem Weg Richtung Alp Tomül und weiter auf den Pass Tomül. Von dort konnten wir den Weg des nächsten Tages (von Thalkirch in die Cufercalhütte) etwas rekognoszieren.
Auf angenehmem Weg (welcher durch polnische Internierte gebaut wurde) geht es dann runter ins Safiental nach Turrahus wo wir uns unseren Moscht genehmigten. Weiter ging es danach ca. 15min nach Wanna, wo wir im B&B übernachten und göttlich speisen durften. Besten Dank an die GastgeberIn.
 
Tag 5, Thalkirch – Farcletta digl Lai Grand – Farcletta digl Lai Pintg – Cufercalhütte SAC
Bei leichtem Nieselregen geht es am Morgen früh von Wanna nach Piggamad und hoch in den steilen Höllgrabenkessel. Das nasse Gras und die steilen Hänge forderten volle Konzentration und so kamen wir nicht ganz so schnell vorwärts wie wir gedacht hatten. Ein Schneefeld am Ende des Aufstiegs durch den Höllgraben verlangte nochmals die volle Aufmerksamkeit bevor wir gut auf der Alperschälli-Ebene ankamen. Nun ging es wieder leicht und angenehm weiter hoch zur Farcletta digl Lai Grand. Kurz vor dem Pass erblickten wir noch zu unserer Freude auf einem nahe gelegenen Grat eine Schar Steinböcke und einige Gemsen. Die Hörner-Silhouette auf dem Grat sah einfach wunderbar aus. Auf dem Pass sahen wir bereits unser nächstes Ziel den Farcletta digl Lai Pintg. Nach einer kurzen Mittagsrast geht es runter und Richtung nächstem Pass, welcher uns zur Cufercalhütte führt. In der Absicht etwas Höhe einzusparen querten wir von unserem Abstieg etwa auf einer Höhe von knapp 2500 müM den Hang Richtung Farcletta digl Lai Pintg. Hier wurder der Schnee zu unserem Helfer, denn das viele Geröll hat sich ganz schlecht zum queren des Hangs geeignet. So hielten wir uns wenn immer möglich im Schnee und kamen schnell voran Richtung Pass. Für den letzten Teil des Aufstiegs, konnten wir wieder den vorhandenen Weg benutzen, welcher vom Lai Pintg her kommt. Von der Farcletta Lai Pintg sahen wir bereits die Cufercalhütte, welche wir auf gutem Weg auch schon ca. 30 Minuten später mit nassen Schuhen (vom Schnee) erreichten. Es war erst ca. 14:00 Uhr uns so blieb in der Cufercalhütte, in welcher wir herzlich empfangen wurden, genug Zeit um uns für den letzten Tag unserer Tour zu erholen (natürlich trug auch der Most seinen Teil dazu bei ;). Die Hütte mit lediglich 30 Plätzen und urchiger Arvenausstattung war das pure Gegenteil zur vielbesuchten und überaus grossen Terrihütte. Mit einem sehr leckeren Nachtessen durften wir die letzte Nacht unserer Tour einläuten. Da wir lediglich 4 Personen zur Übernachtung in der Hütte waren, glich der Schlafsaal schon fast einem Hotelzimmer.
 
Tag 6, Cufercalhütte – Piz Calandari – Vizan Pintg – Piz Vizan – Promischur – Andeer
Bei wunderschönem Wetter verliessen wir die Hütte und stiegen hinter der Hütte direkt zum Piz Calandari hoch und folgten danach dem Grat Richtung Piz Vizan. Leider zogen einige kleine Wolken hoch und nahm uns ein wenig die Sonne und die Aussicht. Trotzdem genossen wir die Gegend auf dem Grat und den Besuch des Piz Vizan. Vom Gipfel sind wir dann wieder etwas zurück in die Richtung aus der wir gekommen sind und dann auf dem Südhang des Piz Vizan hinabgestiegen auf den offiziellen Wanderweg der von Promischur zur Cufercalhütte führt. Danach stiegen wir via Promischur nach Andeer ab. Ab Promischur sind 2h angegeben, da wir jedoch keine Pause machten und relativ zügig den angenehmen Weg abstiegen waren wir bereits nach 1.5h im heissen Andeer – unserem Ziel – angelangt. Natürlich gönnten wir uns in Andeer – nein, keinen Most – sondern eine feine Glace.
 
Fazit:
Es war eine wunderschöne Tour mit idealen Tagesetappen, welche auch genügend Zeit lässt, sich ab und zu einfach mal ins Gras legen zu können und sich etwas zu entspannen. Die Greinaebene ist im Sommer sicher viel frequentiert und so werden wohl auch die Hütten besser ausgebucht sein. Wir genossen auf jeden Fall die „Einsamkeit“ auf der Greinaebene und freuen uns schon auf unsere nächste mehrtägige Tour.
 

Tourengänger: madriser

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