Hangendgletscherhorn 3292m bei besten Bedingungen


Publiziert von dominik Pro , 30. Juli 2013 um 09:53.

Region: Welt » Schweiz » Bern » Oberhasli
Tour Datum:28 Juli 2013
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: WS
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-BE 
Zeitbedarf: 2 Tage
Aufstieg: 2500 m
Abstieg: 2500 m
Strecke:PP Mürvorsess - Hohwang - Gaulihütte - Hangendgletscherhorn

Das Hangendgletscherhorn 3292m wollte ich vor ein paar Jahren schon mal besteigen, doch damals kam uns schlechtes Wetter in die Quere und wir mussten die Tour schon am Vorabend auf der Hütte beenden. Aber der Hüttenkaffi war fein...! Für letztes Wochenende suchte ich eine einfachere Hochtour und erinnerte mich des Hangendgletscherhorns, nicht aber der Länge des Hüttenzustiegs was mir den einen oder anderen geknurrten Kommentar von melanie einbrachte. Sei's drum, schön ist der Zustieg allemal und spätestens wenn man den 400hm-Nonstop-Anstieg über Hohwang zu Pt 2216 hinter sich gebracht hat ist die Freude gross. Auf dem danach folgenden Höhenweg zur Hütte habe ich insgesamt 3 Männertreu (Nigritella nigra) gefunden. Eine seltene und erfreuliche Überraschung.

Auf der Hütte dann relativ viel Betrieb wobei die meisten Gäste lediglich übernachten und am nächsten Tag wieder absteigen wollten. Als Tourengeher ist man da unterdessen richtiggehend zum Exoten geworden. Eine weitere bunt zusammengewürfelte Seilschaft war auch da und entschied sich am Abend, die gleiche Tour wie wir zu unternehmen. Hüttenwartin Susanne empfahl uns das Frühstück für 4:00 und in Anbetracht der buchstäblich hunderten von Steinmännli in Kombination mit etwas unübersichtlichem Gelände bei Dunkelheit war das ein guter Rat. Wären wir früher gegangen dann hätten wir die zusätzliche Zeit vermutlich einfach beim Suchen nach dem Weg in der Dunkelheit verbracht. So aber gelangten wir anfänglich etwas zu hoch zum südlichen der beiden Seelein (ca. 2440m) und entschieden uns dann, statt durch das Felsgelände zuerst nach Westen auszuholen und dann auf dem grasigen Gratrücken westlich der Felsen aufzusteigen was sich als sehr angenehm herausstellte. Ab 2600m war dann das Gelände grösstenteils verschneit wobei wir den Aufstieg östlich von Pt 2724 im Schrofengelände vornahmen. Danach war dann durchgehend weiss angesagt und wir gingen ohne weitere Herausforderungen bis zum Anfang der Steilstufe des Gletschers auf ca 3100m.

Der Gletscher ist zur Zeit perfekt eingeschneit ohne jegliches Blankeis auf der Route. So zogen wir nach rechts (=Norden) haltend auf den verschneiten O-Grat des Vorgipfels zu welchen wir ohne Probleme erreichten. Dort durften die Steigeisen dann Pause machen und wir kletterten den Verbindungsgrat zum Gipfel anregend am kurzen Seil.

Der Abstieg war dann dank angenehm angeweichtem Schnee innert kürzester Zeit wieder abgerutscht und auf einer der unzähligen Varianten - man könnte meinen auf jedem grösseren Felsblock stünde ein Steinmännli) gelangten wir schlussendlich auch wieder zur Gaulihütte zurück. Nach dem Zmittag standen dann nochmals ordentlich Höhenmeter zur Vernichtung an und zum Glück gibt es kurz vor dem Parkplatz einen kleinen Brunnen an dem man seine glühenden Fusssohlen abkühlen kann.

Fazit:
Bei genug Schnee eine recht einfache Hochtour in einsamem Gebiet. Man hört, dass bei Ausaperung die Verhältnisse (Spalten, Steileis und Steinschlag) wesentlich unangenehmer sein sollen. Tour mit Melanie und Olli.

Tourengänger: dominik, Melanie

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