Sonnenaufgang auf dem Magerrain (2524 m)


Publiziert von ossi86 , 6. August 2013 um 14:04.

Region: Welt » Schweiz » St.Gallen
Tour Datum:26 Juli 2013
Wandern Schwierigkeit: T4+ - Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-SG   Spitzmeilengruppe   CH-GL 
Zeitbedarf: 2 Tage
Aufstieg: 1600 m
Abstieg: 1600 m
Strecke:12km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Mit dem PKW ins Murgtal. Fürs Parkieren und die Straßenbenutzung müssen für 24h 10 SFr bezahlt werden. Diese Gebühr wird an einem Automaten an der Zufahrt zum Murgtal entrichtet.

Das Wetter ist perfekt. Warm (im Tal heiß), keine Gewitterneigung und wolkenlos. Wir entschließen uns eine Nacht im Zelt in den Bergen zu verbringen. Wir fahren am Freitagmittag direkt nach der Arbeit und wollen Samstag wieder zurück sein. Ziel ist der Magerrain, der höchste Berg im Spitzmeilengebiet.

Parkplatz P2 bis Murgtal - Erdis Alp - T2:
Los geht's also. Wir sind eigentlich schon viel zu spät dran. Abmarsch am Parkplatz P2 im Murgtal ist um 17:50 Uhr. Eigentlich wollten wir schon um 17:00 Uhr los. Aber die verspätete Abfahrt und ein wenig Verkehr haben die Ankunft verzögert. Macht nichts, müssen wir eben schneller aufsteigen. Auf dem Wanderweg geht es hoch zur Erdis Alp.

Erdis Alp bis P 2280 - T3:
Von dort biegen wir auf dem Wanderweg südlich ab. Beim Punkt Abedweid (2078m) verlassen wir den Wanderweg. Den besten Weg machen wir auf der orografisch linken Seite eines kleinen Baches aus. Der Weg ist sicher gut gewählt, aber trotzdem sehr steil und nach dem schnellen Aufstieg auch anspruchsvoll. Geschafft. Am Fuß der Westflanke des Magerrain finden wir eine kleine Hochebene, die wir auch vorab schon in der Karte ausgemacht haben. Den Aufstieg von ziemlich gut 1.000 Höhenmetern haben wir in 2h40min geschafft. Nach dem Abendessen - wir hatten leider das Brot vergessen, deshalb reduzierte Kost ;-) - geht's dann auch schon ins Bett.

P 2280 bis Magerrain und zurück - T3+:
Um 4:30 Uhr klingelt der Wecker. Anziehen und los geht's. Schon am Abend zuvor hatten wir die beste Aufstiegsroute am Westgrad des Magerrain durch den Grashang ausgemacht. Das klappt dann auch gut. In knapp 50 Minuten sind wir auf dem Gipfel. Genau pünklich zum Sonnenaufgang. Es ist windstill und klar. Bei diesen Verhältnissen bleiben wir gut zwei Stunden auf dem Gipfel und genießen Aussicht, welche sich im Minutentakt verändert. Nach einem leckeren Gipfelzäpfle überlegen wir direkt zum Türli entlang des nörlichen Gipfelgrates des Magerrain zu queren. Das stellt sich dann aber als keine gute Idee heraus. Der Hang wird immer steiler (über 45° Hangneigung), das Gestein brüchig und wir treten auch manchen Stein los (T4+). Später wäre es wohl noch heikler geworden. Diese Route ist wirklich nicht zu empfehlen. Wir entscheiden uns daher umzukehren und holen unsere restlichen zwischengelagerten Sachen bei P 2280 ab.

P 2280 bis Türli - T3+:
Wir wandern nun weiterhin weglos am Fuß der Westflanke des Magerrains auf ca. 2.300 Höhenmetern Richtung Türli. In einer alten Landkarte, die wir dabei haben, ist vom Heuloch zum Türli noch ein Bergwanderweg eingezeichnet. Diesen können wir jedoch nicht finden. Deshalb steigen wir durch die Türlihalden vorwiegend auf Geröll zum Türli auf. Auch hier wird es wieder sehr steil. Das Türli und die Gesteinsformationen in der Gegend lassen ein bisschen "Herr der Ringe - Feeling" aufkommen.

Türli bis Erdisgulmen - T 4/Klettern I:
Vom Türli führt ein schmaler Weg auf den breiten Grasrücken des Erdisgulmen. Hier sind einige Kletterstellen zu überwinden, die aber mit Drahseil gesichert sind. An einer - ausgerechnet der anspruchvollsten - Stelle ist das Stahlseil jedoch gerissen und für einige Meter unterbrochen. Der Spalt durch den man hier klettert ist sehr schmal, es empfiehlt sich daher den Rucksack abzunehmen. Zum Schluss durchschreiten wir noch eine etwa zehn Meter lange und 50 Zentimeter breite Felsspalte. Sozusagen die Gewichtskontrolle zum Ende der Tour :-)

Erdisgulmen bis Parkplatz P2 - Murgtal - T2:
Auf dem Erdisgulmen machen wir nochmal Pause und kochen uns ein "leckeres" Mittagessen. Der Abstieg erfolgt entlang eines markierten Wanderwegs über die Erdis Alp bis zum Parkplatz.

Fazit:
Eine tolle Tour mit super Wetter und genialem Sonnenaufgang. Gute Orientierung im weglosen Gelände sollte man einigermaßen haben,aAuch wenn das Gelände durch die markanten Gipfel recht übersichtlich ist. Das Pensum ist für fitte Bergsteiger/innen auch an einem Tag zu bewältigen.

Tourengänger: ossi86, FaRbi90


Galerie


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