Drei Türme, großer Turm (rauf Normalweg, runter Eisjöchle)


Publiziert von paul_sch , 26. Juli 2013 um 07:22.

Region: Welt » Österreich » Zentrale Ostalpen » Rätikon
Tour Datum:25 Juli 2013
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: A 
Zeitbedarf: 8:00
Aufstieg: 1196 m
Abstieg: 2093 m
Strecke:18,1 km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Mit PKW nach Latschau, gibt aber sicher auch Busverbindungen
Kartennummer:map.geo.admin.ch

0830 Abfahrt mit der ersten Golm-Bergbahn in Latschau; also nicht die Golm-Bahn die weiter unten schon angeschrieben ist, sondern bei Tschagguns rauf zum See  bei Latschau, da isses.
 
0850 Loslaufen auf ca. 1900m. Der Weg ist sehr schön blumig, es geht etwas auf und ab, unterm Strich geht man aber ca. 250 hm bergab. So kommt man ausgeruhter zur Lindauer Hütte, ganz motivierte können die rund 750 Höhenmeter von Latschau natürlich auch gehen.
 
1000 Ankunft Lindauer Hütte. Wasser auffüllen.
 
1010 Abmarsch in Richtung der Drei Türme. Der Weg geht direkt von der bewirtschafteten Terasse weg, neben dem umzäunten Alpengarten. Die Drei Türme sind sogar angeschrieben,  jedoch mit dem Zusatz „nicht markiert“. Auf ca. 2.160 m kommt eine Anzweigung nach rechts, geradeaus ginge es weiter zum Drusentor. In großen roten Lettern sind die Drei Türme angeschrieben, soviel zu „nicht markiert“. Zahlreiche weitere Markierungen und Steinmänner machen ein Verlaufen eigentlich unmöglich, ich schaffe es natürlich trotzdem ein paar mal. :-)
 
Zwischenspiel Sporaplatte: Die spiegelglatte, schräge Sporaplatte fasziniert mich schon seit vielen Jahren. Auch beim Aufstieg behalte ich sie wenn möglich natürlich im Auge. Der Normalweg-Aufstieg auf den großen Turm führt nun relativ nahe an besagter Platte vorbei. Wobei man sie vom Weg nicht mehr sieht, weil man schon unter ihr ist, man muss also zuvor ein wenig aufgepasst haben. Es sah nun relativ leicht kletterbar aus, und ich wagte einen Versuch. Es waren vielleicht 15-20m im Grad I und II, nicht dramatisch oder besonders ausgesetzt, aber stürzen muss man natürlich nicht. Nach einigen weiteren Schritten war ich prompt auf besagter Platte, sehr lässig! Beim Abstieg tat ich mir leider schwer, meine einfache Aufstiegsroute wiederzufinden und murkste etwas herum. Es war deutlich schwieriger als beim Aufstieg, und es soll mir für die Zukunft eine Lehre sein besser aufzupassen… Ob sich der Abstecher für Normalsterbliche lohnt, wage ich zu bezweifeln, ich habe hald einfach einen Narren an der Platte gefressen.
 
Das Wetter war trotz fast perfekter Wetterberichte recht dubios, und es regnete ganz schwach. Der Weg ist ab diesem Bereich nicht mehr so deutlich, die Schneefelder verdecken ihn vermutlich auch öfter mal. Die Schneefelder waren übrigens relativ harmlos, weder brutal steil, noch dass sie in Abgründe einmünden. Generell eigentlich kaum Abgründe oder Stellen wo man steil abstürzen könnte. Von der Sporaplatten-Kraxelei dann schon ein wenig geschafft, war der Rest recht mühsam, mir viel lästigem feinem Geröll. Einige Meter waren dann sogar mit Stahlseil versichert. Vorbei am mittleren Turm, bis wir schließlich um…
 
1300 am Gipfel des Großen Turms (2.830m) ankamen. Das Wetter weiterhin dubios. Zwar kein Regen mehr, und auf 3 Seiten eher freundlich, doch im Nordosten düster und grau. Doch der Wind kam eher vom schönen Wetter her, und so blieb ich optimistisch. Vom Gipfel untersuchte ich lange das Eisjöchl, das ich als Abstieg geplant hatte. Sah nicht trivial aus, aber auch nicht unmöglich. Lt. AV-Führer etwas Kraxeln bis II, und der schönste der leichten Aufstiege. Fasziniert hat es mich schon immer von Fotos und aus der Ferne. Schlussendlich entschied ich mich dafür, es zu versuchen. Im schlimmsten Fall hald umkehren und von der vermuteten Schlüsselstelle wieder 200 hm zum Gipfel aufsteigen…
 
1320 Abstieg Richtung Eisjöchle. Vom Gipfel sieht man eigentlich gut wie man gehen muss. Ein Stück Richtung Süden, und dann rechts über Schutt runter Richtung Jöchle. Doch ganz so einfach ist es nicht, ein paar steile Stufen gibt es, um die man navigieren muss, man kommt aber zurecht. Lästiges Geröll, richtig ins Rutschen sollte man nicht kommen. Ein paar Wegspuren gibt es übrigens schon. Ich komme zu einer kleinen Rinne. Zuerst ein paar Meter rechts von ihr, dann in der Rinne einige Meter runter. Ich finde einen Abseilring. Jetzt kommt der Teil, der von oben am kniffligsten aussah. Wie komme ich runter auf’s Schneefeld? Sind nur ein paar Meter. Es gibt mehrere Möglichkeiten, ich überlege etwas und kraxle ein paar Meter nach rechts und gelange sicher zum rettenden Schnee. Die ganze Angelegenheit ist zum Glück nicht so sehr ausgesetzt, ein Sturz auf’s Schneefeld wäre vermutlich kein Weltuntergang.
 
Bald wartet das große Schneefeld mit einem Schmankerl auf, das ich vom Gipfel schon in Augenschein nehmen durfte. Ein Teil des Schneefelds muss mal einen Meter abgerutscht sein, da klafft nun eine Spalte. Vielleicht einen guten Meter tief, darunter Fels. Von oben her etwas knifflig, da man die Beschaffenheit der Kante nicht sieht. Geht man zu nah ran, könnte man durchbrechen und unsanft 1-2 m runterplumpsen. Ich war dann übrigens recht froh dass ich den Pickel dabei hatte. Ich habe eine halbwegs geeignete Stelle gesucht und mich drüber gewurschtelt, wohl nicht besonders elegant. Am besten wäre aber wohl ganz westlich gewesen. Da lief das Feld ganz normal auf Fels aus, und „begann“ dann wieder von neuem.
 
Das schwierigste geschafft, folgt die angenehme Höhenmeter-Vernichtung auf Schnee. Irgendwann scheint etwas Blankeis durch, das ich aber rechts über Schnee umgehen kann. Genaugenomen befinde ich mich wohl auf einem Miniatur-Geltscher. Danach ein Schlenker nach links, um eine Kante zu umgehen. Dann ist der Schnee irgendwann zu Ende und es geht über Geröll/Moränen nach unten. Abstecher zu auffälligem Moos-Feld mit Bach, fast isländische Verhältnisse. Den Wanderweg sieht man unten im Tal schon lange. Die Vegetation wird mehr, und ein wenig mühsam geht es über niedriges Grünzeug und dergleichen schließlich über einen Bach, und um…
 
1446 bin ich wieder auf einem Wanderweg. Vorbei an der Oberen Sporaalpe, und um ca. …
 
1510 bei der Lindauer Hütte. Nach etwas Pause kommen wir zum Schluss dass es evtl. zu knapp wird, wieder zur Golm-Bergstation zu laufen. Hetzen wollen wir nicht. Dann besser gleich richtig Pause mit Kartoffelgulasch und sich Zeit nehmen.
 
1615 Abstieg von der Lindauer Hütte. Wir wählen den Weg über die Untere Sporaalpe, der wohl etwas kürzer und direkter ist. Ganz so schlimm und langwierig wie ich den Weg zur/von Lindauer Hütte in Erinnerung hatte, war er dann eh doch nicht.
 
1740 Ankunft beim Auto in Latschau.
 
 
 
 
Nachahmung auf eigene Gefahr, alle Angaben ohne Gewähr!

Fotos von mir und Rebecca www.tsukalas.at .

Tourengänger: paul_sch

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Kommentare (1)


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83_Stefan hat gesagt:
Gesendet am 26. Juli 2013 um 09:24
Hallo Paul, eine starke Tour! Ich war vier Tage vor dir oben, aber da wir noch zur Schesaplanahütte "mussten", sind wir auf dem Anstiegsweg zurück. Die Route via Eistobel schaut aber klasse aus!


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