Mulhacén (3482 m) - Höchster Berg auf Spanischem Festland


Publiziert von ju_wi , 17. Mai 2008 um 11:39.

Region: Welt » Spanien » Andalusien » Granada
Tour Datum:25 April 2005
Wandern Schwierigkeit: T2 - Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: E 
Zeitbedarf: 3 Tage
Aufstieg: 2800 m
Abstieg: 2000 m
Strecke:55 km von Lanjarón
Unterkunftmöglichkeiten:Hostal in Bubion (DZ 28€); Refugio Poquera (Berghütte mit Lager) auf 2500m

Während der Pico de Teide (3718) auf Teneriffa der eigentlich höchste Berg Gesamt-Spaniens ist, ist der Mulhacén in Andalusien in Südspanien im Gebirge der Sierra Nevada mit seinen 3482 m der höchste Berg auf spanischem Festland bzw. auf europäischem Gebiet. Er überragt damit auch knapp die in Spanien bekannteren Pyrenäen (höchster Gipfel hier ist der Pico de Aneto mit 3404 m).

Wir haben den Mulhacén sozusagen "mitgenommen" bei einer fast 6-monatigen und 4000km langen Langstreckenwanderung von Gibraltar nach Basel, die wir 2005 im Rahmen eines Sabbaticals gemacht haben - ja davon muss ich bald auch mal mehr einstellen. Die Mulhacén-Tour soll hiermit aber einen eigenen Bericht bekommen...

Beschrieben sind die 3 Tage der Tour, in der wir von Lanjarón (650 m) in den Alpujarras - einem schönen Vorgebirge der Sierra Nevada - mit Übernachtungen in Bubión (1350 m)  und dem Refugio Poqueira (2500 m) den Gipfel bestiegen haben. Außerdem habe ich - um etwas andalusisches Flair zu vermitteln - ein paar Fotos von der Provinzhauptstadt Granada der gleichnamigen Provinz und der berühmten Alhambra (maurische Festungsanlage) beigefügt. In der Provinz Granada befindet sich auch der Mulhacèn.

Die Tour fand in der zweiten Aprilhälfte statt und ich war mir vorab nicht sicher, ob man so früh schon einen Berg von fast 3500 m besteigen kann. Umso überraschter waren wir, wie wenig Schnee nur noch vorhanden war...

Weg:
Von Lanjarón, einem typisch andalusischen und fast komplett weißen Dorf (puebla blanca), führt der Pfad - es ist der E4 - oft sehr schmal durch steile Hänge und Schluchten. Die Vegetation ist hier natürlich trocken - insbesondere in den tieferen Lagen. Im Sommer sind 35 - 40° normal ! In längerer Führung durch kleine Dörfer und mehr auf als ab gelangen wir nachmittags in das Bergdörfchen Bubiòn und nehmen ein Hostal. Am nächsten Morgen geht es zunächst wieder etwas bergab durch eine Schlucht und über vier schöne alte Brücken einen Bach entlang und dann schließlich steil in einen Berghang, in dem ca. 800 Hm gut zu machen sind. Hier sehen wir kleine andalusische Steinböcke. Gegen 16 Uhr treffen wir im Refugio Poqueira ein, einer Berghütte, die aber merkwürdigerweise geschlossen ist. Noch ein Norweger steht wartend vor der Tür. Wir vermuten richtig: Von 14 - 17 Uhr ist Siesta (!) und bei bestem Sonnenschein ist die Verzehrterrasse geschlossen. Kurz nach 17 Uhr schliesst der Wirt dann - sichtbar aus dem Bett gefallen - die Tür auf und zeigt uns die Lager. Es sind an dem Abend nur 7 Gäste dort - bei einer Kapazität von sicher 80 Betten. Wir verbringen den Abend in der Gaststube - natürlich kommt das Abendessen nach spanischer Manier nicht vor 21:30 Uhr :-) Am nächsten Tag machen wir uns dann an den Gipfelaufstieg - weitere 1000 Hm sind zu schaffen. Wegen der langen Tour (die 6 Monate sind gemeint, nicht der Mulhacén) haben wir schon so 15 - 20 kg Rucksäcke dabei. Es führt steil und eher weglos - zumindest erkennen wir keinen Weg - zu einem Pass und dann rechts hinüber durch Steingelände zum Gipfel. Es sind ein paar Altschneefelder zu queren - aber nicht der Rede wert - kein Schneestapfen oder gar Einbrechen.  Vom Gipfel gehen wir dann am gleichen Tag ca. 2000 Hm hinab und übernachten in Trevélez auf 1470 m Höhe.

Tourengänger: ju_wi

Galerie


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