Von Vals nach Splügen - eine herzige Tour


Publiziert von Frangge Pro , 11. Juli 2013 um 20:37.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Safiental
Tour Datum: 6 Juli 2013
Wandern Schwierigkeit: T3+ - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR 
Zeitbedarf: 2 Tage
Aufstieg: 2500 m
Abstieg: 2300 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:cff logo Postauto Vals
Zufahrt zum Ankunftspunkt:cff logo Postauto Splügen
Kartennummer:257T Safiental

Nach über 60 Tourenberichten gibt es noch keinen mit Zelt. Längst überfällig. Über sechs Wochen keine Wanderung unternommen. Längst überfällig. Seit fast drei Jahren nicht mehr im Safiental gewesen. Richtig: Längst überfällig. Wir wandern zu zweit von Vals über den Tomülpass (ich mache dann noch einen Abstecher auf den Gipfel) ins Safiental. Von dort gehen wir über den Safierberg über die Stutzalp nach Splügen.

Vals - Tomülpass: Wir starten recht spät in Vals Platz. Zum Riefawald führen zwei Wege: Ein steilerer, der im Wald auf einem Pfad verläuft und eine weniger steile Fahrstrasse. Wir gehen den Pfad, dort ist es schattiger und nicht so langweilig wie auf der Strasse zu laufen. Ab P.1876 zieht sich der Weg wenig steil über den Riedboda und die Alp Tomül zum Pass hinauf. Am Bach gibt es ein feines z'Mittag. Am Riedboda hat man eine wunderschöne Aussicht aus dem Valser Tal, die Wasserfälle runden die Sicht dann ab. Noch ein wenig die Kühe beobachten, dann weiter zum Tomülpass. Der ganze Weg zum Pass ist mit T2 zu bewerten, wir haben von Vals zum Tomülpass zirka vier Stunden gebraucht (reine Gehzeit). Dazu sind aber noch einige Pausen gekommen, wir hatten es ja nicht eilig.

Tomülpass - Piz Tomül: Kurz vor dem Pass deponiere ich das Gepäck und gehe allein weiter auf den Piz Tomül. Zunächst gehe ich weglos die Südflanke hinauf und treffe leicht westlich vom P.2589 auf den Grat. Dort gibt es einen nicht markierten Weg, der wohl recht durchgängig sichtbar sein dürfte, sobald auch die letzten Schneefelder dann abgeschmolzen sind. Das ist momentan noch nicht der Fall. Die meisten umgehe ich und quere nur kurz vor dem Gipfel zwei Schneefelder. Wegen des Schnees würde ich den Abschnitt auf den Gipfel mit T3+ bewerten, sonst deutlich einfacher. Gehzeit: 70 Minuten. Am Gipfel habe ich dann eine kurze Pause gemacht. Ich glaube, so spät stand ich noch nie auf einem Gipfel, es war mittlerweile fünf Uhr. Trotz des Dunstes habe ich eine schöne Aussicht ins Safiental, zur Surselva und nach Süden gehabt. Der Abstieg ging recht flott, die Schneefelder waren mir jetzt sehr willkommen. Sehr verliebt war wohl ein Berggänger, der den Gipfel mit einigen roten Herzen versehen hat. Am Tag darauf haben wir vom Tomülpass ins Safiental am Weg auch immer wieder Herzchen gefunden. Die Frage ist nur, haben seiner Angebeteten die Wegmarkierungen gefallen? Oder war er gar in die Bündner Berge selbst verliebt?

Tomülpass - Safierberg: Am nächsten Tag sind ebenfalls nicht allzu früh aufgebrochen, um ins Safiental abzugesteigen. Am Turrahus eine Pause mit Glace, bevor wir uns an den Aufstieg zum Safierberg gemacht haben. Das erste Stück auf der Fahrstrasse fand ich von Weg her etwas langweilig, von der Aussicht her dafür umso schöner. Das nächste Stück des Weges, das Stück nach dem Gletscherbach fand ich etwas nervig, da doch sehr von den Kühen ramponiert. Die Aussicht auf die Wasserfälle, das Wisshorn und die Grauhörner und auch in das Safiental nach wie vor wunderbar. Der Weg auf den Safierberg steilt dann an, es geht kurz über drei kleinere Schneefelder, bevor man am Pass ankommt. Wenn der Schnee weg ist, ist dieses Stück sicher auch mit T2 zu bewerten. Für den zweiten Tag sind unsere Gehzeiten sicher kein Massstab, da wir es gemütlich angegangen sind, viele Pausen eingelegt haben und immer wieder Blumenwiesen, Murmeltiere, Wasserfälle und die Bünder Berge im Allgemeinen anschauen 'mussten'. Deshalb keine Angaben dazu.

Der Abstieg vom Safierberg nach Splügen geht zunächst wenig steil und einfach immer am Stutzbach entang. Das letzte Stück ab der Gadastatt wird steiler. Mühsam aber nur dann, wenn die Kraft in den Beinen nachlässt... Aber auch hier sind Murmeltiere und Wasserfälle die häufigsten 'Features' dieser Wanderung.

Fazit: Eine komplett unschwierige wenn auch nicht ganz kurze Wanderung, einfach zu gehen vor allem, wenn der letzte Schnee dann weg ist. Die Ruhe beim Zelten hat mir besonders gefallen, tagsüber begegnet man auf der Route mehr Bikern als Wanderern. Wer nicht Campieren mag, kann sich stattdessen z.B. im Turrahus einmieten. Wer auf dieser Wanderung keine Murmeltiere sieht, hat etwas falsch gemacht. An Wasserfällen und Blumenwiesen kann man sich dort momentan wirklich satt sehen.



Tourengänger: Frangge


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Kommentare (2)


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KraxelDani hat gesagt: Schöne Biwak-Gegend...
Gesendet am 12. Juli 2013 um 21:32
Deine Tour hat mich erinnert an meine Biwaktour vor einiger Zeit: Ich habe auch mal in der Nähe des Safierberges und beim Tomülpass biwakiert: Tour vom mittleren Tag. Für mich waren die beiden Pässe eher die tieferen Punkte. Aber danke für Deine schönen Fotos im Frühsommer, das sieht noch grüner aus als im Spätsommer...

Gruss, (Kraxel-)Dani.

Tzufi hat gesagt: eine herzige Tour
Gesendet am 13. September 2013 um 22:37
Hoi Frangge

Der Herzenmaler war ich! Auf dem Piz Tomül habe ich meiner Freundin vor einem Jahr den Hochzeitsantrag gemacht! Sie hat ja gesagt und morgen heiraten wir! Toll, dass man die Herzen noch sieht.

Gruss Tzufi


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