Kletter-, Wander- und Bikeferien in Finale Ligure (29. April bis 4. Mai 2008)


Publiziert von MunggaLoch , 15. Mai 2008 um 18:18.

Region: Welt » Italien » Ligurien
Tour Datum: 3 Mai 2008
Wandern Schwierigkeit: T1 - Wandern
Klettern Schwierigkeit: V (UIAA-Skala)
Mountainbike Schwierigkeit: WS - Gut fahrbar
Wegpunkte:
Geo-Tags: I 

Draussen ist geniales Wetter und ich sitze hier drinnen. Nein, nicht weil es mir Spass macht, sondern, weil es einfach mal gemacht werden muss. Ok, ein wenig Spass macht es mir schon, keine Angst. Und wenn es denn regnet, dann räume ich den Keller auf ;-)

Viel will ich gar nicht schreiben. Dass ich gut zwei Wochen Ferien hatte, weil ich die Firma wechselte habe ich ja schon beim Bericht der Skitourenwoche geschrieben. So war eben immer noch eine Woche übrig. Und die wurde anstatt im Schnee am Meer verbracht. Und wo kann man Sonne, Süden und Wärme am bessten mit Klettern verbinden? Genau, in Finale Ligure!
Wie schon erwähnt, werde ich nicht viel schreibe. Eigentlich habe ich schon mehr geschrieben, als ich wollte ;-) Aber bei den Vorbereitungen habe ich ein paar Details gemerkt, die hier anderen vielleicht nützlich sind. Und vor allem werde ich ein paar Bilder rein tun.

Fahrt
Für die Fahrt wählten wir nicht ganz den direktesten Weg. Die Autobahn Chiasso - Mailand - Genua ist, vor allem auf dem Mailand-Ring und auch weiter südlich eine extrem viel befahrene Strasse. Wir fuhren nur kurz auf den Mailand-Ring, dann weg Richtung Turin, bis nach Novara, dann gerade in den Süden. Nach Alessandria mündet es wieder in die „urspüngliche“ Route. Vor allem der senkrechte Teil ist sehr wenig befahren und man kommt sehr gut vorwärts. Selbst am Rückreisetag (Sonntag bei Auffahrt) war es dort kein Problem.

Unterkunft
Die Hotels oder Pensionen kann ich nicht beschreiben. Wir waren auf dem Campingplatz. Da gibt es ein paar. Sehr beliebt ist anscheinend der Tahiti und der Del Mulino. Wir wollten anfangs auch auf den Tahiti, sind dann aber schlussendlich auf den Del Mulino. Der ist nicht schlecht. Warmes Wasser zum Duschen (gratis) und die Leute freundlich. Es steht allerdings, dass er 300m vom Strand weg ist. Die ist etwas untertrieben. So etwa eine Viertelstunde läuft man schon, bis zum Strand und dem Stadtzentrum. Es ist aber der zentralste Campingplatz. Kosten tun die alle ungefähr gleich viel. Ach ja, wieso wir nicht auf dem Tahiti waren? Ja, wir fanden ihn nicht... Aber eigentlich ist es nicht so schwierig. Falls ihr den mal sucht, er ist geografisch etwa zwischen dem Del Mulino und dem Eurocamping! Der Eurocamping sieht etwas nobler aus, allerdings kostet der ein paar Euros mehr. Die Kletterer und Biker sind oft auf dem Tahiti und dem Del Mulino. Es gäbe da ausserdem noch den Campingplatz San Martino, der etwa 8km ausserhalb der Stadt ist. Gemäss irgendwelchen Infos gäbe es noch zwei Campingplätze mehr, der La Foresta und der Valentino. Wobei ich von beiden weder vor Ort etwas gesehen habe noch von jemandem etwas darüber gehört habe...
Und Tierchen jeglicher Sorte gibt es wohl überall ;-) Der da war am Morgen in meinem Schuh...

Essen
Man isst gut in Italien. Aber das wisst ihr wohl selber. Wir waren etwas überrascht, dass nicht mehr los war, als wir kurz vor Auffahrt dort eintrafen. Dabei würde die Saison doch an Ostern losgehen. Über Auffahrt selber gab es dann schon mehr Leute. Und so kam es, dass wir an jenem Samstag Abend in keinem Restaurant einen Platz bekamen. Und wir haben nicht nur in zwei Restaurants gefragt. Sondern in JEDEM! Besonder wenn man in Finalborgo essen will, lohnt sich die Reservation. Oder das frühe, italienuntypische Essen gehen. Aber keine Angst, wir sind nicht verhungert. Aber so richtig gemütlich war es dort nicht. Doch der Hauswein (dort auch nicht der besste), liess uns dieses Missgeschick vergessen!

Mobilität
Die Klettergebiete sind recht verstreut. Und zum Teil recht weit von Finale weg. Und ziemlich oft etwas in den Hügeln. Ich mein, ohne Auto ist man nicht gut bedient. Mit dem Bike wäre es vielleicht noch möglich. Aber ohne fahrbaren Untersatz ist man recht schlecht dran. Weiter in der Stadt. Da empfehle ich das Auto jedoch gar nicht. Da ist zu Fuss oder mit dem Bike am bessten. Denn einen Parkplatz zu findet ist noch schwieriger als einen Tisch zum Essen am Samstag Abend ;-)

Klettern, Kletterladen und Kletterführer
Über Klettern und Finale findet man viel im Internet. So auch die Adresse von Rockstore, dem Kletterladen in Finalborgo, dem Mekka vom Klettern. In diesem Laden sollte man unbedingt mal vorbei. Er ist klein aber fein, und es gibt gute Tips über die Gebiete. Dazu kommt, dass man dort den Kletterführer „Finale 007“ bekommt. Nein, James Bond ist nicht dort, es ist die 7te Auflage des Führers. Der letzte war der Y2K (Year 2000). Und wer den neuen Führer nicht hat, unbedingt kaufen oder ihn sich auslehnen oder was auch immer. Seit dem Jahr 2000 sind viele Routen und ganze Gebiete dazu gekommen. Und halt noch schöne, recht unverbrauchte Gebiete ;-)

Klettergebiete
Da kommt man nicht herum, den Kletterführer zu studieren oder sich von Beklannten was empfehlen zu lassen. Ich beschreibe hier die Gebiete, wo wir waren. Allerdings sind das eben diese Gebiete, die auch was Einfaches dabei haben. Wobei „einfach“ relativ ist. Wir hatten 4c, die wir nicht schafften. Es kommt sehr auf viele Faktoren an. Es gibt zum Beispiel Routen, die 40 Jahre alt sind. Und da haben die einen oder anderen Hände schon eine Ecke zum Halten etwas abgeschliffen ;-)

Mittwoch 30.4., Vormittag: Monte Sordo - La Tecchie
Hier sind die Routen aus dem Jahre 2002, ein sehr schöner Felsen. Leider hat es beim Einhängen des ersten Express zu regnen begonnen. Zuerst nur kurz und leicht. Und als wir uns überlegten, nochmals etwas zu warten bis die Felsen wieder trocken sind, da hat es richtig begonnen zu schütten. Also war das Klettern für heute gestrichen...

Mittwoch 30.4., Nachmittag: Meer
Weil die Felsen nass waren, war nichts mehr mit Klettern. Am Strand schien jedoch die Sonne und so erkundeten wir mit dem Bike noch ein anderes Klettergebiet. Am Meer entlang geht es mit dem Bike sehr gut. Besonders in jenen Tagen, da die Strasse zwischen Finale und Noli wegen Steinschlag gesperrt war. So war es recht friedlich mit dem Bike.

Donnerstag 1.5, Vormittag: Val di Nava - Falesia della Luna
Ein sehr schönes Gebiet. Man läuft zwar ein gutes Stück, aber es ist auch interessant. Den Hinweg wählten wir durch eine Grotte (so eine Art Höhle). Und das war schon mal recht imposant. Die Wege sind allerdings nicht ganz so gut beschildert, wie in der Schweiz. Ein Forstweg kann auch gut mal nur 60 cm breit sein ;-) So haben wir uns oft verlaufen und es sind aus den Kletterferien auch Wanderferien worden.
Ach ja, dieser Felsen hat nur wenige Routen und wenn eine ganze Gruppe (wie bei uns) dort ist, dann wird es eng.

Donnerstag 1.5, Nachmittag: Monte Cucco - Settore della Torre
Aussprechen tut man diesen Berg übrigens “Cuggo” und nicht etwa “Kuko” oder sowas. Dieses Gebiet ist so etwas wie der heilige Berg von Finale. Allerdings sind die Routen auch dementsprechend himmlisch... schwierig ;-) Selbst eine Route, die wir für „machbar“ im Führer besprochen hatten entpuppte sich als nicht ganz so leicht. Wir beliessen es also beim schauen!

Freitag 2.5., Vormittag: Monte Sordo - La Tecchie
Nachdem uns der Fels am Mittwoch gefallen hatte war klar, dass wir ohne Regen wieder hierher kommen. Und es hat sich gelohnt. Es hat ein paar Routen, die wir auch schafften. Hier sind sie auch nicht schwieriger, als der Schwierigkeitsgrad es erahnen lassen würde. Eben, schöne Routen, griffiger Fels, ein Ort zum verweilen und geniessen!

Freitag 2.5., Nachmittag: La Parete Dimenticata - Grotta dell’Edera
Schon vorneweg, hier zu klettern stand nie auf unserem Programm. Denn es ist definitiv eine Spur zu schwierig. Aber die Grotte zu sehen, dies muss auf dem Programm stehen. Zudem war sie fast auf dem Heimweg vom Monte Sordo. Diese Grotte hier ist wie ein Zylinder im Boden. Unten fast eben, etwa 15m Durchmesser, 20m hoch, ein riesen „Fenster“ und es gibt keinen Zugang von oben. Der einzige Zugang befindet sich von unten durch eine andere Grotte. Die schmälste Stelle in der Höhle ist gerade so gross, dass man sich OHNE Rucksack durchzwängen kann. Der Rucksack muss man nachreichen. Aber es lohnt sich, innen ist es extrem eindrücklich!

Samstag 3.5., Vormittag: Rocca di Corno - Settore Est und Settore Sud-Est
Der Rocca di Corno ist ein imposanter Felsen, den man auch vom Campingplatz aus super sieht. Deshalb war schnell mal klar, dass wir dort auch vorbeischauen. Allerdings war es auch eher schwierig. Im Sektor Est scheiterten wir an einer Route, fanden aber die Route „Dreams“, die ihrem Namen alle Ehre macht. Wirklich super toll. Im Sektor Sud-Est versuchten wir auch nochmals eine Route. Aber der rostige, geschlagene Haken machte einen zu wenig vertrauenserweckenden Eindruck und so liessen wir das Klettern hier.
Dafür wanderten wir noch zwischen dem Sektor Sud und Ovest dem Wanderweg entlang hinauf AUF den Rocca di Corno. Diese Aussicht war super. Und die kurze Wanderung extrem zu Empfehlen!

Samstag 3.5., Nachmittag: Capo Noli - I Pilastri
Über der Meeresbrandung klettern. Wer möchte dies nicht selber mal machen? Hier geht es. Allerdings ist das Problem, dass man zuerst runter abseilen muss. Und dann muss man rauf kommen, weil man ja nicht mehr weiter runter kann ;-) So schieden doch schon mal ein paar Routen aus für uns. Eine fanden wir. Allerdings war es sehr heiss und so richtig Bock auf Klettern war nicht mehr vorhanden. So artete es mehr in einem Fotoshooting aus. Kletterer über Meer und so. Es entstanden so ein paar coole Bilder.

Fazit
Um in Finale so richtig entspannt und gemütlich klettern zu können, sollte man hier schon ein 6b „locker“ klettern können. Es macht auch drunter Spass, aber man ist halt auf viel weniger Routen angewiesen.
Es war cool, mal etwas anderes zu klettern. Und dabei am Meer zu sein sowieso! Und dass ich noch den Rest der Sonnencreme brauchen konnte, die ich bei der Skitourenwoche zu wenig brauchte war auch schön!

Tourengänger: MunggaLoch, Elju

Galerie


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Kommentare (3)


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Feuerfels hat gesagt: Herrberge
Gesendet am 3. Dezember 2008 um 23:40
Wow, das sieht bestechend schön aus! Da muss ich auch hin! Wie sieht es in den kälteren Monaten aus bezüglich Unterkunft? Ist der Camping noch offen, oder gibt es auch preiswerte Herrbergen/Hotels in Finale? Kann mir da jemand weiterhelfen?
Merci, und weiterhin viel Spass beim Klettern!

MunggaLoch hat gesagt: RE:Herrberge
Gesendet am 4. Dezember 2008 um 07:30
Hallo!
Wir waren noch nie im Winter (kältere Jahreszeit) dort. Alle Campings sind sicher nicht offen, das hab ich noch so im Kopf. Der Rest steht aber bestimmt im Internet ;-)
Gruss und viel Spass dort!

alpstein Pro hat gesagt: Route
Gesendet am 7. Dezember 2008 um 18:06
Die Ligurische Küste ist immer wieder einen Besuch wert. Ein Tipp noch für eine alternative Anfahrtsroute. Wir fuhren schon öfters über das Wallis und den Großen St. Bernhard (alternativ durch den Tunnel) und dann von Aosta die Autobahn über Allesandria runter ans Meer, wo man meistens freie Fahrt hat. Wenn es auch ein paar Kilometer mehr sind hat man denVorteil , dass man nur eine Mautstelle an der Ausfahrt am Meer hat. Bei schönem Wetter kann man noch einen Blick auf den Montblanc werfen.
Einen Wintercampingplatz in unmittelbarer Nähe weiss ich nicht, aber ca. 40 km weiter südlich. Nähere Infos falls gewünscht per PN.
Grüße
Hanspeter


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