Schülberg - Fidisberg - Biet - Rütistein


Publiziert von Bergamotte Pro , 24. Juni 2013 um 11:53.

Region: Welt » Schweiz » Schwyz
Tour Datum:22 Juni 2013
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-SZ   Westliche Sihltaler Alpen   Nördliche Muotataler Alpen 
Zeitbedarf: 5:45
Aufstieg: 1540 m
Abstieg: 1540 m
Kartennummer:1152 Ibergerergg (R. 319/20, teils 312, 323)

Eigentlich brach ich heute zu einer grossen Tour d'Horizon im Ybrig auf. Schliesslich fehlen mir nur noch wenige Gipfel zum kompletten Satz "Schwyzer Voralpen". Doch schlussendlich kam es anders, denn 1) Wandern im Nebel und mit nassen Füssen macht bedingt Spass; 2) oberhalb von 2000m liegt noch viel Schnee; 3) das (wetterbedingte) Faulenzen der letzten Wochen hat in meiner Form Spuren hinterlassen. So beliess ich es bei einer grosszügigen Runde um die Druesberghütte.

Der regnerische Morgen lässt mich den Start nach hinten rücken. In Weglosen (1035m) herrscht wie meist Tristesse pur, das grosse Festzelt und einige zerdrückte Gestalten zeugen vom Schlagerberg. Über den Leiteren Weg gewinne ich rasch an Höhe. Bereits hier erkenne ich, dass es mit meiner Form nicht zum allerbesten steht. Natürlich bin ich mutterseelenallein unterwegs. In der Tat motiviert der feuchte, neblige Tag kaum zu grossen Bergabenteuern.

Oberhalb der Druesberghütte (1581m) lüftet sich die Wolkendecke und gar die Sonne zeigt sich zaghaft. Circa 50m vor der Schülberghütte setzt der Schülbergweg ein. Dieser wurde durch Freiwillige des STV Unteribergs 2007 vorbildlich in Stand gesetzt und markiert (grün-weiss). Er bietet kaum mehr Schwierigkeiten (T3) und ist nun einfacher zu bewerten als die NW-Rippe.

Spätestens auf dem Schülberg (1930m) sind meine Schuhe aufgrund des nassen Gras komplett durchnässt. Gleichzeitig verdichten sich die Wolken wieder und Fidisberg und Biet verschwinden im Nichts. Der Abstieg über die grasige NW-Rippe zur Lehhütte erfolgt ohne grosse Schwierigkeiten: Das Gelände ist relativ steil, aber sehr gut gestuft (T4).

Im Whiteout quäle ich mich weglos die SW-Flanke des Fidisberg (1919m) hoch, wo genau spielt keine Rolle. Vorsicht ist hingegen beim Abstieg durch die steile Südrampe gefragt, gerade bei Nässe. Diese Variante spart einige Höhenmeter, aber das Gelände ist schlecht gestuft und Abrutschen verboten, heute eine T5. Vorbei an apathischen Kühen marschiere ich die wenigen Meter zum Pass der Hinter Wannenhöchi (1834m) hoch, das Gelände befindet sich in einem erbärmlichen Zustand. Anschliessend den Markierungen folgend zum Gipfel des Biet (1965m) hoch. Dieses erhielt in diesem Jahr schon einigen Besuch.

Nässe und Whiteout lassen mich über die Aufstiegsroute absteigen. Wer mag, kann bei der Alp Hinterofen die Wasservorräte auffüllen. Weglos ziehe ich durch sumpfiges Gelände zum Pfannenstöckli (1855m) rüber. Eigenartig, dass in diesem beliebten Wandergebiet kein Pfad über die Ebene führt. Den Rütistein (2025m) erreiche ich direkt über dessen Nordgrat, wobei noch Schneefelder zu queren sind. Der Skiklassiker erhält im Sommer deutlich weniger Besuch, was wohl (auch) am fehlenden Weg liegt.

Die Twäriberg-Ostflanke liegt noch voller Schnee, doch die Ybriger Triologie hatte ich schon vorher abgesagt. Also zurück zur Druesberghütte. Da ich den endlosen Asphalt-Gwaggel scheue, wähle ich auch im Abstieg den Leiteren-Weg. Bei Nässe sicher ein mässiges Vergnügen, doch angesichts der vorbildlichen Sicherung für den tritticheren Bergwanderer gut zu begehen. Unten in Weglosen erwartet mich eine trällernde Sarah Jane - und in Zürich eitel Sonnenschein.

Zeiten
1:55  Schülberg
1:15  Fidisberg - Biet
1:20  Rütistein
1:10  Weglosen

Tourengänger: Bergamotte

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