Linea Cadorna bei Cuzzago


Publiziert von ABoehlen Pro , 3. Mai 2008 um 21:14.

Region: Welt » Italien » Piemont
Tour Datum: 2 Mai 2008
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: I 
Zeitbedarf: 5:00
Aufstieg: 700 m
Abstieg: 700 m
Strecke:Cuzzago - Linea Cadorna - Cuzzago
Zufahrt zum Ausgangspunkt:mit der FS von cff logo Domodossola nach cff logo Cuzzago (Regionale nach Milano oder Novara)
Unterkunftmöglichkeiten:In Cuzzago ist mir keine Unterkunftsmöglichkeit bekannt, dafür gibt es in den benachbarten Orten Premosello und Vogogna mehrere kleine Hotels.
Kartennummer:285(T) Domodossola, italienische 1:25'000er (kaum erhältlich, aber über http://www.pcn.minambiente.it einsehbar), Val Grande 1:30'000 von Cartine Zanetti

Die "Linea Cadorna" ist ein Verteidigungsnetzwerk aus dem 1. Weltkrieg, welches zwischen 1915 und 1918 errichtet wurde, mit dem Zweck, eine eventuelle Invasion feindlicher Truppen von Norden her abzuwehren. Überreste davon sind vielerorts zwischen Ossola und Veltlin zu sehen, allerdings oft schwer zugänglich und von der Vegetation überwuchert - so wie jene im Hinterland von Cuzzago.

Die Anreise ist heute besonders praktisch, da die SBB über die Auffahrtstage als Alternative zum meist überfüllten CIS einen Entlastungszug nach Domodossola führt. Von dort geht es anschliessend mit einem "Regionale" weiter nach Cuzzago.

Durch den Ort führt mich der Weg Richtung Rio dei Mulini, allerdings findet sich hinter dem letzten Haus des Ortes neuerdings ein Schild "Proprietà privata" und hohe Zäune, die alles absperren. Aber ein netter Herr zeigt mir einen schmalen Durchschlupf, durch den ich die hohe Mauer und die Brücke am Rio dei Mulini erreiche. Dieser im Sommer meist ausgetrocknete Bach führt heute erstaunlich viel Wasser. Offenbar waren auch hier die vergangenen Wochen sehr regenreich.

Hinter der Brücke durchschreite ich rechterhand einen Kastanienwald, bis ich in einen breiteren Weg münde, der in vielen Serpentinen den Hang emporklettert. Nach Kurve 5 befindet sich zur Linken ein Stollen, der allerdings nur ein kurzes Stück weit halbwegs aufrecht begehbar ist. Weiter müsste man kriechen, aber das lasse ich bleiben. Taschenlampe habe ich eh nicht dabei.

Bei Kurve 8 biegt rechts der Weg zum Sasso Grande ab. Ein kurzer Augenschein zeigt nichts Erfreuliches. Gleich nach dem Einstieg liegt ein abgeknickter Baum auf dem Weg und macht diese ohnehin schwierige Stelle noch heikler und gefährlicher.

Ich folge aber dem Hauptweg, der weiter oben in das Tal des Riale Balangeri einbiegt. Kurz vor Erreichen des Talgrundes, an einer Stelle, wo grosse Felsbrocken auf dem Weg liegen, führt links eine schwach ausgeprägte Spur den sehr steilen Abhang hinauf, auf der ich weiter oben in einen besseren Weg münde, welcher durch Wald und Gebüsch zu den Schützengräben der Linea Cadorna führt. Es sind eindrückliche Bauwerke, die hier zu bestaunen sind, aber auch das Vergängliche menschlicher Arbeit wird hier offenbar, denn über weite Strecken sind die Gräben völlig mit dornigem Gestrüpp überwuchert.

Nach einem kräftigen Anstieg, nunmehr in dichtem Kastanienwald, erreiche ich einen weiteren gewundenen Schützengraben und kurz darauf eine Weggabelung. Rechterhand gehend gelange ich bald an den Riale Balangeri, wo ein roter Pfeil in die gegenüber liegende Flanke weist. Eventuell bestünde hier eine Möglichkeit, Richtung Sasso Grande zu queren, aber das habe ich mir für ein anderes Mal auf.

Stattdessen schlage ich bei besagter Weggabelung den anderen Weg ein, der kontinuierlich an Höhe gewinnt. Die Erstellung dieses Weges muss einen enormen Aufwand bedeutet haben, wie die langen, aus rohen Steinen zusammengefügten Stützmauern beweisen. Leider fällt das Ganze mehr und mehr in sich zusammen und je weiter ich gelange, desto schlechter wird der Weg. Schliesslich erreiche ich eine Art Plattform, ebenfalls mit grossen Steinmauern abgegrenzt. Keine Ahnung, was genau deren Zweck einst war, jedenfalls war sie wichtig genug, diesen Weg dafür zu bauen. Fortsetzung kann ich aber keine mehr finden. Ich kraxle noch ein bisschen weglos durch diesen Urwald weiter bergan, bis ein lang gestrecktes Felsband das Weiterkommen verunmöglicht. Vermutlich ist es jenes, welches auf der italienischen Karte unterhalb von Pt. 902 zu erkennen ist. Die erreichte Höhe dürfte somit ca. 880 m betragen.

Leider ist aufgrund der dichten Bewaldung kein grossartiges Panorama zu geniessen, aber hin und wieder gibt es Stellen, wo ich über den Lago Maggiore hinweg bis in die Seenlandschaft hinter Ispra blicken kann.

Der Rückweg erfolgt (natürlich) auf derselben Strecke und mit Regionalzug und EuroCity geht es am späteren Nachmittag wieder heimzu.

Tourengänger: ABoehlen

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