Preis nach Gefühl - ein weiterer Spaziergang .... im Regen


Publiziert von Henrik , 25. Mai 2013 um 13:50.

Region: Welt » Schweiz » Solothurn
Tour Datum:24 Mai 2013
Wandern Schwierigkeit: T1 - Wandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-BE   CH-SO 
Zeitbedarf: 3:30
Aufstieg: 290 m
Abstieg: 260 m
Strecke:"Buchsi" - Steinhof - Burgäschisee - Seeberg - Grasswil
Zufahrt zum Ausgangspunkt:ÖV
Zufahrt zum Ankunftspunkt:ÖV
Kartennummer:Gourmessa

... Zitat: „Aber welche Ursachen das schlechte Wetter auch gehabt haben mag...“, es ist wie früher in aller Munde. Und beeinflusste auch unsere Entscheidung für diesen Ausflug. Eine etwas andere Sicht kommt in dieser Zeile zum Ausdruck: „Bei den XXXXXXXX kommt es besser an, wenn man erst mal meckert, auch über das Wetter". Wir sassen am Donnerstagabend in einer Quartierbeiz am Luzernerring in Basel und beratschlagten den anstehenden Freitag. Der Jura kam definitiv nicht in Frage, denn dort würde es schneien, meinte Claudia. Ich schlug vor, die solothurnische Enklave wieder einmal zu besuchen – wegen den erratischen Überbleibseln des Rhonegletschers und dem wieder eröffneten „Seeblick“ am Burgäschisee.  In dieser Region ist auch nicht mit Wandermassen zu rechnen, bei Regen sowieso nicht.
 
... ...wir treffen uns in der Schalterhalle, ja? Und eine Tageskarte lohnt sich dann nicht! Mit dem ICN zuerst nach Olten, Gleis 12. Mit dem RE nach „Buchsi“, wo uns nebst einem bissigen Wind auch die ersten Regentropfen ins Gesicht schlugen – also zuerst noch die Bahnhofsbeiz aufgesucht, für eine warme Tasse Tee und Toilettenbesuch. Das war weise. Als wir an die „Frischluft“ traten, hielt der Regen kurz eine Pause. Ich kannte ja den Weg noch vom Ausflug im vergangenen Sommer, fast aufs Datum genau – aber auch letztes Jahr regnete es, doch 2012 waren Fleece und wärmende Handschuhe kein Thema.
 
...  beim Hofgut Matte gelangt man unter der Bahn hindurch hinüber zum Weiterverlauf des WWs. Kurz vor der Kantonsgrenze halten wir inne: in einem Gehege tummeln sich junge Geissen und der Bock hält wachsam uns im Auge. Das weite Tal der Önz vermittelt trotz Bahnlinie und Kantonsstrasse Ruhe, so die Wahrnehmung von Claudia. Es muss aber in Erinnerung gerufen werden, dass hier der ganze Verkehrsstrom der Bahn und ein beträchtlicher Teil des Strassenverkehrs hindurch geführt wurde, bevor Autobahn und später die Neubaustrecke das Tal und dessen Bewohner entlasteten. Der Güterverkehr rollt unvermindert laut.
 
... bereits in der Enklave steigt der Weg ab Punkt 487 die wenigen Meter hinan zum Flecken Steinhof, das zur Gemeinde Aeschi (SO) gehört.  An gepflegten Hofgütern vorbei, hinunter zum Schiessstand und danach rechts haltend zum Reservoir. Es grünt um uns herum und ganz plötzlich blauer Himmel. Eine weite Schlaufe genommen, steigen wir zum kleinen Block hinauf: dem Chindlistein. Nur wenige Meter später die Grosse Fluh, die erneut imponiert: des Gewichtes wegen und dass Eis solche Monumente verschieben kann! Über Findlinge und deren Anwesenheit wie auch über das Verschwinden solcher gibt es eine eigene Seite. Die Grosse Fluh bietet im Schatten sogar eine Feuerstelle. Und im Fels entdecken wir Haken und Ösen.
 
... Steinhof wirkt etwas entrückt, doch rein rural ist es auch nicht mehr. Zwar wird zurückhaltend gebaut, doch die z. Z. modern wirkenden Steingärten halten auch hier Einzug. Wir wandern hinunter in eine Senke, queren das Hinderholz (eine kleine Erhebung) und „hüpfen“ über die Kantonsstrasse, die einst Bern mit Zürich verband: sie trägt die Nummer 1 in der Strassenbezeichnung – wer weiss das schon?  Wir sehen den Burgäschisee durch den Wald hindurchschimmern und stehen 15 Minuten später vor dem wiedereröffneten „Seeblick“. Nachdem wir letztes Jahr geschlossene Türen vorfanden, treten wir jetzt ein in eine warme Stube ein.  


... noch reichen sich Handwerker die Klinke, die Gaststube überzeugt durch behagliches Mobiliar und viel Blumenschmuck in Vasen und Töpfen. Dahinter steckt in der Regel eine Gastgeberin, und so ist es denn auch. Wir entscheiden uns fürs Tagesmenu: gebratene Riesengarnelen und Käse-Röschti. Im Glas mundet ein überzeugender Molignon. Während wir uns der Gourmessa hingeben, schneit es draussen!
 
... wir setzen den Spaziergang fort. Umrunden den Burgäschisee, an dessen Uferweg (Solothurner Wanderwege) auf Holzschnitzeln wir den Übergang finden nach Seeberg. Wir unterqueren die Kantonsstrasse, über die auch Lastwagen hinwegdonnern. Im Dorfzentrum die Beschilderung für den Weiterweg nach Grasswil, über den Chrajeberg. Oben angelangt blicken wir nach Westen und staunen über die Wasserwand, die uns entgegenfliegt. Es beginnt heftig zu regnen. Nun kommen Regenhaut und Schirm zum Einsatz. Am Dorfrand in Grasswil entscheiden wir uns für einen Abbruch und sehen an der Post die Haltestelle des Busses. Drei Minuten später sitzen wir drinnen, und an der Schnelligkeit des Scheibenwischers werden wir gewahr, dass wir soeben einem Wolkenbruch entronnen sind.
 
... aus dem Busfenster verfolgen wir die Fahrt durch die Dörfer. An einem Hofgut in Regenhalden (trefflicher Name für das aktuelle Wettergeschehen) entdeckt Claudia eine Schiefertafel, auf der der Titelspruch eingefangen ist: da wird Giggernillis und anderes Figürliches angeboten. Bei Hermiswil biegt der Bus auf die  Hauptstrasse Richtung Wynigen. Riedtwil, unser Tagesziel, haben wir zwar nun erreicht, allerdings im Bus.
 
... von grösseren Verkehrsknotenpunkten könnte einer ja erwarten, dass Korrespondenz gewährleistet sei: der Bus kommt 00.27 an und dann fährt genau zu dieser Zeit auch der Zug ab, nach Olten. Das nervt, eine Stunde Pause.  Da der Bus noch auf dem Bahnhofsgelände hält, frage ich den Buschauffeur, ob er sich denn verspätet habe? Nein, die Ausrichtung ist Bern und nicht Olten, wenden Sie sich an die SBB!
 
... im Restaurant Bahnhof nehmen wir Platz, draussen auf der Terrasse. Die Sonne scheint und wärmt. Wir entledigen uns der Regenhaut, spannen die Schirme auf zum Trocken, Claudia holt die BaZ hervor und ich setze mich in den Halbschatten mit meinem Tablet! Touchscreenschmierereien zum Zweiten. Eine volle Stunde Sonne.
 
... mein Dreamliner (diesmal ein RE) fährt um 16.25 auf Gleis 2 ein – es ist Freitag und das merkt man an der Auslastung. Kaum  Platz genommen, schlägt der Regen an die Fenster des Zuges. In Olten scheint die Sonne, und in Basel regnet.
 
April, April im Mai
jetzt simmer wieder dehai
 
 
Wettertechnisch ein geglückter Spaziergang. Und eine empfehlenswerte Adresse am Burgäschisee.  
  
Spaziergang und Gourmessa mit Claudia

Tourengänger: Henrik

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Kommentare (2)


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Renaiolo hat gesagt:
Gesendet am 25. Mai 2013 um 18:23
...heisst die Gegend nicht Wasseramt? Ruedi

Henrik hat gesagt: Doch, allerdings war mir die
Gesendet am 25. Mai 2013 um 23:14
Ausdehnung nicht so bekannt - Danke.


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