Söllner Rotwand (2262m) und Überschreitung südlicher Söllerkopf (2390m)


Publiziert von Andy84 Pro , 16. Mai 2013 um 18:07.

Region: Welt » Deutschland » Alpen » Allgäuer Alpen
Tour Datum:15 Mai 2013
Wandern Schwierigkeit: T5+ - anspruchsvolles Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: A 
Zeitbedarf: 5:00
Aufstieg: 1600 m
Abstieg: 1600 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Elbigenalp

Nachdem ich letzte Woche auf der Grubachspitze war, wollte ich heute etwas weiter ins Lechtal hinein.

Als eigentliches Ziel hatte ich mir die Kreuzkarspitze ausgesucht, davon musste ich im Laufe der Tour allerdings abweichen, da noch zuviel Schnee im Balschtekar lag, ich alleine unterwegs war und kein unnötiges Risiko eingehen wollte. Zudem habe ich im Aufstieg einen Einheimischen getroffen, der mir davon abgeraten hat und mir zudem noch erzählte, dass erst vor 2 Wochen 2 Bergsteiger von der Balschtespitze abgestürzt seinen.

Los gings in Elbigenalp. Zunächst folgte ich einem breiten Fahrweg hinauf. Auf Höhe der Schweineben führt dann ein kleiner Pfad in den Wald hinein. Diesem folge ich vorbei an der Jausestation Kasermandl und der Talstation der Seilbahn zur Hermann-von-Barth-Hütte hinauf. Nach gut 40 Minuten habe ich dann den Abzweig zur Roten Wand und nach weiteren 25 Minuten die schönen Söllnerhütten erreicht. Von hier sehe ich mir den weiteren Wegverlauf zur Söllner Rotwand an, muss aber auch leider feststellen, das der Einheimische wahrscheinlich Recht behalten wird, da im Balschtekar noch ziemlich viel Schnee liegt.
Naja, erstmal hoch zur Roten Wand. Kurz vor dem Gipfel muss noch eine kleine Kletterpassage überwunden werden, welche jedoch durch ein Drahtseil entschärft wurde.
Nach knapp 2 Stunden ist der Gipfel erreicht und ich bin froh das ich meine Mütze und meine Handschuhe mitgenommen habe, da der Wind ganz schön pfeift. Hat es zu Beginn der Tour nach einem schönen Sonnentag ausgesehen, hat es sich mittlerweile leider ganz schön zugezogen.

Vom Gipfel aus bietet sich ein fantastischer Ausblick auf die gesamte Lechtaler Prominenz. Heiterwand, Schlenkerspitze, Parseierspitze, Freispitze, Wetterspitze und sogar der Hohe Riffler scheinen ganz nah zu sein. Aber auch die anderen Gipfel der Hornbachkette müssen sich nicht verstecken.
Nur liegt leider noch zu viel Schnee um ihnen einen Besuch abzustatten.

Beim durchstöbern des Gipfelbuches entdecke ich den Eintrag von Maxl vom März des letzten Jahres.

Irgendwie lässt es mir keine Ruhe das ich die Kreuzkarspitze heute nicht besuchen kann, und so mache ich mich nach dem kurzen Abstieg vom Gipfel zum Enzensberger Weg auf. Dieser endet jedoch bereits nach ein paar Minuten in einem großen Schneefeld. Ich steige am Rand des Schneefeldes ein paar Meter auf dem Geröllfeld ab um einen besseren Einblick ins Balschtekar zu bekommen und entschliesse mich, es mal vorsichtig zu versuchen. Nachdem ich den südlichen Söllerkopf umrundet habe, entscheide ich mich, auf den Grat der Söllerköpfe aufzusteigen.
Gar kein so leichtes Unterfangen, da das Gestein hier sehr brüchig ist. Nach gut 30 Minuten in Kletterei im I-II Grad erreiche ich den Gipfel des Südlichen Söllerkopfes, auf dem sich nur ein sehr kleines Steinmännchen befindet. Wen wunderts. Wer will denn auch schon auf diesen Gipfel, wenn sich gerade mal ein guter Kilometer Luftlinie weiter die Kreuzkarspitze befindet.

Ich muss mich jetzt endgültig von meinem eigentlichen Vorhaben Kreuzkarspitze verabschieden, da um den Nördlichen Söllerkopf und damit den Grat zur Kreuzkarspitze zu erreichen, müsste ich wieder gut 50 Meter abklettern und im "Joch" zwischen den zwei Köpfen ein Schneefeld queren.
Dies war mir dann doch zu riskant, zudem verschlechterte sich das Wetter weiter und es war auch schon 16 Uhr.

Um nicht wieder die Schneefelder im Balschtekar queren zu müssen, ging ich auf dem Grat zurück zum Balschtesattel.
Dies war jedoch der bisher schwierigste Teil der heutigen Tour, machte dafür aber umso mehr Spass.
Die Kletterei war jedoch nicht schwerer als II, evtl eine kurze III-er Stelle, aber doch nicht ganz ohne, da sehr abschüssig und zudem in sehr brüchigem Fels.

Zurück am Sattel machte ich mich dann im Laufschritt auf zum Abstieg, wieder vorbei an den Söllerhütten und nach gerademal 55 Minuten war ich wieder am Parkplatz..

Fazit:
Obwohl ich nicht mein eigenliches Ziel erreichte war es dennoch eine schöne Tour.
Und sobald das Wetter besser ist und der Schnee verschwunden ist, werde ich der Kreuzkarspitze einen Besuch abhalten. Die Hornbachkette ist einfach wunderschön und vorallem schön ruhig.

Tourengänger: Andy84

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Kommentare (2)


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quacamozza Pro hat gesagt: Also, für Mitte Mai...
Gesendet am 16. Mai 2013 um 19:23
...und das fragwürdige Wetter ist das schon eine ziemlich deftige Tour, lieber Andy.

Absolut richtig: Die Kreuzkarspitze läuft Dir nicht weg, die steht auch in vier Wochen noch.

Sportliche Grüße von Ulf

Andy84 Pro hat gesagt: RE:Also, für Mitte Mai...
Gesendet am 16. Mai 2013 um 19:43
das Wetter war eig noch recht gut als ich losgelaufen bin. Und als ich wieder unten war, war es auch wieder deutlich besser ;-)


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