Monte Rosa und Montblanc


Publiziert von frmat , 15. Mai 2013 um 20:23.

Region: Welt » Italien » Aostatal
Tour Datum: 1 August 2009
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Hochtouren Schwierigkeit: WS
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS   I   F   A 
Zeitbedarf: 7 Tage
Aufstieg: 4000 m
Abstieg: 4000 m

Im Sommer 2009 war es wieder mal eine Zeit für eine Hochtour. Hoch hinaus sollte es gehen, die techischen Schwierigkeiten sollten sich aber in Grenzen halten. Ein vorweggenommenes Fazit: Nicht alles, was wir uns vorgenommen haben hat auch funktioniert und: steige nie bei einer Wettervorhersage auf die Berge, wenn von "evtl. leichter Gewitterneigung" die Rede ist.

Auf der Anfahrt nach Gressoney auf der Südseite des Monte Rosa musste erstmal noch der 3. Mann aus dem Liebesurlaub entführt werden. Wir verbanden dies mit einer kleinen Eingehwanderung im Montafon, wo wir auf einem schönen Höhenweg noch einige Gipfel bestiegen. Danach startete die Tour zum 4000er sammeln ins Aostatal.

Da wir die vollen Hütten gerne meiden wollten entschieden wir uns zu campen. Am Berg gibt es dafür zahlreiche Möglichkeiten. Für die Alpensüdseite war leichte Gewitterneigung vorhergesagt, jedoch sah es am frühen Abend nicht soooo schlecht aus, sodass wir und frohen Mutes in die Bahn zum Passo Salati setzten, um kurz oberhalb desselben in einer Mulde unser Nachtlager zu beziehen. Alles klappte prima, bis wir gegen 1h nachts durch einen Wahnsinnskrach aufwachten. Wir steckten mittendrin im Gewitter. Wir flüchteten samt Schlafsack in eine im Bau befindliche Liftanlage, in der wir geschützt die Nacht verbrachten. Auch der Aufstieg zur Mantova-Hütte am nächsten Tag wurde von einem Wolkenbruch mit heftigem Graupel begleitet. Danach hieß es erstmal Abstieg und sammeln im Tal.

Neuer Anlauf: Einen Tag später gings wieder rauf. Diesmal bei bestem Wetter und gleich in einem Rutsch durch auf die Vincentpyramide. In der Gnifettihütte bekamen wir die letzten Lager für eine Nacht, sodass wir zumindest einen Tag für ein paar Gipfel hatten. Diesen nutzten wir um Balmenhorn, Schwarzhorn, Parrotspitze und Ludwigshöhe aufs Haupt zu steigen. Schließlich gönnten wir uns einige Ruhetage bevor wir aufbrachen zum Mont Blanc, den ich bereits 2003 einmal besteigen konnte.

Die Jugendherberge in Chamonix ist eine günstige und gute Unterkunft. Mit der Tramway du Monblanc fuhren wir zum Nid d'Aigle auf 2300m und starteten dort unsere Besteigung. Nach gut 2h erreichten wir das Plateau der Tete Rousse Hütte. Ein werbewirksamer Sherpa (kein Scherz) erklärte uns, dass sich hier das "Basecamp" befände und wir mit Zelt nicht weiter aufsteigen dürften (am nächsten Morgen konnten wir feststellen, dass zahlreiche Bergsteiger diese Anweisung überhört hatten, auf der Aiguille du Gouter wimmelte es vor Zelten...).Brav (oder blauäugig?) befolgten wir allerdings den Rat des Sherpa und schlugen die Zelte unten auf. Um 1h wollten wir aufbrechen. Gesagt getan klingelte der Wecker um 00:30h und der nächtliche Aufstieg durch das Grand Couloir war frei von Steinschlag. Nach einer kleinen Pause vor der Gouterhütte (03.00h) stiegen wir langsam in die Flanke des Dome du Gouter ein. Dort erlebten wir einen tollen Sonnenaufgang. Leider ging es einem aus unserer Gruppe garnicht mehr gut, obwohl er noch vom Monte Rosa gut akklimatisiert zu sein schien. Schnell wurde klar, dass wir bei diesem Tempo den Gipfel nicht erreichen würden, ohne Gefahr zu laufen, im Grand Couloir durch Steine beschossen zu werden. Was also tun? Alleine wollten wir unseren Kumpel nicht zurückschicken, der Montblanc mit allen ging auch nicht. Blieb die Möglichkeit "Vallot-Biwak". Die Aussicht auf eine 3-stündige Pause in dieser schmutzigen Hütte erschien uns auch nicht toll. Also bestiegen wir zum Trost noch schnell den Dome du Gouter und kehrten dann gemeinsam um. Spätestens im Couloir erwies sich unser Entschluss als richtig, die Steine flogen bereits, obwohl noch keine Sonne hineinschien! Einem Komplettabstieg nach Chamonix folgte eine Palette gutes Bier und ein schöner Muskelkater :)

Auch wenn vieles schiefging war es eine tolle Tour, auf der wir viel gelernt haben.

Tourengänger: frmat

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