Monte Alba


Publiziert von Max Pro , 13. Mai 2013 um 21:04.

Region: Welt » Italien » Sardinien
Tour Datum: 2 Mai 2013
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: I 
Zeitbedarf: 4:30
Aufstieg: 600 m
Abstieg: 600 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Von Siniscola auf der SP3 Richtung Lode, am Passo Santa Anna Richtung Lula. Bei km 29 hinter der Locanda Amentos (Café) parken.
Unterkunftmöglichkeiten:keine
Kartennummer:Edizioni Abies - Siniscola

Karstgipfel im Monte Alba Massiv. Die weissen Berge strotzen nicht gerade vor Höhe und wahrscheinlich werden sie nie mit Heerscharen von Wanderern geflutet, aber für eine typische Sardinien-Tour ist's ein ganz guter Einstieg. Jedes Wanderbuch beginnt mit dem Satz "..brauchbare Wanderkarten für Sardinien gibt es nicht..." Nun, das stimmt so nicht ganz. Es gibt Wanderkarten, sogar in vernünftigem Massstab, die Qualität ist allerdings nicht mit den bekannten Produkten aus dem Alpenraum zu vergleichen. Zur Orientierung sind sie meines Erachtens einigermassen ausreichend. Die grössere Herausforderung besteht darin, dass es kaum brauchbare Wanderwege und -wegweiser gibt, bzw. sie sind nicht eingezeichnet, so wie auf unserer Tour hier.

An der Locanda steht auf der gegenüberliegenden Strassenseite ein Wegweiser (na, wer sagt's denn) nach S'Ena, klingt wie die auf der Karte vermerkte Hochebene Sas Enas, also passt das. Beim nächsten Abzweig steht wieder ein Schild, allerdings kaum noch lesbar, wir nehmen aber sowieso das anfangs markierte Steiglein nach links, das schnurstracks Richtung Osten zum Berg führt (nicht in der Karte eingezeichnet). Es wird schmäler, ist teilweise überwachsen und erreicht einen Zaun, wo wir eine Hirtenleiter übersteigen. Plötzlich tauchen wieder Markierungen auf, die über den steilen Anstieg hoch leiten. Oben auf der Hochfläche angekommen, ist's wieder vorbei mit der Markierung, auch einen Pfad gibt es nun nicht mehr.

Wir wenden uns nach links und steigen am Kamm entlang Richtung Norden, hin und wieder auf Tierspuren, meist aber weglos über die Karstfelsen krabbelnd. Steinmännchen fehlen ebenfalls, aber die Orientierung ist nicht so schwer. Nach ein bisschen Auf und Ab erkennen wir unser erstes Ziel, den Gurturgiu und davor eine weitere Landmark, S'Ena Talisu, einen Holzpfahl mit lesbaren, weissen Schildern.

Von dort steuern wir die gut sichtbare grüne Rinne an, die sich auf den Gipfel des Gurturgiu von Südosten hoch zieht. Vom Orientierungspunkt Talisu an zur Punta Gurturgiu steigt man sogar auf einem mehr oder weniger sichtbaren Pfad. Am Gipfel angekommen, sind wir zwar etwas genervt von der Hopserei über die Felsen, die zum Teil ziemlich scharfkantig sind, aber wir nehmen den Gupf 500 m östlich auch noch mit, er bietet ebenfalls schöne Ausblicke über die Karstlandschaft und die Täler.

Nach einer Pause steigen wir am Kamm wieder zurück, inzwischen haben wir uns an das Gelände anscheinend gewohnt, jedenfalls wollen wir, nachdem wir unser Steinmännchen für den Abstieg  fehlerfrei identifiziert haben, noch zur Punta Su Mutucrone, die sich ca. 800 m südlich unseres Einstiegspunktes auf der Karstebene befindet. Der Schlussanstieg ist dann doch so steil, dass man hin und wieder die Hände aus den Hosentaschen nimmt.

Schliesslich geht's auf bekanntem Weg wieder zur Locanda, wo der Wirt sich bereits auf eine massive Umsatzsteigerung freut.

Die Bewertung T3 bezieht sich auf die meist weglose Tour und auf vereinzelte Griffe an der Punta Mutucrone beim Direktaufstieg vom Kamm, ansonsten ist der alpinistische Anspruch überschaubar, etwas Orientierungssinn sollte man aber schon mitbringen.

Tourengänger: Max

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