Hochfeiler Nordwand


Publiziert von orome , 13. Mai 2013 um 20:01.

Region: Welt » Italien » Trentino-Südtirol
Tour Datum: 9 Mai 2013
Ski Schwierigkeit: SS+
Wegpunkte:
Geo-Tags: A   I 
Aufstieg: 2100 m
Abstieg: 2100 m
Kartennummer:Tabacco 37

Guter Wetterbericht, passende Infos bezüglich der Verhältnisse, also nichts wie los, endlich mal wieder auf die Ski zu kommen. Das Objekt der Begierde: die Hochfeiler Nordwand. Die Wand an sich ist nicht sehr lang (ca. 350m), dafür mit 55° in der oberen Hälfte ordentlich steil und um das ganze abzurunden, ein Zustieg der sich sehen lassen kann.
Die Ecke im Hauptkamm zwischen Brenner und Venediger bietet einige sehr schöne Ziele.  Durch das komplette Fehlen von Hütten, die im Winter bewirtschaftet wären, bekommt die Gegend einen wilden und ursprünglichen Charakter. Um auf einen der Berge zu kommen sollte man einerseits 2000hm Aufstieg nicht scheuen, andererseits auch dem Skitragen nicht abgeneigt sein. Freundet man sich aber mit diesen zwei Punkten an, dann ist das Erlebnis mindestens nicht weniger aufregender als mitten in der Nacht auf der Britannia oder Monte Rosa Hütte ums Essen zu stressen um sich danach in die Kolonne einzureihen. 

Die Aufregung ist gross am Vorabend, die Nacht unruhig und der Wecker um 3.00 muss mich eigentlich nicht wecken. Nach einigen Umwegen ging es dann am Parkplatz zur Hochfeilerhütte in der dritten Kehre nach Stein im Pfitschtal los. Für die nächsten knapp 400hm hiess es Ski tragen. Man folgt dem Bachverlauf auf der linken Seite und hält sich besser etwas oberhalb ausserhalb des steilen Bachbetts, dort hat es sanfte Wiesen, auf denen es sich gemütlich dem Bach folgen lässt. Die Griesscharte ist noch weit und ständig im Blick. Auf Ski ging es am Günther Messner Biwak vorbei, eine Seilschaft stieg in die Nordostwand des Hochferners ein. 

Das erste Mal Sonne gab es in der Griesscharte. Ein hübsches Couloir führt ca. 40° steil 130hm tiefer auf das Rötkees. Jetzt heisst es die zweite Lücke im Pfitschgrat anzusteuern und das Schlegeiskees zu betreten. Hier rückte die Nordwand das erste mal in Bild, jungfräulich, steil und ich bekam weiche Knie. Das muss man aus der Nähe betrachten. Durch riesige Spalten ging es rasch Richtung Bergschrund. Hier war ich dann nicht mehr alleine, 4 andere Südtrioler die draussen (also Tirol) arbeiten und somit auch Feiertag hatten, machten sich bereit. Zwei andere Seilschaften hatte ich schon überholt. Jetzt machte sich doch bemerkbar, dass ich die 1600hm bis dahin ohne Pause gelaufen bin, um doch etwas Begleitung in der Wand zu haben. Nach einer längeren Pause ging es in perfektem Schnee hinauf. Bei diesen Verhältnisse problemlos, und ich wusste, dass ich mir die Abfahrt gut zutrauen konnte. Viel zu schnell am Ende zeigte sich das Wetter doch etwas bewölkt. Nicht wirklich schlecht, aber richtige Aussicht gab es nicht und zugig wars oben auch. Also hinein in die Ski und die erste Spur in den feinen Presspulver legen. Oben hat es satte 55° und es zieht ordentlich weg, sodass man die Wand gar nicht ganz einsehen kann. Nach kurzem Antesten hiess es dann aber Nix wie runter!! Blieb mir nur noch der lange Rückweg inklusive Gegenaufstieg und Ski tragen zurück zum Auto.


Die Wand ist zwar kürzer, aber z.b. im Vergleich zum Fletschhorn durchaus steiler. Vielleicht dann so 5.3? Aber was ist schon eine Bewertung .... Auf jeden Fall sehr lohnend. Sollten die Verhältnisse eine Abfahrt nicht zulassen, so bietet sich immer noch eine Überschreitung des Hochfeilers mit Abfahrt über den Glieder- oder Weisskarferner an. 

Man möge mir die Fotos verzeihen, leider spinnt das Gerät, und hat zum Teil nicht ganz geöffnet, war mir natürlich nicht aufgefallen ist. So sind recht viele Fotos kaum zu gebrauchen ... :(

Tourengänger: orome

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Kommentare (2)


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danski hat gesagt:
Gesendet am 14. Mai 2013 um 19:36
Schöne Linie, Manu! Wir versuchten uns an der Fletschhorn "Wienerli-Route". Weit sind wir nicht gekommen, es hätte uns aus der Wand geblasen und oben sorgte der Sturm für Blankeis...
Gruess

orome hat gesagt: RE:
Gesendet am 14. Mai 2013 um 20:34
Danke Dani! An dem Tag hat einfach alles gepasst.
Schade dass es euch aus dem Fletschhorn geblasen hat. Hätte auch gedacht, dass die Verhältnisse sehr gut sein sollten ... Wagt ihr nach den Niederschlägen einen neuen Versuch?

Deine Fotos vom Gallet-Grat waren genial, da ist euch ja wirklich ein super Wochenende gelungen!

Mfg Manu


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