Ammergauer Variationen: Scheinbergspitze - Lösertalkopf - Schlössel


Publiziert von mabon , 10. Mai 2013 um 16:39.

Region: Welt » Deutschland » Alpen » Ammergauer Alpen
Tour Datum: 9 Mai 2013
Wandern Schwierigkeit: T5- - anspruchsvolles Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: D 
Zeitbedarf: 1 Tage 7:45
Aufstieg: 900 m
Abstieg: 900 m

Bevor ich mich bis zum Spätherbst aus den Ammergauern so langsam verabschieden werde, nun noch eine kleine, aber feine Variante, die so wohl äußerst selten gemacht wird.

Los geht es von Süden aus auf die einfach erreichbare Scheinbergspitze. Mehrmals fragte ich mich, ob man wohl von dort aus zum Lösertalkopf hinüberkommt? Der Lösertalkopf wurde in diesem Forum schon oft gestreift und umgangen, aber nie bestiegen. Warum eigentlich? Ein schöner einsamer Berg ist er - und gut zu erreichen.

*Hüstel* Dies gilt natürlich nur für den Normalweg, der wohl aus Norden kommend vom namengebenden Lösertal heraufziehen dürfte. Von der Scheinbergspitze hinüber beginnt hingegen das "Liebhabergelände": Weglos, latschenverbaut, aber schön. Und ja: Alles bewegt sich noch im gutmütigen Bereich. Ist tatsächlich einmal alles zugewachsen, kann immer in die nicht sonderlich steile und auch bei Schnee gut machbare Nordflanke ausgewichen werden. Pickel, Steigeisen und Schneeschuhe, die ich mitführte, kamen nicht zu Einsatz. Sagt alles, oder? :-)

Vom Lösertalkopf ging es noch hinüber zum Schlössel, einem der unbekanntesten Ammergauer überhaupt. Er fällt eben nicht weiter auf und sicherlich sind schon viele hier im Forum an ihm vorbei gegangen, ohne ihn bemerkt zu haben. Dabei ist das Schlössel echt putzig und wird von einem  grob zusammengezimmerten, aber liebevoll platzierten Gipfelkreuz geschmückt.

Die Bewertung T5 geht auf den Abstieg in die teilweise sehr steile Weidentalschlucht zurück. Das Herausfordernde sind die vielen Querbäche mit ebenfalls tiefen Verwerfungen, was ständige Seitenwechsel wie Auf- und Abstiege erfordert. Die hier angegebenen 900 Höhenmeter beziehen sich demnach nur auf den reinen Höhenunterschied. Summa summarum dürften durch den Abstieg locker 1500 Höhenmeter zusammengekommen sein. Mittlerweile kann ich sagen: Immer mehr kristallisiert sich dieses besondere Absteigen - zumindest was die weglosen Abschnitte anbelangt - als eine Ammergauer Spezialität heraus. In anderen Gebirgen gestaltet es sich oft weniger aufwändig.

Der wilde - und einzig mögliche - Abstieg (es sei denn, man geht die komplette Route zurück) lohnt sich wegen der atemberaubend schönen Wald- und Schluchtlandschaft. Insgesamt eine gut machbare Tour für den erfahrenen Berggeher mit Pioniergeist und Kondition.

Tourengänger: mabon

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Kommentare (6)


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Winterbaer Pro hat gesagt:
Gesendet am 10. Mai 2013 um 19:06
Kennst Du das Buch vom Günther Laudahn "Bergtouren in den Ammergauer Alpen"? Tour Nr. 5 führt vom Scheinberg zum Hasentalkopf. Der geht den Grat oben noch weiter und zurück durchs Sägertal.

mabon hat gesagt: RE:
Gesendet am 10. Mai 2013 um 21:26
Der ADI schwärmt immer von diesem Buch. Ich kenne es noch nicht. Der Laudahn soll ja sehr rüstig sein und immer noch in den Bergen unterwegs sein. Mit über 90 werde ich das auch noch tun - ganz sicher! :-)

Winterbaer Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 10. Mai 2013 um 22:12
Da bist Du aber ein glücklicher Mensch, wenn Du Dir dessen so sicher sein kannst..

mabon hat gesagt: RE:
Gesendet am 13. Mai 2013 um 02:13
Ich werde erst mit 169 Jahren meine Aufgabe hier erfüllt haben. Noch viel Zeit also...

Imeyen hat gesagt: Auch...
Gesendet am 25. Oktober 2015 um 11:29
Tour gestern in umgekehrter Richtung gemacht. Sehr cool. Es gibt noch so viele spannende Touren, 169 Jahre reichen da nicht ;-)

mabon hat gesagt: RE:Auch...
Gesendet am 25. Oktober 2015 um 18:40
Hey! :-)

Freut mich sehr, dass Dir die Route auch gefallen hat!

Schöne Grüße

mabon


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