Ochsehorn - Vergangenheitsbewältigung


Written by Eugen Pro , 20 April 2008, 17h54.

Region: Monde » Switzerland » Valais » Oberwallis
Date of the hike:20 April 2008
Waypoints: Wyssgrat / Weissgrat 2886m. 9466 ft. (5) Ochsehorn 2912m. 9551 ft. (3) Gspon 1893m. 6209 ft. (3)
Height gain: 1179 m. 3867 ft.
Height loss: 1179 m. 3867 ft.
Ski grading: PD
Access to start point:Visp - Stalden - Staldenried - Gspon
Accommodation:Gspon
Maps:1308, 1309

Vor gut drei Wochen hatte ich zwischen Ochsehorn und Wyssgrat ein kleines Intermezzo, welches mit einem Helikopterflug mitten in der Nacht vom Wyssgrat (grosser Stein) nach Visperterminen endete (siehe mein Tourenbericht!). Alles hat ein gutes Ende gefunden und niemand wurde verletzt - das ist die Hauptsache. Und doch wurmt mich die Sache noch immer, nicht zuletzt auch darum, weil ich mit meiner Aktion Fr. 9'087.85 Kapital vernichtet hatte (Es kommen noch ein paar Franken dazu). Auf die Berge gehe ich jedoch immer noch - ich schnalle einfach den Gürtel etwas enger, um die angefallenen Kosten zu amortisieren.

Heute wollte ich mir mehr Klarheit darüber verschaffen, was bei meiner Tour Gamsen - Gebidem - Ochsehorn - Wyssgrat genau vorgefallen war. Ich bin daher von Gspon über den Wyssgrat auf das Ochsehorn gestiegen. Hurra mein 700. Tourentag! Doch wieder einmal war des Nebels wegen, wie schon so oft in dieser Saison, sehr wenig zu sehen. Die Schneeverhältnisse am Wyssgrat sind jetzt jedoch sehr gut. Von der Seilbahnstation Gspon weg musste ich die Skier nur zehn Minuten lang tragen, und abfahren konnte ich bis zur Seilbahnstation. Unglaublich: letztes Jahr, zehn Tage später, bin ich in Turnschuhen, ohne Schnee zu berühren bis auf den Weissgrat gestiegen (dies gemäss Gipfelbuch - 29.07.2007).

Ich konnte feststellen, dass ich bei meinem "Abenteuer" an der banausigsten aller banausigen Stellen die Nerven verloren, dann biwakiert und die Rettung alarmiert hatte. Damals meinte ich, mich an irgendeinem Abgrund zu befinden. Heute konnte ich feststellen, dass der "Abgrund" ein Idiotenhügel der beschämensten Art war. Und doch habe ich damals richtig entschieden - denn, wenn man in einen Hang nicht Einsicht nehmen kann, darf man doch nichts riskieren.

Wahrscheinlich führten auch psychische Gründe zu meinem Biwak: ich hatte vorher vielleicht zehn heikle Passagen gemeistert, und es war kalt, dunkel, neblig, es schneite und der Wind blies. Die heiklen Gratpassagen vom Rot- zum Ochsehorn hoch blieben mir des Nebels wegen heute verborgen. Hätte gerne ein paar Fotos geschossen. Also heisst es wohl, bald wieder einmal einen Versuch unternehmen.

Hike partners: Eugen

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uersel says: So viel Geld vernichtet?
Sent 21 April 2008, 17h10
Sag nur, du bist nicht REGA-Mitglied?!

Eugen Pro says: RE:So viel Geld vernichtet?
Sent 21 April 2008, 17h50
Ich bin schon seit langem REGA Mitglied und habe meine Beiträge immer einbezahlt. Doch im Verhältnis zur nun vorliegenden Rechnung sind das ja nur Peanuts.

Ich weiss heute noch nicht mit Bestimmtheit, ob die Kosten übernommen werden. Am Anfang schockierte mich jedenfalls eine Bestimmung auf der REGA Homepage, wonach nur von der REGA organisierte Rettungen finanziert würden. Ich war ja von der AIR ZERMATT geholt worden. Scheinbar gibt es aber auch Vereinbarungen zwischen den beiden Gesellschaften. Danach darf die REGA im Wallis gar keine Einsätze fliegen. Warten wir mal ab.

Als ersten Schritt musste ich den Vorfall bei meinem Arbeitgeber als Bagatellunfall melden. Die Unfallversicherung wird dann höchstwahrscheinlich ablehnen. Und dann wird wohl die REGA einspringen.

So oder so ist es für mich ärgerlich, wenn jemand für mich eine solche Rechnung bezahlen muss.


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